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Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Seite - 176 -
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176 Die Verwaltung : Schwachpunkt der sozialen Kriegsbeschädigtenfürsorge rien zusammen. Die Teilnehmer der Unterredung zogen Bilanz über die bisherige Ar- beit der Landeskommissionen, tauschten Erfahrungen aus und besprachen mögliche Schwierigkeiten der Kriegsbeschädigtenfürsorge nach der Demobilisierung. Konkrete Ergebnisse gab es keine, doch zeigten die verschiedenen Wortmeldungen die Prob- leme deutlich auf. Während der Innenminister in seinem Einleitungsvortrag noch be- tonte, dass es den Landeskommissionen gelungen sei, „aus dem Nichts eine vollendete Sozialeinrichtung zu schaffen“, dass „volle Arbeit geleistet“ worden sei und „Öster- reich auf diesem Gebiete führend und beispielgebend vorangegangen“ sei,20 vermit- teln die nachfolgenden Berichte und Beiträge ein äußerst durchwachsenes Bild und geben sich deutlich weniger euphorisch. Positiv vermerkt wurde lediglich, dass sich die Landeskommissionen mittlerweile tatsächlich zu Zentren der Kriegsbeschädigtenfür- sorge entwickelt hatten und  – wie Rudolf Graf Attems, Administrativer Referent der oberösterreichischen Landeskommission, feststellte  – von den karitativen Vereinen als logische koordinierende Organisationen für alle Bestrebungen auf diesem Sektor wahrgenommen wurden. Auch Aspekte, die nicht unmittelbar in den 1915 definierten Aufgabenbereich der Landeskommissionen fielen, wie beispielsweise die Förderung von Kriegerheimstätten oder Kriegsinvalidenerwerbsgenossenschaften, würden inzwi- schen an die Landeskommissionen herangetragen.21 Doch abseits dieser positiven Worte gab es fundamentale Kritik, und diese kam vor allem aus Böhmen. Dort hatte Hauptmann Karl Eger, der Invalidenfürsorgereferent des Militärkommandos Leitmeritz22 und ehemalige Volksschullehrer,23 im Bereich seines Militärkommandos eine offenbar relativ gut funktionierende Verwaltungsstruk- tur mit Ortsstellen und einer äußerst effizienten Evidenzführung ins Leben gerufen.24 Eger arbeitete eng mit dem bei der Sitzung ebenfalls anwesenden Robert Marschner25 zusammen, der als Direktor der Arbeiterunfallversicherungsanstalt für das Königreich Böhmen zugleich Büroleiter der Staatlichen Landeszentrale für das Königreich Böh- cher Vorsitzender der oberösterreichischen Landeskommission zur Fürsorge für heimkehrende Krieger ; ebd., Kt. 1363, 24699/1918, Jahresbericht 1917 oö. Landeskommission, S.  3. 20 Alle Zitate : K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen über Fürsorge für Kriegsbeschädigte, Wien 1917, S.  262. 21 K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen, 1917, S.  263. 22 „Referent für Kriegsbeschädigtenfürsorge beim k. u. k. Militärkommando Leitmeritz“. Leitmeritz, tschech. Litoměřice. 23 AT-OeStA/AdR BMfsV Kb, Kt. 1356, 1808/1918. 24 K.k. Ministerium des Innern, Mitteilungen über Fürsorge für Kriegsbeschädigte, Wien 1916, S.  166– 169. 25 Robert Marschner (*4.7.1865, †8.9.1934), Jurist, 1909–1919 leitender Direktor der AUVA in Prag, war Organisator der Kriegsbeschädigtenfürsorge in Böhmen ; Österreichisches biographisches Lexikon, Bd.  6, Wien 1974, S.  111.
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
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