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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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DerMises-Kreis war nur einer von vielen privaten Zirkeln, in denen sich Professoren,Absolvent/inn/enundmitunter (fortgeschrittene) Student/inn/en im informellenRahmen zumGedankenaustausch trafen undwomitunter be- deutendewissenschaftlicheErgebnisseproduziertwurden.Hiermussvorallem auch das Privatseminar genannt werden, das Hans Kelsen immer Sonntag- nachmittags in seiner Wohnung in der Wickenburggasse veranstaltete und welches internationaleBekanntheit erlangte, sodass schließlich auch ausländi- sche Studierende (aus Frankreich, Japan und anderen Ländern) nach Wien kamen,umandiesenTreffen teilnehmenzukönnen.Zuerwähnensind indie- semZusammenhanginsbesonderenochdersog.Geist-KreisundderFleischer- Kreis. DasÖsterreich der Zwischenkriegszeit bot mit seiner Vielzahl an Vereini- gungenundBildungseinrichtungenaberauchsonsteineFülleanMöglichkeiten, sich außerhalb derUniversitätmit ProblemstellungenderRechts- und Staats- wissenschaften zubefassen. Zunennen sindhier der altehrwürdige Juridisch- politische Leseverein, dieWiener JuristischeGesellschaft, die Leo-Gesellschaft oder die Soziologische Gesellschaft. Bislang kaum beachtet wurde aber, dass auchdieWienerVolks-undArbeiterbildung(bes.das»Volksheim«,dieheutige VolkshochschuleOttakring) über ein breites Angebot anVeranstaltungen aus demBereichderRechts-undStaatswissenschaftenverfügte;hierunterrichteten etwa Hans Kelsen, Carl Grünberg, Emanuel Adler, Rudolf Köstler, Stephan Braßloffundandere.ZudenHörer/inne/n imVolksheimzähltenübrigensauch Studierende der Staatswissenschaften, die auf dieseWeise das unzureichende Angebot an einschlägigenLehrveranstaltungen anderUniversität kompensie- renwollten. Die inderÖffentlichkeitwohlammeistenangeseheneGelehrtengesellschaft wardieAkademiederWissenschaftenzuWien,der aucheinigeMitgliederder WienerRechts-undStaatswissenschaftlichenFakultät angehörten; traditionell existierte hier ein starkes Übergewicht der Rechtshistoriker gegenüber den Vertretern der rechtsdogmatischen Fächer. Aber auch die rechtshistorische Forschung an der Akademie war quantitativ eher unbedeutend. Anhand der Wahlakten, aus denen ersichtlichwird, wer wen zurWahl vorschlug, konnten Netzwerkeausgemachtwerden,diemitanderendurchauskorrespondierten:So warenvonden 38 Juristen, die zwischen 1919 und 1938 in die philosophisch- historischeKlassederAkademiegewähltwurden, 13 auchMitgliederdes anti- semitischen»DeutschenKlubs«. *** WortspielmitdemGassennamengehandelthaben;heutebefindetsichandieserAdressedas armenischeRestaurant»Tiflis«. ZusammenfassungundSchlussbetrachtung754
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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