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rückte er bis zum Jahre 1797 zum Feuer-
werker vor. Als im ftoilo äi sposik —
im August 1799 — die Stadt Venere,
und mehrere benachbarte Forts bereits
gefallen waren, blieb nur noch das Fort
Sta. Maria übrig, welches OberstO r as-
kowich beschießen ließ. Bei dieser Ge-
legenheit zeichnete sich der Feuerwerker
Ch. aus, der mit rastloser Thätigkeit nicht
nur bei dem Batterienbaue auf felsigem
Gebirge seltene Energie bewies, souderu
bei dem Mangel brauchbaren Geschützes
die vorgefundenen vernagelten Kanonen
ausbohren, die zertrümmerten Lafetten
zusammensetzen und repariren, und ein
und das andere
stückweise
durch Menschen
und Thiere auf dic hohen Felsenrücken
aufziehen licß. C. erhielt hierfür im April
1800 die goldene Militär-Tapferkeits-
medaille, rückte mit 11. Febr. 1803 zum
Oberfeuerwerker vor, uud ward mit 18.
Sept. 1805 als Unterlient. zum ersten
Feld-Artillerie-Regimente übersetzt. Im
Jahre 1805 stand C. bei der Armee in
Italien, uud zeichnete sich bei den Gär-
ten jenseits derBrenta am 4. Novem-
ber aus. Er commcmdirte eine Cavalle«
riebatterie von vier sechspfüudigen Ka-
nonen und zwei siebenpfüudigeu Hau-
bitzen. Die Stellung, die er erhalten hatte,
nützte in der Situation wenig; ohne einen
Befehl abzuwarten, rückte er selbst in das
erste Treffen, wodurch er in den Stand
gesetzt wurde, den Feind energisch zu be-
schießen und den Rückzug der Seinigen
zu unterstützen. Als auch eine feindliche
reitende Batterie mit neun Geschützen
erschien, u. durch ihr mörderisches Feuer
die zum Abwerfeu der Brücke in Bereib
schaft
stehenden Kroaten an der Ausfüh-
rung dieses Vorhabens hindern wollte,
da richtete C. seine sechs Geschütze gegen
die heftig eindringende feindliche Infan-
terie und beschoß dieselbe mit Kartätschen,
feuerte seine Artillerie-Mannschaft, gegen
welche der Feind sein Geschützfeuer rich tete, zur größten Stand hastigkeit uud
Thätigkeit an, sprang dann vom Pfetde
und brachte die bereits wankend gewor-
denen Kroaten dnrch sein Beispiel und
seine Ansprache zum Stehen, ließ alle
Pfosten der Brücke abreißen und in
den Fluß werfen, wodurch der Uebergaug
des Fe'mdes über die Brenta vereitelt
wurde. C. wandte
sich hierauf wieder zu
seinen Geschützen, fand die nächst der
Brücke stehende Haubitze durch das hef-
tige Feuer des Fe'mdes von Mannschaft
entblößt, übernahm dabei die Vormeisters-
stelle , ließ durch die übrigen 5 Geschütze
immer eine Kanone des Feindes beschie-
ßen, so daß der Feind zum Rückzüge ge-
zwungen wurde; dann wurde die Brücke
abgetragen. Mit Tagesanbruch ging er
über die Piade, zerstörte dann die Pon-
tonbrücke daselbst, übernahm die Zerstö-
rung der Jochbrücke über den Taglia-
mento am 8. freiwillig, welche er bis an
die Oberfläche des Wassers abbrannte.
Den zweiten Tag erschien die mehrere
tausend Mann
starke feindliche Cavallerie,
welche beim Uebersetzen durch den Fluß
namhafte Verluste erlitt. Im I.1809 beim
Reservecorps des Generals der Cavallerie
Fürst Liechtenstein, hatte er mit sei-
ner Cavalleriebatterie in der Schlacht
beiAspern den Feind sieben Mal an-
gegriffen und seiner Cavallerie so viel
Schaden zugefügt, daß sie sich zurückzie-
hen mußte. Als am 22. Eßlingen von
allen Seiten mit Sturm angegriffen wer-
den sollte, und die attaquirende Infan-
terie im Augenblicke des Sturmes nur
drei Kanonen hatte, bot
sich C. freiwillig
an, den Angriff der Infanterie zu un-
terstützen, führte seine 1'/ , Batterien un-
ter Iubelgeschrei der durch seine Ansprache
entflammten Bedienungsmannschaft in
die nächste Nähe des Ortes, und durch
trefflich angebrachtes Kartätschenfeuer
fügte er dem Feinde so großen Schaden
zu, daß die Infanterie bereits theilweise in
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Bninski-Cordova, Band 2
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Bninski-Cordova
- Band
- 2
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1857
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 470
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon