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Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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124 Invalidenschulung Salzburg65 und installierte Vertreter „in Angelegenheiten der Invalidenschulen“.66 Diese sollten als Bindeglieder der dezentral aufgebauten Aktion fungieren, von der man von Anfang an auch annahm, dass sie nicht auf die Kriegszeit beschränkt blei- ben würde.67 Die neuen Lernmöglichkeiten wurden in den Sanitätsanstalten über Plakate, Broschüren, Flugblätter und Wandervorträge beworben.68 Partner des Staates bei der Invalidenschulaktion waren nicht nur die Schulen des öffentlichen Bildungswesens  – allen voran die etwa 150 Staatsgewerbeschulen und Gewerbeförderungsinstitute der österreichischen Reichshälfte,69 die meisten von ih- nen im hoch industrialisierten Böhmen gelegen70  –, sondern auch private Lehran- stalten und Initiativen.71 Die Lehrer wurden entweder von der Armee gestellt72 oder und wurde von Dr. Rudolf Bernhart geleitet. Die Kurse (Buchhaltung, Kalkulation, Geschäftskorrespon- denz, baugewerbliches/mechanisch-technisches/dekoratives Zeichnen sowie Fachzeichnen für Tischler, Maschinschreiben und Stenografie) begannen im November 1915 ; K.k. Ministerium des Innern, Mit- teilungen, 1915, S.  66. 65 Die Salzburger Schule war im Gebäude der Staatsgewerbeschule (Rudolfskai 42) untergebracht, das zu jener Zeit als Abteilung des Reservespitals genutzt wurde ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1916, S.  91. 66 Ebd., S.  139. Ursprünglich : „Vertrauensmann des Ministeriums für öffentliche Arbeiten in Angelegen- heiten der Invalidenschulen“ ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1915, S.  65. Diese Funktion bekleideten unter anderem Mauritz Balzarek und Franz Stifter. Der Oberösterreicher Balzarek (1872– 1945) war Architekt, Otto-Wagner-Schüler und Leiter der k. k. Staatsgewerbeschule in Linz, an die auch eine Invalidenschule angeschlossen war ; AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1363, 24699/1918. Stifter, der die Funktion seit Juni 1917 innehatte, war Schulrat in Oberösterreich ; ebd., Kt. 1363, 26460/1918. 67 K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1915, S.  23. 68 Beispiele aus Böhmen : „Wie führen wir die Kriegsbeschädigten wieder in ihr Berufsleben zurück“ (Broschüre), „Einige Winke für schwer verwundete Soldaten“, „An die Kriegsbeschädigten aus unserer Land- und Forstwirtschaft“ (Flugblätter) ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1917, S.  343. Für Niederösterreich (Plakate) siehe K.k. Ministerium für soziale Fürsorge, Mitteilungen, 1918, S.  129 ; AT- OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1360, 11941/1918. Zu den Wandervorträgen siehe K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1917, S.  335. 69 K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1915, S.  23. 70 Ebd., S.  71. In den südlichen Kronländern wurden die wenigsten Kurse für Kriegsbeschädigte angebo- ten ; in Krain etwa begann die Invalidenschulung erst Anfang 1918 ; AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1361, 14921/1918 ; ebd., Kt. 1358, 3659/1918. 71 Zwei Beispiele : Der Arbeitsausschuss für Soldatenunterricht des Patriotischen Hilfsvereins vom Roten Kreuze für Niederösterreich bot Analphabeten-, Deutsch-, Kalkulations-, Sprach-, Maschinschreib- und Stenografiekurse sowie eigene Kurse für kriegsbeschädigte Offiziere an ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1916, S.  208f. Nach eigenen Angaben hatte dieser Verein während des Krieges insgesamt 14.000 Männer unterrichtet ; AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1364, 1475/1918, Arbeitsausschuss an StAfsF v. 14.11.1918.  – Der Verein „Die Technik für die Kriegsinvaliden“ richtete im Reservespital Nr. 6 des Roten Kreuzes (Wien VI, Mollardgasse 87) Lehr- und Versuchswerkstätten für Kriegsbeschädigte ein ; K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1915, S.  7. 72 Das begrüßten die Landeskommissionen, denn sie wären budgetär nicht in der Lage gewesen, zwecks
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
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