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Theaterdichter und von fast allen Wiener
Theater-Zetteln, seit 1600 bis auf die
Gegenwart. Diese Sammlung brachte die
k. k. Hofbibliothek käuflich an sich; eine
zweite von Dosen — 1800 Stücke — die
nicht blos als Curiositätensammlung, son-
dern als ein StĂĽck Wiener Kunstgeschichte
seltenen Werth besitzt; 300 StĂĽcke sind
mit Oelbildern von den ersten KĂĽnstlern
Wiens, als WaldmĂĽller, Barbarini,
bePian, Wutky, Ranftl, Krafft,
Fischbach,Kobell, Dallinger, Frl.
von Koudelka, Schwemminger,
Gau ermann; und von Ausländern, wie
Canella, Brioschi, Marco u. a.
geschmĂĽckt. AuĂźerdem besitzt diese Samm-
lung andere Curiosa, u. a. Moliere's
Tabaksdose; Dosen in Steinglas, eine
neue Erfindung eines böhmischen Glas-
fabrikanten u. d. m. Ioh. Gabr. Seidl,
dessen Angaben in dieser Skizze zunächst
benĂĽtzt wurden,
charakterisirt
den Schrift-
steller C. folgender Maßen: „Castelli
war unbedingt der populärste Dichter Oe-
sterreichs, als der er durch ununterbrochen
freundschaftlichen Verkehr mit allen lite-
rarischen Notabilitäten des Auslands nicht
wenig dazu beitrug, dem östr. Volkscharak-
ter auch auswärts Klang und Geltung
zu verschaffen. Das österreichische Element
prävalirt in ihm so sehr, daß es sogar
jenen seiner Arbeiten, die er gewiĂź selbst
nicht als strenge Originale sich
vindicireu
wollte, einen gewissen Zug von UrsprĂĽng-
lichkeit verleiht, den C.'s Feder nicht ver-
kennen läßt." An Ehren fehlte es dem
humanen Schriftsteller auch nicht, Kunst-,
gelehrte Vereine, literarische und huma-
nistische Institute sandten C. ihre Diplome
zu; die Stadt Wien verlieh ihm 1835
das EhrenbĂĽrgerrecht, 1809 erhielt er die
silberne Aufgebotsmedaille. Sein eigener
Monarch schmĂĽckte ihn noch am Abend
seines Lebens mit dem Franz Iosefthorden,
während andere Fürsten ihn schon früher
mit ihren Decorationen ausgezeichnet. Album österreichischer Dichter (Wien, Pfautsch
und Voß, 8°.) I. Bd. S. 215: „Biographie"
von Ioh. Gabr. Seidl. — Oeftr. National-
Encyklopädie (von Gräffer und Czitann),
(Wien 1835, 6 Bde.) I. Bd. S. 484 und
VI. Bd. Suppl. S. 390. — Meyer (I.),
Das groĂźe Conversations-Lexikon fĂĽr gebildete
Stände (Hildburghausen 1852, Vibl. Inst.,
Lex. 8°.) VII. Bd. 1. Abtheil. S. 623. —
(Brockhaus) Conversations-Lexikon (10. Aufl.)
I I I . Bd. S. 707. — Wigands Conversa-
tions - Lexikon für die gebildeten Stände
(Leipzig 1847 u. f., gr.8°.) III. Bd. S. 136.—
Frankl (L.A.Vr.), Sonntagsblätter (Wien,
8°.) 1845, S. 955; 1846, S. 1079; 1847,
S. 243: „Gefundenes und Empfundenes.
Skizzen aus meinem Leben", von Castelli.
lUeberhaupt enthalten die Sonntagsblätter
von ihrem Entstehen an (1842—47) zahlreiche
Mittheilungen aus den Erlebnissen des Dich-
ters von ihm selbst aufgezeichnet.) — Wiener
Courier 1856, Nr. 218: „Castelli's Dosen-
Sammlung." — Novellen - Zeitung (Leipzig,
redig, von Nob. Giesecke) 1854 sgibt irrig
den 6. März 1781 als Castelli's Geburts-
tag an). — Frankfurter Conversationsblatt
1842, Nr. 189: „Mein Porträt, von mir
selbst entworfen, fĂĽr diejenigen, welche mich
noch nicht kennen", von Castelli lging aus
der „Wiener Zeitschrift für Kunst u. Literatur"
in dieses und andere deutsche Blätter über,
worin sich C. in ĂĽbergroĂźer Bescheidenheit
selbst folgende Grabschrift am SchlĂĽsse setzt:
„Hier liegt ein Mann, der treu ergeben
Der Kunst gewesen und der Ehr',
Er war nicht viel in seinem Leben
Und jetzo ist er gar nichts mehr"). —
S ch i l l in g (G. Dr.), Das musikalische Europa
(Speyer 1842, F. C. Neidhard, gr. 8".) S. 63.
— Henze (Adolph), Die Handschriften der
deutschen Dichter und Dichterinnen (Leipzig
1855, 8°.) S. 20, Facsimile seines Namen-
zugs Mrakterisirt seine Schrift folgender
Maßen: „Schrift mit Bonhomie und gemüth-
licher Laune"^. — AouvoUs LioxrIMis ßs-
nsrais ... xndiiso 80U5 1a äirftotioQ cls
2l. 1s Dr. lloftsr (Varig 1853) IX. Lä.
8p. 98 ldie öffentliche Inachterklärung C.'s
und der Auftrag, ihn seiner Kriegslieder we-
gen (siehe die Biographie) unter ein Kriegs-
gericht zu stellen, thut dieses französ. Lexikon
folgender Maßen ab: «Leg obants äe gnorro
pour I'ariu.66 NutriedisniiO, äont 1o Fou-
vei-neiQLut äs sou, pa?8 üt rspanärs äss
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äonkkrent ä. Ieu.r anteur nnä sorts H'iN-
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is,« Jeder Franzose wäre im Gegen-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon