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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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3. Kelsen-Kreis105 HansKelsenpflegteseit seinerHabilitation(1911), indererdieGrundzügeder ReinenRechtslehrebereitsdargestellthatte,einenKreis,dersichanfänglichvor allemausHörernseinerVorlesungenzusammensetzte.Unter ihnenwarenetwa Adolf Merkl, Leonid Pitamic´ und Alfred Verdroß. Nach 1919 stießen weitere Studierendehinzu,nunauchjenedesStaatswissenschaftlichenDoktorats,sowie Habilitand/innenund jungePrivatdozenten, zumBeispiel JosefDobretsberger, GeorgFleischer,LeoGross,FelixKaufmann,MargitKraft-Fuchs, JosefLaurenz Kunz, Fritz Sander, Fritz SchreierundErichVögelin.Außerdemkamen inden 1920er Jahren zahlreiche Studierende aus dem Ausland nachWien, um von Kelsen zu lernen, wie etwa Alf Ross aus Dänemark, Charles Eisenmann aus FrankreichundJuliusKraft ausDeutschland. Der Kelsen-Kreis befasste sich vorrangig mit rechtstheoretischen Fragen, sodassman bald von einerWiener Rechtstheoretischen Schule sprach. Zudem wurdenaber auchThemender angrenzendenFachgebietewie Soziologie oder Staatswissenschaft erörtert. 4. Spann-Kreis Seit seiner Berufung an die Universität Wien lud Othmar Spann an jedem Sonntagvormittag zumPrivatseminar zu sich nachHause, um Studierende – unterihnenWilhelmAndreae,JakobBaxa,WalterHeinrich,AugustMariaKnoll, HansRiehl,HermannRoeder,JohannSauter,ErichVögelinundFerdinandAlois Westphalen – in die Grundlagen seiner Gesellschafts- als Ganzheitslehre ein- zuführen.106DieseMitgliederlistewarbeinahe identischmitdenProtagonisten des StaatswissenschaftlichenVereins, derdeshalb auch»Spann-Klub«genannt wurde. Primus inter pares des Kreises war Spanns Lieblingsschüler Walter Heinrich. Erich Vögelin berichtet über die Themen dieser Zusammenkunft, dass er »über Spann und dieMitarbeiter in seinem Seminar, insbesondere in seinem Privatseminar, das ich einige Jahre langbesuchte,ZugangzurklassischenPhi- losophie(PlatonundAristoteles)undzudenSystemphilosophendesdeutschen Idealismus, Johann Gottlieb Fichte, Georg W. F. Hegel und Friedrich W. J. Schelling, gewann.«107UndgemäßdenErinnerungenOskarMorgensterns, der 105 Vgl.Walter,KreisumHansKelsen. 106 FürDetails zu Spann, seinenTheorienunddenSpannianern siehedasKapitel »DieLeh- renden«,obenSeite581ff. 107 Voegelin,Reflexionen22. Kreise 739
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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