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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
Seite - 204 -
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204 ßischenMinistervonSchrötternndvon Voß verliehen. Die hinlängliche Muße, die ihm sein Amt ließ, verwendete er znr Organisirung des Freimaurcrthums, was ihm Anfeindungen von allen Seiten zu zog und zuletzt seinen Austritt aus allen Logen-Verbindungen (am 5. Sept. 1802) veranlaßte. Eine m jener Zeit unter- nommene Reise durch Teutschland brachte ihn mit den Koryphäen der Wissenschaft und Literatur in Verbindung u. A< mit Reimarus, Klopstock, Gleim, mit Tischbein, Jacobs, Schlichtegroll, mit Herder, Paulus, Schütz, Hufe- land, Schell ing, Schlegel. Tieck, Adelung und Maler Graf. Die Erin- nerungen an jene Reise und insbesondere an seine Gespräche mit Herder hatten den tiefsten Eindruck auf F. gemacht und in sein späteres Denken und Anschauen bestimmend eingegriffen. Am 22. Nov. 1802 hatte er sich zum zweiten Male und diesmal glücklich mit Karoline Marie Wegeli, einer Fabrikantentochter aus Berlin, vermalt. Unweit Berlin kaufte er 1803 ein kleines Freigut Kleinwall, aber als er den Gehalt, den ihm seine provisorische Stelle eintrug, wegen Auf- lösung derselben, verlor und die Kriegs- jahre das kleine Erträguiß seiner theuer gekauften Besitzung sehr schmälerten, ge- rieth F. in eine sebr bedrängte Lage, das Gut mußte er verkaufen und nur die Ergebung, mit welcher seine Frau das traurige Loos mit ihm theilte, hielt ihn selbst aufrecht. Damals lebte F. von lite- rarischen Arbeiten und in jene Zeit fallen die Romane: „Mölarb und Heimse"; — „Ghe- rrsill"; — „Nllnüvenwrll's mystische Nächte" ; — „Alllnza ckn der Wanderer nach Monserrat" Isiche S. 205 d), F.'s schöngeistige Schrif- teu). Schon stieg seine Noth am höchsten, als seine vor Jahren bereits erschienenen philologisch-orientalischen Arbeiten 1810 seine Berufung als Professor der orien- talischen Sprachen und Philosophie an die Alexander Newsky- Akademie zu St. Petersburg mit 2600 Rubeln Gehalt zur Folge hatten. Aber noch im nämlichen Jahre von einem seiner Collegen als An- hänger Fichte's verdächtigt, bat F. um seine Entlassung und wurde mit gleichem Gehalt als Correspondent bei der Gesetz- commission angestellt. Zugleich blieb ihm die Wahl eines Aufenthaltsortes im Reiche frei. Im März 1811 zog F. nach Wolsk im Gouvernement Saratow, wo er die Aufsicht über ein von dem Collegienrath von Slob in gegründetes Erziehungs- Institut führte. In Folge von Einschrän- kungen, welche Slo b in vornahm, verlor F. diese Nebenbeschäftigung und auf fei- nen Gehalt als Correspondent der Gesetz- commission beschränkt, zog er am 25. Februar 1813 mit seiner Familie nach Saratow. In die Zeit seines Aufenthal- tes in Wolsk und Saratow fällt der Be- ginn der Abfassung seiner „Geschichte An- gmns". Im 1.1815 traf aber den 60jäh- rigen Mann die erschütternde Nachricht von der Einziehung seines Gehaltes. F. war nun wieder auf seinen literarischen Erwerb und auf Unterstützungen seiner Freunde in Petersburg, Freiberg in Sachsen, Pesth und Preßburg beschränkt. Eine glückliche Wendung nahm seine Lage erst, als er am 1. Sept. 1817 mit der Zahlung des ganzen rückständigen Gehal- tes und die Zusicherung erhielt, denselben auch für die Folge zu beziehen. Im näm« lichen Jahre erfuhr F. auch einen andern Beweis kaiserl. Huld, als sein Sohn in die adelige Pensionsanstalt zu Zarskoe- Selo kostenfrei aufgenommen wurde. Als endlich im 1.1818 der russ. Kaiser den evangelischen Glaubensgenossen gleiche Rechte mit den übrigen Confessionen er- theilte und ein evangelisches Neichsconsi- storium mit einem weltlichen uud geistli- chen Präses errichtete, wurde F. im Nov. 1819 zum Bischof der evangelischen Kirche und zum geistlichen Präses des
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Egervári-Füchs, Band 4
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Egervári-Füchs
Band
4
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
422
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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