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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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2. DieProfessorenundDozenten a) FriedrichWieser FriedrichWieser, geboren am 10. Juli 1851 inWien, war der letzte des natio- nalökonomischen Triumvirats der Menger-Schüler, der in unseremUntersu- chungszeitraumnochlebte.387Ergingzwar1922offiziell inRuhestand, lehrteab nochbiszumWintersemester1924,sodassetwaHayek,Haberler,Morgenstern, MachlupundMahrdieMöglichkeithatten,beieinemVertreterausderHochzeit derÖsterreichischen Schule derNationalökonomie zu lernen. In jenen Jahren gabWieser allerdingshauptsächlichKurse inSoziologie.388 Wieser hatte dasWiener Schottengymnasiumbesucht, woHeinrich Fried- jung und Eugen von Böhm-Bawerk zu seinen Mitschülern zählten. An der Universität hörte er insbesondere die wirtschaftstheoretischen Vorlesungen Lorenz von Steins, studierte aber auch inHeidelberg, Leipzig und Jena. Nach StudienabschlussstanderimDienstderniederösterreichischenFinanz-Landes- Direktion und arbeitete nebenher an seiner Habilitationsschrift. 1883 habili- tierte er schließlichmit »Über denUrsprung und dieHauptgesetze des wirt- schaftlichenWertes«,worin erdenBegriff des »Grenznutzens« entwickelte, an der Universität Wien. 1884 gingWieser als Extraordinarius an die Deutsche UniversitätPrag,woer1889zumordentlichenProfessorernanntwurde.InPrag arbeiteteeran»DernatürlicheWert«(1889),dessenenglischeÜbersetzung1893 erschienundmaßgeblichzurVerbreitungderIdeenderÖsterreichischenSchule der Nationalökonomie beitrug. In den Jahren danach widmete sich Wieser vermehrt praktischen Fragen der Nationalökonomie, wie zum Beispiel »Die Personaleinkommensteuer inÖsterreich« (1901) oder »Die deutsche Steuer- leistungundderöffentlicheHaushalt inBöhmen« (1904). ImHerbst1903kehrteWieseralsNachfolgerMengerszurücknachWien,wo er sich insbesonderemit Problemen der Geldtheorie auseinandersetzte, aber immer öfter soziologische,mitMachtfragen befasste Aufsätze veröffentlichte, gerade auch imZusammenhangmit demErstenWeltkrieg und seiner politi- schenTätigkeit: »DieLehrendesKrieges« (1915), »EinösterreichischerWehr- bund« (1916) und »Österreichs Ende« (1919). In den Jahren 1917–18 war Wieser Handelsminister und daher damals nur Honorarprofessor der Politi- schen Ökonomie. Erst ab dem Studienjahr 1919/20 wurde er im Personal- standsverzeichniswieder als ordentlicheröffentlicherProfessorderVolkswirt- schaftslehregeführt. Wieser stand Anfang der 1920er Jahre der österreichischen Abteilung des 387 ZuWürdigungensieheSchams, FriedrichWieser; sowieHax,Vademecum. 388 ZuWieseralsSoziologesiehezumBeispielMenzel, FriedrichWieser, sowieBernsdorf, Wieser;Mikl-Horke, Soziologie94. DiestaatswissenschaftlichenFächer552
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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