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Die Wundes des Staates - Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
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281Spaltungen und Einigungsversuche : 1919–1920 9.1.2.2 Die „Intellektuellen“ Nicht ihre im Krieg erlittene Beschädigung, sondern ihr gesellschaftlicher Status ver- einte eine andere Gruppe von Kriegsbeschädigten : Der im Herbst 1919 gegründete Verband kriegsbeschädigter Intellektueller126 war vor allem eine Standesvertretung ehe- maliger Berufs- und Reserveoffiziere. Laut Statuten stand er zwar jedem Kriegsbe- schädigten offen, „welcher sich als Intellektueller fühlt“,127 womit alle „Kriegsopfer der Intelligenz- und Mittelstandskreise“128 gemeint waren, in der Praxis bildeten jedoch gehobene Berufsmilitärs den Großteil der Mitglieder und auch in der 1924 geschaf- fenen selbstständigen Hinterbliebenenvereinigung der Organisation überwogen die Offizierswitwen.129 Die Funktionäre des Vereins entstammten ebenfalls durchwegs der Offiziersklasse.130 Erster Obmann war der bei Kriegsende 66-jährige Feldmarschall- leutnant d. R. Wilhelm Raft ;131 ihm folgten von 1924 bis 1934 der um 26 Jahre jün- gere Oberstleutnant d. R. Josef Kramer132 und dann noch für kurze Zeit Alois Czulik, Generalmajor d. R.;133 als langjährige Obfrau der Hinterbliebenenvereinigung am- tierte die Oberstwitwe Emilie Rona.134 Wichtig war auch der Ehrenpräsident des Ver- 126 Im November 1920 Namensabänderung in Reichsverband kriegsbeschädigter Intellektueller Öster- reichs, Witwen und Waisen nach solchen, im Mai 1927 in Reichsverband kriegsbeschädigter Intel- lektueller Österreichs und Vereinigung der Hinterbliebenen ; AT-OeStA/AdR BKA BKA-I BPDion Wien VB, VIII 2910 (Reichsverband der kriegsbeschädigten Intellektuellen Österreichs). 127 Ebd., Satzungen 1928 ; ordentliche Mitglieder konnten nur Personen werden, die als Kriegsbeschädigte oder Hinterbliebene im Sinne des IEG anerkannt waren. 128 „XII. ordentliche Vollversammlung (Verbandstag) am 24. März 1930“, in : Nachrichten Reichsverband, Folge 16 v. 5.7.1930, S.  1f, hier S.  2 129 „Zur zehnten Jahreswende der Gründung unseres Verbandes“, in : ebd., Nr. 14 v. 16.11.1929, S.  1f. 130 AT-OeStA/AdR BKA BKA-I BPDion Wien VB, VIII 2910 (Reichsverband der kriegsbeschädigten Intellektuellen Österreichs). Vereinsadressen in chronologischer Reihenfolge : Wien I, Stephansplatz 3 ; Wien VII, Stiftskaserne ; Wien VI, Gumpendorferstraße 1 ; Wien VI, Getreidemarkt 9. 131 Wilhelm Raft (*1852 Siebenbürgen, †1933 Mauer bei Wien), 1911 in den Ruhestand versetzt, wurde bei Kriegsbeginn wieder aktiviert. Schon im ersten Kriegsjahr geriet er  – „unverwundet, jedoch in schwerkrankem Zustande“  – in russische Kriegsgefangenschaft und kam 1916 als Austauschinvalider frei ; AT-OeStA/KA Pers Quall, Wilhelm Raft. 132 Josef Kramer (*5.5.1878 Franzensfeste/Tirol) trat 1898 aus der Kadettenschule in das Heer ein ; AT- OeStA/KA Pers Quall, Josef Kramer (früher : Kramar). 133 Alois Czulik (*3.10.1868 Leipnik in Mähren) trat am 10.10.1885 in das Heer ein. Er wurde im Krieg 1914 das erste Mal verwundet, dann superarbitriert, aber schon 1916 wieder in den Präsenzstand ver- setzt und erlitt nur drei Monate danach eine neuerliche Schussfraktur. Die letzten Kriegsjahre ver- bracht er als Leiter eines Übernahmekommandos für Austauschinvalide und Delegierter des Roten Kreuzes ; AT-OeStA/KA Pers Quall, Alois Czulik. 134 AT-OeStA/AdR BKA BKA-I BPDion Wien VB, VIII 2910 (Reichsverband der kriegsbeschädigten Intellektuellen Österreichs), Wahlanzeigen.
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Die Wundes des Staates Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Entnommen aus der FWF-E-Book-Library
Titel
Die Wundes des Staates
Untertitel
Kriegsopfer und Sozialstaat in Österreich 1914–1938
Autoren
Verena Pawlowsky
Harald Wendelin
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2015
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC 3.0
ISBN
978-3-205-79598-8
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
586
Kategorien
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