Seite - 449 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Bild der Seite - 449 -
Text der Seite - 449 -
k) ErweinHöpler (vonHermingen)584
ErweinHöpler kam am9.Mai 1868 in Prag zurWelt, dort absolvierte er das
Gymnasiumundbegann1886seinrechtswissenschaftlichesStudium,welcheser
ab 1889 inWien fortsetzte. Am 4. Juli 1891 erwarb Höpler das Doktorat der
Rechte inWien,585 bereits zuvor hatte er seine Karriere im Justizbereich be-
gonnen.1897HöplerheirateteAnnaHoydar.586
1899wurdeerStaatsanwaltssubstitutinWien,1908StaatsanwaltinRied,1912
leitenderStaatsanwalt inGraz, 1916Hofratund leitenderStaatsanwalt inWien
und schließlich 1920Generalprokurator.587Als besonders prägend bezeichnet
GleispachHöplersGrazerZeit:»Dort fanderbaldAnschlußanHansGroß,den
Altmeister derKriminalistik undGründerdesGrazer kriminologischen Insti-
tuts,derihnzudenerstenVeröffentlichungenanregte.«588NachdemTodeGroß’
warHöpler imwissenschaftlichenBeiratdesGrazer Instituts tätig.589Gleispach
ermutigteHöplersichzuhabilitieren.590Soreichteeram22.Februar1923591als
Habilitationsschrift das »Handbuch für Untersuchungsrichter«, dem »andere
Schriften beigegeben«592waren, an derWiener Fakultät ein. Als Begutachter
wurdenGleispachundLöfflerbestellt.Bereits inderSitzungvom8.März1923
beschlossdasProfessorenkollegium»[a]ufAntragderbeidenReferenten […],
dass demHerrn Dr. Höpler mit Rücksicht auf seine anerkannte Stellung in
Fachkreisen und die notorische rednerische Begabung, die venia docendi für
KriminologieunterNachsichtderweiterenSchrittedesHabilitationsverfahrens
(KolloquiumundProbevortrag)zuerteilen.«593DasMinisteriumbestätigteden
BeschlussdesProfessorenkollegiumsam21.März1923.Bereits imSommerse-
mester1923nahmHöpler seineLehrtätigkeitmitderzweistündigenVorlesung
»DiepsychologischeWertungdesBeweisesauf«.594 IndenfolgendenSemestern
bereicherte er das Angebot derVorlesungen zu den strafrechtlichenHilfswis-
senschaftenmit Lehrveranstaltungen zur Erscheinungslehre des Verbrechens
und zur Psychologie desVerfahrens, wobei er besonderen Fokus auf die Psy-
584 Vgl.Gleispach, ErweinHöpler;Höpler vonHermingenErwein, in:ÖBLII (Wien1959)
363 f.;NFPvom28.1. 1932Nr.24195, 6.
585 UAW,M32.3–432, promoviert wurde er laut curriculumvitae am6. Juli vgl.ÖStAAVA,
UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton610PersonalaktHöplerErwin.
586 Fragebogen,BArch(Berlin-Licherfelde),R/3601/5790.
587 Gleispach, ErweinHöpler29.
588 Gleispach, ErweinHöpler29.
589 Probst, Strafrecht 140Fn.94.
590 Gleispach,WienerUniversitäts-Institut 591.
591 ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton610,PersonalaktHöplerErwin.
592 ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton610,PersonalaktHöplerErwin.
593 ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton610,PersonalaktHöplerErwin.
594 VorlesungsverzeichnisderUniversitätWienSS1923.
StrafrechtundStrafprozessrecht 449
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik