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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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NochvorBeendigungseinesHabilitationsverfahrensanderUniversitätWien wurdeHansMayeraufgrundseinerStudie»TheorieundPreisbildung«undauf Vermittlung Eugen von Philippovic´s 1912 als außerordentlicher Professor für PolitischeÖkonomieandieUniversitätFreiburg inderSchweizberufen.Mayer nahmseineLehrtätigkeit imOktober 1912 auf underhielt bereits imFrühjahr 1914 einenRuf andasneugeschaffeneOrdinariat für PolitischeÖkonomie an derDeutschenTechnischenHochschuleinPrag.KurznachseinerErnennungim August 1914musste er bei Ausbruch des ErstenWeltkrieges an die Front; ab Mitte 1917 bis Kriegsende arbeitete er als Abteilungsleiter imWissenschaftli- chenKomitee für Kriegswirtschaft des k.k.Kriegsministeriums, nachKonsti- tuierungderRepublikschließlichbisFeber1919alsLeiterderBudgetsektionim Staatsamt fürHeereswesen. 1919nahmHansMayerendlich seineTätigkeit alsordentlicherProfessor in Prag – bei seiner Ernennung noch Teil der Habsburger Monarchie, nun Hauptstadt des neu entstandenen tschechoslowakischen Staates – auf. Da in ÖsterreichJosephSchumpeterzumStaatssekretärfürFinanzenernanntworden warunddaherseinenLehrstuhlanderUniversitätGrazaufgab,folgteihmMayer nach; für die Nachbesetzung seines Prager Ordinariats konnte Mayer Franz XaverWeißdurchsetzen.SomitlehrteHansMayerabdemWintersemester1921/ 22 in Graz, erhielt jedoch bald einen Ruf an die Universität Wien, wo ihn FriedrichWieser im April 1923 als seinen Nachfolger einsetzte, zumal auch Mayers Publikationenwie »Eine neue Grundlegung der theoretischen Natio- nalökonomie« (1911) und die »Untersuchung zu demGrundgesetz der wirt- schaftlichenWertrechnung« (1922) als bedeutende Beiträge zurÖsterreichi- schen Schule derNationalökonomie galten. Diese Schriftenmachten ihn zum »letzte[n] Vertreter der Wiener Schule«,404 präzise gesagt: zu ihrem letzten universitär verankertenVertreter. AllerdingswaresHansMayerinderFolgenichtmöglich,die inihngesetzten Erwartungen zu erfüllen. Seine Studentenberichten, dass erwissenschaftliche BeiträgeunvollendetundVorträgeunveröffentlicht ließ,dennerschien»unable to sit downandwrite anythingconsecutively«405undwar lautFriedrichHayek äußerst nervenschwach,406 was nicht zuletzt am erbittert ausgetragenen MachtkampfgegenseinenWidersacher,OthmarSpann, lag:»Mayerwroteonly ahandful of essays. But then, hismain concernhadnothing todowith theory and nothing to do with ideas. His focus was on academic power within the department and within the profession.«407 Hans Mayer hätte die Universität 404 SoseinStudentKurtRothschild (Rothschild,WennmandieWeltändernwill 62). 405 AlexanderGerschenkron, zit.n.Craver, Emigration8. 406 Vgl.Hayek, zit.n. Craver, Emigration 8. Eine etwas günstigereBewertung zuMayer gibt Ebelingab:Ebeling,AustrianEconomics2 f. 407 Rockwell, Economics. Nationalökonomie& Volkswirtschaftspolitik 561
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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