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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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eigeneBildungseinrichtungfürdendiplomatischenDienstbrauchenwürde.Die weiteren politischen Entwicklungen führten zum Plan der Schaffung einer »übernationalen Akademie«9 aus der Konsular-Akademie heraus. Diese sollte vonden teilnehmendenStaaten finanziert undgeleitetwerden– jedoch zeigte einzigDeutschlandInteresseandiesemPlan.ImWintersemester1921/22wurde die neue Konsular-Akademie mit dem Zusatz »Akademie für Politik und Volkswirtschaft« eröffnet.10 Der Lehrplan wurde wesentlich abgeändert. Die Ausrichtungaufdie »orientalischen«Länderwurdeabgeschafft, als obligatori- sche Sprachen waren nun Deutsch, Englisch und Französisch vorgesehen. Deutschsprachige Studierendemussten zusätzlich eine Sprache absolvieren – zurAuswahl standen: Italienisch,Ungarisch, Tschechoslowakisch, Serbokroa- tisch,Arabisch,PersischundTürkisch.11 Der neue Lehrplanwar für eine zweijährige Ausbildung ausgelegt und un- terschied sich somit stark von demursprünglich fünfjährigen Lehrplan. Ins- besondere die rechtlichen Fächer erfuhren eine Kürzungmit demArgument, dassfürdienationalenRechtsgebietenichtdieKonsular-Akademiezuständigsei –hattederLehrplan inderMonarchienocheine starke juristischeAusbildung vorgesehenmit beispielsweise 17 SemesterstundenZivilrecht, sowurdedieses Fachnun gänzlich abgeschafft. Der Lehrplan bestand aus drei Bereichen: den wirtschaftlich-kommerziellen Fächern, den historisch-politischen und juristi- schenFächernunddenSprachen.An rechtlichenFächernwarenobligat: zehn SemesterstundenInternationalesRechtundvierSemesterstundenVölkerrecht. ZusätzlichgabesfakultativeSpezialkursezumvergleichendenVerwaltungsrecht und zu den modernen staatsrechtlichen Theorien. Die Zusammenarbeit mit Deutschland verbesserte in den frühen zwanziger Jahrendie finanzielle Situa- tionderKonsular-Akademie–1923 folgte jedocheindramatischerEinbruchin der finanziellenUnterstützung: So führte die sichverschlechternde finanzielle LageÖsterreichs zur Einstellung der staatlichen Finanzierung der Konsular- Akademie,hinzukam,dassauchdieFörderungenausDeutschlandzunächstan Wert verloren und Anfang 1923 schließlich ausblieben. Pläne die Konsular- Akademie zu schließenunddie diplomatischenKräfte an derHochschule für Welthandelauszubildenkonntenzwarabgewehrtwerden,trotzdemsahsichdie Konsular-Akademie in einernahezuausweglosenSituation.12LetztenEndes fi- nanziertesichdieKonsular-AkademieinderZwischenkriegszeitgroßteilsselbst durchdieEinnahmen fürdieAusbildungvondiplomatischemPersonal, hinzu kamen Förderungen durchÖsterreich undDeutschland. Die Ausrichtung der 9 Godsey, ConsularAcademy146. 10 Ebd.143. 11 Lehrplanaus1920abgedruckt in:Godsey,ConsularAcademy147. 12 Godsey, ConsularAcademy149. JuristischeLehrstühleananderenWienerHochschulen676
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938