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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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g) KarlPrˇibram400 KarelEmanPrˇibramwurdeam2.Dezember1877 inPraggeboren, studiertean der dortigen Deutschen Universität Rechtswissenschaften und wurde am 7.Feber1900promoviert.NachseinemRechtspraktikumzuerstbeimHandels-, dannbeimStraflandesgerichtPragginger imOktober1900nachBerlin,woer bei Sering undWagnerVorlesungenüber Staatswissenschaftenundpolitische Ökonomie sowie exakte Philosophie hörte undwie sein spätererMentor, Carl Grünberg, eine Prägung in der Historischen Schule der Wirtschaftswissen- schaften erhielt. Zurück in Prag wurde Prˇibram vomÖkonomenRobert Zu- ckerkandl angeregt, die Entstehungsgeschichte der österreichischenGewerbe- ordnung aktenmäßig darzustellen. Dies machte einen längeren Aufenthalt in Wiennotwendig,woPrˇibramSchülervonGrünbergwurde–undinWienblieb. Denn die Ergebnisse derUntersuchung reichte dermittlerweile zumKatholi- zismus konvertierte Karl Prˇibram als Habilitationsschrift »Geschichte der österreichischen Gewerbepolitik von 1740 bis 1860«401 ein, womit er im Sep- tember1907dieVenia fürPolitischeÖkonomieverliehenbekam. ImBrotberuf arbeitete Prˇibramvon1908 bis 1911 ander Seite vonLudwig Mises in der Zentralstelle fürWohnungsreform, danach als Vizesekretär der k.k. Statistischen Zentralkommission, wo er die Abteilung Wirtschafts- und Agrarstatistik leitete. Neben dieser Tätigkeit veröffentlichte er zahlreiche Schriften, unter anderem»DieEntstehungder individualistischenSozialphilo- sophie« (1912). 1914wurde ihmder Titel eines außerordentlichen Professors verliehen, 1916 seineVenia auf das Fach Statistik ausgedehnt.402Als Friedrich Wieser1917Handelsministerwurde, vertratPrˇibramseinenLehrstuhl. Karl Prˇibram zählt außerdem zu jenen Lehrenden der Rechts- und Staats- wissenschaftlichenFakultät, die auchpolitisch tätigwaren: 1917wurde erMi- nisterialsekretär inder sozialpolitischenSektiondesHandelsministeriums; ab 1918wirkte er als Sektions- und späterMinisterialrat imneuen Staatsamt für SozialeVerwaltung,woermaßgeblichdieSozialreformender jungenRepublik (EinführungdesAchtstundentages,Arbeitslosenversicherungetc.) gestaltete. Dennoch lehrteKarlPrˇibrambis zumSommersemester1921anderWiener UniversitätWirtschafts-undHandelspolitik,bevoreralsLeiterderStatistischen AbteilungdesInternationalenArbeitsamtes(ILO)nachGenfgerufenwurde,wo erzumBeispiel»DieProblemeder internationalenArbeitsstatistik«(1925)und dierechtsvergleichendeStudie»DieProblemederinternationalenSozialpolitik« 400 Vgl.ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton612, Personalakt PrˇibramKarl.Nä- heresbeiPrˇibram, Erinnerungen;Chaloupek, Prˇibram. 401 Siehe dazu den aktuellenNachdruck Prˇibram, Geschichte der österreichischenGewer- bepolitik. 402 Vgl.ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton612,PersonalaktPrˇibramKarl. Nationalökonomie& Volkswirtschaftspolitik 559
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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