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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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Fort- auch absolvierte Mittelschüler/innen zur Grundausbildung aufgenom- men.DieLehrerbildung,diemaninderSozialdemokratiealsVoraussetzungdes Gelingens der Schulreform ansah, wurde daher mit diesen viersemestrigen hochschulähnlichenKursendesPädagogischen Instituts zumGrundpfeilerder Reformen.HierzuViktorFadrus inderEröffnungsrede: »Diesedemokratische Bildungsaufgabe fordert für das gesamte Volk die bestausgebildeten Lehrer. FordertdeneinheitlichenLehrstandaufGrundeinheitlicherHochschulbildung […] ImGegensatz zuderbisherigenmehrpassiven, perzipierendenBildungs- arbeitmüssenwirauf frischeEmpfänglichkeit,volleAktivitätundSchulungdes kritischen Sinnes hinarbeiten […]Der Blick des Lehrersmuss entsprechend seiner innerenVeranlagungsoweit alsmöglichgeweitetwerden.«35 BaldgenossdasinderBurggasse14–16untergebrachteInstitutAnsehenund Bedeutung über die Gemeinde- und selbst Staatsgrenzen hinweg, was auch daran lag, dass einigederbedeutendstenWissenschafter/innenderUniversität Wiendortlehrten.Übersie,diemeistauchandenVolkshochschulenimEinsatz standen, schreibtErnstGlaser: »DaswarenkeineswegsSozialisten,wenngleich dieÖffentlichkeit sie oft dafür hielt und entsprechend reagierte.«36 Zu den Vortragenden zählten Anna Freud, Edgar Zilsel, Heinrich Gomperz,Wilhelm Jerusalem (Einführung in die Soziologie und Geschichtsphilosophie), Otto NeurathunddasEhepaarBühler (DiegeistigeEntwicklungdesKindes); seitens derRechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät sindMaxAdler (Die Sozio- logie des Marxismus und Soziologische Staatslehre) undHans Kelsen (Öster- reichische Verfassung undÖsterreichisches Staatsrecht) zu nennen. Allerdings kamen nicht nur Universitätsprofessor/innen ans Pädagogische Institut, son- derndie Studierendenmussten auchWahlfächer imAusmaß von20Wochen- stunden an derUniversitätWien belegen, was der sozialdemokratischen Idee vonuniversitärerLehrerausbildungdochschonnäherkam. AußerdemwardasPädagogische InstitutdurchdasPsychologisch-pädagogi- scheLaboratoriumderBühlers aufsEngstemit derUniversität verbunden.Das LaboratoriumwurdebaldzumvonderRockefellerFoundationgefördertenPsy- chologischenInstitutumgestaltet, andemnichtnurdiePsychologiestudierenden überdieSchülerpersönlichkeit forschenkonnten, sondernwoetwaunterMitar- beit Paul Lazarsfelds undMarie Jahodas zahlreiche sozialwissenschaftlicheAr- beiten entstanden, zumBeispielüberdas sozialeVerhalten von Schulneulingen oderüberdieKlasse alsArbeitsgemeinschaft. Auf dem ideellenBodendesPsy- chologischenInstitutentstanddieWirtschaftspsychologischeForschungsstelle. 35 Viktor Fadrus, Eröffnungsrede des »Pädagogischen Instituts« am 13.1. 1923, zit.n.: Schnell, Pädagogisches Institut 80. 36 Glaser,Austromarxismus309. Extramuros:Vereine,Gesellschaften,KreisundVolksbildung714
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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