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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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men, ist imallgemeineneinsehr tiefes,vielfachsotief,wiees indenwestlichen TeilenÖsterreichskaumzu finden ist. […]OrientalischeSitten,östlicheMoral und Mangel jeden höheren Strebens bilden den Dunstkreis, in dem die Ju- gendjahre der künftigenMusensöhne sich abspielen. […] Aber auch auf die Bukowina selbst und den ganzenOsten übt die Universität mit demminder- wertigenMaterialeineschädlicheWirkung.BisvorwenigenJahrzehntenmußte jeder Beamte, jeder Richter, jeder Advokat undMittelschullehrer, der in der Bukowina tätig werdenwollte, an einer westlichenUniversität oder sonstigen Hochschule studiert haben; ermußte alsowenigstens für die Studienzeit aus seinergewohntenUmweltherauskommen,sahetwasanderesalsdieheimische ›Kultur‹ und lernte andere Begriffe vonMoral und Recht kennen.«36Dies ist umsobefremdlicher,wennmanbedenkt, dass sowohlFrischals auchKaser zu diesemZeitpunkt erst seit kurzemanderUniversität Czernowitz lehrten.Un- terstützung zumindest in einemPostulat bekamen sie vonEugenEhrlich – so waren sie alle der Meinung, dass die Bukowina primär landwirtschaftliche Fachschulen und nicht eine Universität benötige. Diese Aussage führte zur Anfeindung Ehrlichs durch die Czernowitzer Studierenden undwar wohl für seine Schwierigkeiten an der CzernowitzerUniversität nach 1919 verantwort- lich.37Anden heftigen literarischenDiskussionen, die auf die Beiträge dieser drei Professoren folgten, warennicht nur (ehemalige) Czernowitzer Lehrende beteiligt, sondernauchProfessorenausanderenUniversitätsstädten.38Diezum Teil sehr polemischenAuseinandersetzungenwurden vomMinisterium nicht kommentiert–1918wurdederLehrbetrieb inCzernowitz,wennauchnicht für lange,wiederaufgenommen.391918getätigteVersuchedieweltlichenFakultäten derCzernowitzerUniversitätnachSalzburgzuverlegen,umderenVerlustdurch die bevorstehende Rumänisierung zu verhindern scheiterten – das kleine DeutschösterreichhattefürseineZweckeausreichendUniversitätenundbereits zuwenig finanzielleMöglichkeiten,umdiese entsprechendzu fördern.40 VonderÜbernahmederUniversitätdurchdenrumänischenStaatberichtete HeddaWolff, dieGemahlinvonKarlWolffundTochterdesZoologenCarlZel- inka,wie folgt: »EndeSeptember1918kehrtendieProfessorenund ihreFami- lienmit einemgemeinsamenTransport nachCzernowitz zurück, wo dieVor- lesungenbegannen. […]DieVorlesungenanderUniversitätwurdenvorerst in deutscher Sprache weitergelesen. Die rum. Regierung erklärte sich bereit, 36 VerlegungderFranz-Josefs-Universität 3. 37 Rehbinder,Rechts-undStaatswissenschaftlicheFakultät 204–207. 38 So ua: Singer (Singer, Czernowitz), Hanausek, Schumpeter. S. auchweitereAngaben bei Uray, Czernowitz–Salzburg72–74; Staudigl-Ciechowicz,Universitätenum1918. 39 Vgl. Staudigl-Ciechowicz,Universitätenum1918. 40 Vgl. detaillierterUray, Czernowitz–Salzburg74–77; Staudigl-Ciechowicz,Universitä- tenum1918. DieösterreichischeUniversitätslandschaftum1918650
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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