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italienischen und mehrere französische
Journale hatten diese Erklärung C.'s
abgedruckt und die vonVombet' s Bru>
der im ^ournki äo ?lg.no6 September
1816 abgedruckte Entgegnung ist nicht
geeignet, C.'s Eigenthum in Frage zu
stellen. C.'s Werk über Haydn hat aber
einen bleibenden Werth, erstens durch
die richtige, ja originelle Auffassung
Hahdns, dann aber durch die feinen
Beobachtungen über die Tonkunst, durch
deren Geschichte in der Haydn'schen
Epoche und durch die vollständige Ueber-
sicht der Werke Haydns. Von der Zeit
an, als C. seinen bleibenden Wohnsitz in
Wien aufgeschlagen, beschäftigte er sich
mit
literarischen Arbeiten und gerieth, als
Andreas Majer in seiner Vertheidigung
der venezianischen Malelschule Tizians
allen Idealismus in der Kunst verurtheilte,
mit diesem in eine Polemik, deren Ergeb
niß die Schrift war: „^
ovvero lettsrs in con/utaHions clslls
1819, 8".). In einen anderen
Streit gerieth er später gleichfalls mit
Majer wegen derMusikNossini's, und
deren Ausgangspunkt war ein analoges
Werk:
(?2.äu^1824,8°.). Trotz dieser
Fehden, die auf beiden Seiten mit Schärfe
geführt wurden, bewies C. ein sehr ver-
söhnliches Gemüth, denn im Testamente
hinterließ er Majer seine Büste, ein
Meisterwerk Canova's. Die Arbeiten
C.'s sind so zahlreich und darunter eine
so große Menge von Uebersetzungen, daß
es überflüssig wäre, sie alle anzuführen,
doch die wichtigen Originalschriften, na-
mentlich jene über Kunst sollen vollstän-
dig folgen. Er schrieb: „Dramatische Grklii-
nmg des Grabmales der Grzhrrlllgin Hhristinr
um Ganllua in drei sprachen: deutsch, italienisch
M französisch" (Wien 1806, Degen, 4°.); Storno la Ma i^sT'a e lo Ftils ma-
^ cli Hson^a". — Außer-
dem viele Textbücher für Opern, Canta-
ten und Oratorien von Hahdn, Weigl,
Pasr, Pavesi, und mehrere Original-
dichtungen sowohl in italienischer Sprache
als im Mailänder Dialecte, als: „1,'in-
Gedicht in drei Gesängen; — ^ a
Oeftr. National-Encytlopädie (von Gräffer
u. Czilann), (Wien 1835, 6 Bde.) I. Bd.
S. 47? snach diesem geb. 28. Juni 1752,
gest. 22. Juni 18251. — FNis, LiossraMs
Fänsrals äes Hlusieisns. — VioLra^io äs»
komme«, vivautg (?ari31816, <5.1 .^ WoliHuä,
8°.) II. Vä. 8. 56. — ^ouan^s (cka l^ee) ot
öo«^guslot (F'sliH), I<H littöraturv lranxaigs
contsinporHius 1827—1844 (?ari8 1846, 8°.)
II. Nä. 8. 526. — NncieioeeäiH itailHUH (Vs-
ueäie 1853 u. l., lasso) k280. 266, 8. 343
Carpani, Johann Palamedes (Ar-
chäolog und Bibliothekar, geb. zu
Mailand um das Jahr 1764, gest.
ebendaselbst (?). War einer der Biblio-
thekare an der Brera. Er hat sich durch
Herausgabe eines Werkes, welches 1812
in der Sammlung der Olas
herauskam, nämlich: „?iita äi
Mni. Icn'tta cla 5s Ftsno", ein eigenes
Verdienst erworben. Cellini's Leben
besitzt durch die Freimüthigkeit der Be-
kenntnisse einen eigenthümlichen Werth.
Während seines Aufenthaltes am Hofe
des Königs Franz I. erwähnt er viele
Oertlichkeiten von Paris und Fontaine-
blean, die mit seinen Erlebnissen in Ver-
bindung standen, deren Zweck und Namen
sich aber im Wechsel der Zeit verloren,
dadurch aber auch dem Buche Cellini's
jenes Interesse benommen haben, das
durch eine genaue Kenntniß der Locali-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon