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Modell. Studien im Dränge zn schaffen, in
der Anregung durch classische LcctĂĽre entstan-
den. Diese Basreliefs fanden eine Stelle in
der Villa Rezzonico bei Bassano. Nocchi,
Domcnico del Frate, Pi ro l i und Fon-
tana haben dieselben, die letzteren zwei nur
im Umrisse, gestochen); — „Amor und
Psyche" (stehende Gruppe; befand sich im
Palaste zu Compiegne); — ^„Denkmal
des Bischofs Giustiniani" (Basrelief
in der ConsreFaiione äi C.aritä. zu Padua);
— t8tt0. „Amor und Psyche" (Wieder-
holung der Gruppe vom Jahre 1797 fĂĽr die
Kaiserin Iosephine, kam mit den Schätzen
von Malmaison nach Petersburg. Als C. zum
ersten Male nach Paris reiste (l803), so
mißfielen ihm die Gewänder an dieser Gruppe
und erschienen ihm formlos. Er lieh sich das
Werkzeug und fuhr jeden Morgen in einem
gemietheten Cabriolet nach Villers, um fo
viel er es vermochte, die schlechte Drappcrie
zu verbessern. ^Stendhals „Spaziergänge
in Rom".i Vergl. darĂĽber: Der FreimĂĽthige
(Berlin, 4°.) 1803, Nr. 103: „Ueber den
Bildhauer Canovam Rom"); — -^„Kreuz-
abnahme" (Basreliefs-Modell, später für
G. Widm an in Venedig von Ant. d'Este
in Marmor ausgeführt); — „Perseus mit
dem Haupte der Medusa" (Marmor-
statue. Ging aus der Skizze eines Mars her-
vor; wurde vom Papste Pins VII. gekauft,
im Cortile des Batican-Museums aufgestellt,
und zwar anfänglich an dcr Stelle, wo der
berühmte Apollo stand, dcr mit andern Schä-
tzen nach Paris gewandert; als er später, auf
seine alte Stelle durch C. selbst wiedergebracht,
zurĂĽckkehrte, erhielt er seinen Platz ihm gegen-
über); — „Die Athleten Kreugas und
Domo;enos" (Marmorgruppe, im Auftrage
des h. Vaters Pius VII. gekauft, befindet
sich im Vatican. Einen AbgnĂź davon schickte
C. nach Venedig, einen nach Paris, wo die
allgemeine Stimme mit dem Lobe von Qua-
tremore de Quincy nicht ĂĽbereinstimmte.
Vergleiche Journal des Luxus und der Mode
Weimar, 8°.) 1804, S. 417); — „Ko-
lossal - Statue des Königs Ferdi-
nand von Neapel" (im Gebäude der
8tuä^ zu Neapel); — „Pcrseus" (Wieder-
holung der obigen Statue für die Gräfin
Tarnowska in Warschau); — ^„Padua"
(Statue in Marmor fĂĽr die Stadt Padua,
wofĂĽr diese den KĂĽnstler durch seine im rr^tn
äe1i2. Vals aufgestellte Statue auszeichnete);
— 18ftt. „Herkules, die eignen Kinder
tö d tend" (Basreliefs - Modell); — 4802.
^„Herkules und Lykas"(kolossaleGruppe.
Das Modell in der Akademie dcr bildenden KĂĽnste zu Venedig, in der 82.1a nuova. Nu
Geschenk seines Bruders. Die Gruppe ist im
Auftrage des Banquier Torlonia in Neapel
in Marmor ausgefĂĽhrt. Bergl. darĂĽber: Der
Freimüthige (Berlin) 1803, Nr. 103.- „Ueber
den Bildhauer Canova in Nom", mit beilie-
gendem Kupferstich);—1803. „Napoleon"
(mit Scepter und Reichsapfel, und einem
Genius, dcr einen Palmzweig und die Krone
trägt. Kolossale Statue. Das Urtheil franz.
Kritiker ist diesen: Werke C.'s ungĂĽnstig, selbst
Napoleon bemerkte lächelnd, als er sie sah:
«Qanova oroit äano gu6 ^o tais mss ean-
huotes ä, aoupg äo poinss." Nach der Schlacht
von Austerlitz kam diese Statue sonderbarer
Weise in den Besitz Wellingtons.-i-Ein
Broncegntz darnach im Palaste der Lrera. zu
Mailand. Der Kopf der Statue zählt zu den
gelungensten Arbeiten des KĂĽnstlers und gibt
in der GroĂźartigkeit der Formen den indivi-
duellen Charakter des Helden mit idealisiren-
der Wahrheit wieder. GroĂźe Anstrengung
kostete den KĂĽnstler die Charakteristik dcr
Augen, so bezeichnend ooc^ äi xsseo morto
genannt. lVcrgl. Lit. Conversat. Blatt, 1823,
Nr. 187, Mittheilung von Friderike Brun.)
Als sie, um zur See nach Frankreich versandt
zu werden, auf die Tiber an Bord gebracht
wurde, da ward auf dem Schiffe eine Vor-
richtung getroffen, vermittelst welcher man sie
innerhalb drei Minuten in's Meer versenken
konnte, falls man zu heiĂź von den englischen
Kriegsschiffen verfolgt wĂĽrde. ^Stendhals
„Spaziergänge in Nom", Globe 1829)); —
1804. ^„Palamedes" (Statue für den
Grafen Sommariva. Sie stĂĽrzte in der
Werkstatt C.'s vom Gestelle und zerbrach in
zwei Stücke. C. wäre fast ein Opfer des Un-
falls geworden. C. wollte sie durch eine andere
ersetzen, aber der Graf, in seiner Verehrung
fĂĽr C., beredete ihn, sic nur zusammenzufĂĽ-
gen, und darauf kam sie in die berĂĽhmte
Villa Sommariva's am Comcrsee); —
1805. „Pius VII." (Büste von C. dem
Kaiser Napoleon verehrt. Dazu diente das
StĂĽck Marmor, das unter den Armen der
N ad oleons - Statue herausgefallen ist.
^Stcndhals „Spaziergänge in Rom",
Globe 182V; — *„Vüste deS Kaiser
Franz" (anfänglich für die St. Markus-
Bibliothel in Venedig bestimmt, kam sie
dann nach Wien); — ^„Mausoleum
der Erzherzogin Christine" (in der
Augustinerkirchc zu Wicn. Der KĂĽnstler stellte
das Denkmal in Wien selbst auf; reich be-
schenkte ihn der Herzog Albert von Sachsen-
Teschen dafĂĽr. KĂĽnstler und Kunstfreunde
feierten seine Anwesenheit. C.'s Selbstkrit^
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon