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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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F. Statistik (TamaraEHS) 1. Allgemeines StatistikmusstevondenStudierendenderRechte inderaltenStudienordnung als »allgemeine vergleichendeundösterreichischeStatistik« alsVoraussetzung fürdieZulassungzudenStaatsprüfungenimAusmaßvonvierStundenwährend eines Semesters besucht werden, war allerdings nicht Prüfungsfach.566 Auch nach demStudienplan von 1935 zählte die Statistik nicht zu den Prüfungsfä- chernundwarzudemaufdenBesucheinerVorlesung imAusmaßvonnurdrei Stundenherabgesetzt. JedochwurdedieStatistik1935unterjeneFächergereiht, aus denen Pflichtübungen zu belegenwaren, was Interessierten eine gründli- chere statistischeAusbildungermöglichte. Die Studierendender Staatswissenschaft hattendas Fach Statistik nachder Studienordnung von 1919 ebenfalls zu frequentieren. Außerdemwar Statistik Teil desRigorosumsund einGebiet, aus demdasDissertationsthema gewählt werden konnte. Nach der Novellierung von 1926 war die Statistik aber kein eigenerPrüfungsgegenstandmehr, lediglich»statistischeMethoden«Teilgebiet deszweitenRigorosums,weswegendieZahlderHörerinnenundHörerwieauch derDissertationenauf jenemGebietnach1926 starkabnahm.567 EntsprechenddieserehermarginalenBedeutungderStatistikanderRechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät gab es in der Ersten Republik keinen eigenenLehrstuhl fürStatistik.568DerLehrveranstaltungsbetrieb569wiesseitens derLehrendendennochgroßeKonstanzauf:BiseinschließlichWintersemester 1918/19 lasenHugoForcher undWalter Schiff, ab demSommersemester 1919 kam Viktor Mataja hinzu, mit Wintersemester 1921/22 zusätzlich Wilhelm Winkler. Jene vier Dozenten hatten zehn Jahre lang, bis inklusive Sommerse- mester1930,dieLehrederStatistikinne.ImSommer1930verstarbForcherund Felix Klezl übernahm statistischeVorlesungen;Mataja verstarb im Juni 1934. Schiff, der vor allemdie linkenStudierendenmaßgeblich geprägt und in allen Jahrengelehrthatte,wurdeaufgrundseinerehemalssozialdemokratischenund ab1934kommunistischenParteizugehörigkeitnachdemBürgerkriegentlassen. Winkler musste 1938 die Lehrtätigkeit aufgrund seiner Ehe mit einer Jüdin aufgeben, konnte sie 1945 aber wieder aufnehmenund zählt bis heute zu den Nestoren der österreichischen Statistik, weil er Jahre hinweg zwei der bedeu- 566 Vgl.RGBl. 204/1893. 567 Vgl. StGBl. 249/1919undBGBl258/1926. 568 Denbislang letzten Lehrstuhl für Statistik hatte von 1881bis 1908Karl Theodor Inama- Sternegg inne,der1890die ersteVolkszählungmitZählmaschinendurchführte. 569 Für eineListe derVorlesungenüber Statistik andenUniversitätenWien,Grazund Inns- bruck inderZwischenkriegszeit sieheExner, Bevölkerungswissenschaft. Statistik 613
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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