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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
Seite - 208 -
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208 Charakters als Mensch. Daß ein so vielbe- wegtes Leben wie das seinige manchen Miß- deutungen ausgesetzt sein mußte, ist leicht erklärlich. Von Wenigen ganz gekannt, von Einzelnen theilweise verstanden, von VKl zu Etwas gemacht, Was er gar nicht war, stand F. unter feinen Zeitgenossen als eine räthselhafte Erscheinung da Wenige Schriftsteller haben in ihren Werken den Gang ihres geistigen Lebens fo fcharf abgemessen, so bestimmt gezeichnet, als F. Man fühlt bei seinea Schriften, daß er selbst alle Stufen durchgegangen sein mußte, des Glaubens, des Zweifels, des Wissens, daß er aber, nach dem der erste verloren war, von dem letzten nicht befriedigt, mit Besonnenheit seinen Verstand gefangen hielt, um in der Anschauung und Gefühlsreligion Befriedigung seiner Sehn- sucht zu finden." —Horn (Fr.), Poesie und Beredsamkeit der Teutschen II I . Bd. S. 434. — Gerv inus (G. G.), Geschichte der deutschen Dichtung (Leipzig 1853, Engelmann, gr. 8«.) 4. Aufl. V. Thl. S. 325 lreiht F. an Meißner an, von dem er sagt, daß er mit dem „Alcibiades" die selbstgefälligen und unsäglich hohlen historischen Erzählungen, die sich noch ganz wie die Sachen des 17. Jahr- hunderts in Geschichtgedichte und Gedicht- geschichten abtheilen lassen, je nachdem die Erdichtung oder die Geschichte vorherrscht, er- öffnete. Auf seinem Wege ging I . A. Feßler, der 1790 mit dem „Marc Aurel" seine Reihe von histor. Romanen eröffnete"). — Eich Horn (Ioh. Gf.), Geschichte der Literatur von ihrem Ursprünge bis auf die neuesten Zeiten (Göttingen 1805 u. f., gr. 8'.) IV. Bd. 2. Abtheil. S. 1104. ^Spricht sich gegen den historischen Noman als eine Zwittergattung aus, welche der Heiligkeit der Geschichte uiel zu nahe trete. So viele Wahrscheinlichkeit und Anmuth auch die Fiction . . . in F.'s „Marc Aurel" und in ähnlichen Halbromanen haben mag, so wäre doch zu wünschen, daß Geschichte und Roman geschieden blieben."1 — F. selbst urtheilt aber über seine Schriften wie folgt: „Meine Schriften sind durch die öffentliche Stimme der Kritik mehr gelobt als getadelt worden. . . . Ich wünschte, daß nie bloße Aesthetik« zur Beurtheilung über- nommen hätten, was nur für den religiösen Philosophen einigen Werth haben konnte. Ich wünschte, daß meine Schriften Niemand zum Zeitvertreibe in die Hand genommen hätte, noch in Zukunft zum Zeitvertreibe in die Hand nehmen möge; denn nicht dazu, sondern zur Zeitbrnützung für mich und An- dere, denen das Leben des Geistes, wie mir, hoher Ernst, nicht leichtsinniges Spiel ist, und die auf denselben Wegen, wie ich, irren und schwanken, sind sie geschrieben." Diese in den letzten Jahren seines Lebens ausge- sprochene Ansicht F.'s über seine eigenen Arbeiten ist zu ihrer Beurtheilung nicht un- wesentlich. IV. F/s Porträte. 1) Unterschrift: Dr. ^essler (F. Rosmäsler HuQ. 1820, Zwickau, b. Geb. Schumann, 4°.). — 2) Unterschrift: ^. ^. 5iiL5lor. Kleines Medaillonbild 32°. Ohne Angabe des Zeichners, Kupferstechers u. Ortes. Der Kopf im Profil nach rechts. — 3) Un- terschrift: 5e85isr. Gemalt von Wasilief in Asien, gez. u. gest. von Nosmäsler in Dresd. 1826, 8". — 4) Unterschrift: ,7. ^. ?638isr. Ohne Angabe d. Zeichn., Kupferst. u. Ortes. Im Medaillon. Der Kopf nach rechts. — 5) Kupferstich. Leipzig, Karl Geibel, 4°. Festari, Girolamo (Arzt, geb. zu Valdagno im Vicentin'schen 12. Oct. 1738, gest. ebenda 3. Juli 1801). Sein Vater war Arzt und der Sohn ergriff den Stand des Baters. Im I . 1778 übertrug ihm die Republik die Direction der Bäder von Recoaro, zu deren Hebung F. wesentlich beitrug. Zugleich trieb er geologische Studien, namentlich über die Gebirge seiner Heimat, und schrieb: „Kag- coiio 5tato ailstT'iact)" (im 1773, IX. Lä.); — (in des Abb6 Fortis: „Ns> pour servir g. I'liigtoii-o natu- k ä6 I'lwii?« (?2i-i3 1802, 8°.). der venetianische Senator Quer ini im Auftrage der Regierung eine Politisch staatswirthschaftliche Neise unternahm, wählte er F. zu seinem Begleiter, der auf Mineralogie, Sitten- und Cultur- zustande der Länder, durch welche er kam, ein besonderes Augenmerk richtete. Sein Reisejournal gab Cicogna lauge nach F.'s Tode (1835) heraus. Es enthält mehreres Interessante, auch Nachrichten über manche hervorragende Personen je-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Egervári-Füchs, Band 4
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Egervári-Füchs
Band
4
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
422
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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