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sisch und lächerlich gekleidete Figur mit
einem Homerskopfe vor, darunter stand:
„Der übersetzte Homer". C. nahm den
gelungenen Spott, fĂĽr dessen Urheber
Monti gehalten wurde, mit Heiterkeit
ans. Hingegen sind die der Uebersctzung
Homers beigegebenen Abhandlungen das
Resnlrat groĂźer und seltener Gelehrsam-
keit und erwarb
sich
C. damit ein wesent-
liches Verdienst mn den unsterblichen
Sänger derIlias.— Auch
Hnwsnaie" hat C. keinen sehr glĂĽcklichen
Wurf gethan. Die „Umschreibungen, Er-
weiterungen , Verfeinerungen und Unter-
schiebungen eigener Gedanken" verderben,
wie Ugoni bemerkt, den Styl der Satire.
— Die Uebersetzung des „Dsmo^e^s"
umfaĂźt nicht alle Reden des griechischen
Redners, die Philippiken sind vollstän-
dig, von den ĂĽbrigen sind nur AuszĂĽge
sowie die Uebertragungen der wichti-
geren Stellen mitgetheilt. Die erstern,
meinte C., umfassen die ruhmvolle Lauf-
bahn des Demosthenes, die audern er-
scheinen ihm ),/o,'F6 H«F5cienti aiia/ama
cii «n Hcito/- 5«baits^!<?^. — Der ,^c»'F0
H lstts^aw?-« ^scK" enthält eine glück-
liche Auswahl vou dem Besten und Treff-
lichsten ans der griechischen Literatur. —
Das „^)l'Ftola?-w" umfaßt ein reiches
kritisches Matcriale, dem der philoso-
phische Scharfblick nnd die groĂźe Gelehr-
samkeit C.'s noch jetzt Werth nnd Gewicht
verleihen. — In der „Kela^ioni acaäe-
nn'c/zs" ist in 18 Uebersichten Alles was
in den Privatsitzungen der Paduaner Aka-
demie seit 1780—1798 geleistet worden,
mit Geist nnd Geschick zusammengefaĂźt;
auch schrieb C. als Secretär der Aka-
demie mehrere No^ia von Akademikern,
unter denen jenes des Abatc Olivi das
bedeutendste ist. — Von dem Werke:
„I^'ts cösi^'iiTN üento ^onte/^ci^ bemerkt
ein Kritiker: olis non MOAiovarinoito
N6 3.11a ooAkiaioQe äeiiN stoi'ik ris 3.11a.
^ 6 . — S e i n e i) halten Gedichte, worin er sich Petrarca,
Ossian zum Muster genommen; — sein
auf Napoleon verfaßtes Gedicht: „F^o-
nett"^ welches so viel bedentet als krov-
viäoukä fand vor der Kritik wenig Gnade,
und Sir Hobhonse bemerkt aus AnlaĂź
desselben: „als endlich Bonaparte Kaiser
und abermals Herr der venezianischen
Gebiete wurde, machte er C. zum Com-
mandeur von einem seiner Orden und be-
willigte ihm eine Pension, um
sich seiuer
Dankbarkeit und seiner Lobestrompete zu
versichern. — Die „^e^ione cli ti-s t?'a-
geHs H ^oitm>6^ enthält die Ueber-
setznug der Semiramis, des Mohamed
und Cäsars Tod, und Voltaire schrieb
an C. darĂĽber einen seiner sĂĽĂźlichsten
Briefe. C. lebte in einer stĂĽrmischen,
wechselvollen Zeit. In seiner sauften Ge-
mĂĽthsart und ausgesprochenen Liebe zum
Frieden und häuslichen Ungestörtheit ist
wohl znnächst die Ursache des ihm vorge-
worfenen politischen Verhaltens zu su-
chen. Er war durch und durch BĂĽcher-
mensch; plötzlich ohne zu wollen in den
Strudel der politischen Ereignisse gewor-
fen, hielt er es immer mit der herrschen-
den Partei und besang hcnte die NĂĽssen
und Oesterreicher, in deren Macht er sich
eben befand, und morgen Napoleon, als
dieser als Sieger ĂĽber Italien trium-
PHirte.
Dciibiel i (<?it<6.)i Nlsinai'is intoruo 3,11a vita
eä ÄFii 8tuH äeii' H.d. VIeictnor (üesarotti
(?«.clova nei Lsunuario, 1810). — Derselbe:
NI0310 t'uuebrQ (L2,5L2.uo 1809, 4".). — Archiu
fĂĽr Geographie, Historie, Staats- u. Kriegs-
kunst, II. Jahrg. (Wien, Strauß, 4°.) 1811,
S. 3Z3 und 346: „Leben und Studien des
Abts Melchior Cesarotti" sAuszug aus B a r-
bieri's vorerwähnter Schrift). — H^eg^slli
i^iliaiiio), Opsi-e (?2.6u2. 1831, vi'uok äer
Zlinorva, 8".) I. Lä. 8. 241: »Vita 6i Noi-
cliior Oe3il,rotti« l^auch besonders „^ 10310"^
(Venedig 1817, 5".). — 5Xll,^ulll, ttiaolbat-
iista^ 8-2,331« so r^a. 1a. vita, 5 1ü operö äsil'
^dats NoiH. Os82.rotti (LĂĽr^iuo 1809, 8".).
— Ü.ll.oo0itil. äe' olassici itaUaui äei äeoolo
XVIII: »0i»Vre scelw äi U. OssarotU« fta-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon