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der Graf als Ordonanz-Officier zu Sr.
Majestät dem Kaiser Franz I. Seit
dieser Zeit hatte er beständige Dienste
in der unmittelbaren Nähe des Monar-
chen, begleitete diesen 1818 zum Con-
gresse nach Aachen, 1819 auf der Reise
nach Italien, 1820 zum Congresse nach
Troppau, 1821 nach Laibach, 1822 nach
Verona. Im I . 1823 wurde er Oberst-
lieutenant bei Wallmoden-Kürassieren
Nr. 6 und 1824 Dienstkämmerer bei
Sr. kaiserl. Hoheit Erzh. Franz Karl,
in welcher Anstellung er bis 1840 verblieb;
er wurde mittlerweile (1826) Oberst,
1832 General-Major, 1840 Feldmar-
schall-Lieutenant. Im 1.1848 begleitete
er den Hof nach Innsbruck und Olmütz,
wurde 1849 Militär - Commandant von
Oberösterreich u.Salzburg und 2. Inhaber
des Inf.-Reg. Großfürst Constantin
Nr. 18 und am 2. Febr. 1851 General
der Cavallerie und Capitän der Traban-
ten-Leibgarde. Im WIenden Jahre be-
reits entriß ihn im Alter von 61 Jahren
der Tod dem Staate und seiner Familie.
Hirtenfeld (I.), Der öftr. Militär-Kalender
lWien, Gerold, II. 8".) V. Jahrg. S. 108. —
Porträt. Facsimile des Namens: Nu^su 6rat
^Hikeuba?!! (Prinzhofer lith. 1853, Wien,
Fol.). — Ueber die Familie der Grafen F.
(Kneschle, Ernst Heinrich Prof.) Deutsche
Grafenhäuser (Leipzig 18Z2, Weigel, 8°.) I. Bd.
S. 227. — Gothaisch. genealog. Taschenbuch
der gräflichen Häuser (Gotha, Perthes, 32°.)
XII. Jahrg. (1839) S. 176 u. XXII. Jahrg.
(1849) S. 206. — Der Ursprung der Familie
wird bis in's 12. Jahrhundert zurückgeführt.
Ein Sigismund v. Falkenhayn (geb.
1609, gest. 26. Dec. 1659) erscheint als der
erste Freiherr. — Friedrich Freiherr v. F.
(geb. 1649) trat aus braunschweig-lünebur-
gischen in tais. Dienste, wurde Hofkriegsrath,
I. Aug. 1682 in den böhmischen und erblän-
dischen Herren- und Grafenftand, und 1690
in den Reichsgrafenstand erhoben. — Wappen.
Quadrirter Schild mit Herzschild. Im silber-
nen Herzschild ein rothes mit der Mündung
rechtsgelehrtes IägerHorn ohne (nach österr.
Zeichnungen mit) Beschlag und Rand. 1 u. 4
in Blau drei goldene schrägrechts hintereinan-
der gestellte Kugeln; 2. in Roth ein rechts-
getehrter vorschreitender silberner Löwe mit ausgeschlagener Zunge u. doppeltem Schweife;
3. von Silber und Schwarz quergetheilt und
darin ein linksgekehrtes Einhorn, dessen untere
Hälfte in einem gekrümmten Fischschwanze
endigt, mit gewechselten Tincturen. — Stand
der Familie. Graf Eugen war (seit 10. Dec.
1825) vermalt mit Vaseline Gräfin Colloredo»
Walllee (geb. 6. Aug. 1802, gest. 1. Dec. 1835).
Aus dieser Ehe stammen: Graf Franz (geb.
17. Nov. 1827), Rittmeister bei Graf Civa-
lart'Uhlanen Nr. 1, vermalt (seit 24. Mai
1854) mit Eleonore Gräfin Dietrichstein (geb.
2. Mai 1834); — Graf Jul ius (geb. 20.
Febr. 1829), Rittmeister bei Kaiser-Hußaren
Nr. 1 — und Graf Ladislaus (geb. 16.
März 1833), Oberlieutenant bei König von
Preußen-Hußaren Nr. 10. — Ein Bruder
des Grafen Eugen, Graf Johann Nep.
(geb. 6. Juli 1801) ist Feldmarschall-Lieute-
nant in der Armee und k. k. Kämmerer.
Falkenstein, Graf. Unter diesem
Namen reiste 1777 inooFniw Kaiser
Joseph nach Frankreich und in die
Schweiz. Er nahm diesen Namen, wie
man sagte absichtlich, nach der kleinsten
seiner Besitzungen an, nach der im Rhein-
kreis gelegenen jetzt baier'schen bis zum
Lüneviller Frieden (1801) österreichischen
Stadt Falkenstein; nach Andern, um dem
AndenkenWer ners von Falkenstein,
Erzbischofs von Mainz, der wesentlich
zur Erhebung Rndolphs von Habsburg
auf den deutschen Kaiserthron beigetra-
gen hatte, eine Huldigung zu zollen.
Realis, Curiositäten- und Memorabilien-
Lexilon von Wien (Wien 1846, Lex. 8°.) I. Bd.
S. 420 lenthä'lt interessante Einzelnheiteni.
— Frankl (Ludwig Aug.), Sonntagsblätter
1842, S. 838.
Falkner, Christian (Frühmesser
vul^o Höflichkeits-Professor, geb.
zu Niederthei im Oetzthale Tyrols
1. Jänner 1765, gest. zu Längenfeld
16. April 1855). Bauernsohn. Besuchte
die Ortsschule, beschäftigte
sich dann mit
der Weberei, die er zehn Jahre trieb, bis
er seinem Dränge zu studiren nimmer
gebieten konnte und im Alter von 27
Jahren von Neuem begann; u. z. zuerst
in Längenfeld, dann in Pfunds unter
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon