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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
Seite - 250 -
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250 jener Periode, iu welcher Bern in und Genossen den Verfall der Kunst znr Thatsache werden ließen, auch jene Män> gcl iu sich aufnahm, welche dic freie künst- lerische Entwicklung seines Genius ver- eitelten und von seinen Tadlern an seinen Werken hervorgehoben werden, um sein seltenes Talent zn bestreiten. Aber die Wahrheit spricht lauter als Alles; seine nud feines Sohnes Bauten stehen sammt ihren wirklichen Mängeln noch jetzt als Zeugen einer einst in Oesterreich bestan- denen architektonischen Kunst da, während Alles, was die spätere Zeit mit wenigen Ausnahmen hervorbrachte, als trauriger Zeuge eiuer Entartung der Kunst ohne Gleichen u. einer bedauerlichen Geschmack- losigkeit ohne Kraft und Geist seelenlos in die Lüfte starrt. Balv richtete sich die Aufmerksamkeit auf den tüchtigen Künst- ler, man wählte ihn zum Lehrer der Ar- chitektur für den Erzherzog Joseph, nach- maligen Kaiser IosephI., und übertrug ihm den Ban eines Sommerpalastes für denselben, womit 1696 der erste Grund zu dem heutigen imposanten Schönbrunn gelegt wurde. F. wurde nun Hofarchi- tekt und führte als solcher eine Reihe großartiger Bauten aus, welche noch in der Gegenwart ihre Wirkung nicht ver- fehlen. Wir führen nur die vorzüglich- sten an. An die Stelle der alten unan- sehnlichen Peterskirche kam 1702 die jetzige, wozu F. den Entwurf machte und dereu Bau er leitete; ferner erbaute er den „Plllll5t deZ Prinzen Gngen", iu der Himmel- Pfortgasse (das heutige Finanzministe- rium) ; — „Nie vereinigte Mkauzlei", in der Wipplingergafse (das heutigeMiuisterium desIuueru); — „NnsNaGyMIche Palais", auf der Freiung; — „Nus Grllntzon'zche Palms", iu der Vorstadt St. Ulrich (wo bis 1648 die ungar. Garde sich befand); — „Nie Nurlskirche", wozu in Folge eines Gelöbnisses des Kaisers Kar l VI . , als 171Z in Wien die Pest wüthete, am 4. Febr. 1716 der Grundstein gelegt, der Plan von F. entworfen, die Bauleitung aber dem Architekten Mar t iuc l l i über- tragen wurde; — ferner die Entwürfe zur vormaligen Staatskauzlci (heute Ministe- rium des Aeußern); — zum Hofbibliothek- Gebäude; — zur Reichskanzlei; — zur kais. Reitschule; — zu den kaiserl. Stallungen. Außerhalb Wien die Universitätskirche in Salzburg, zu welcher am 6. Mai 1696 der Grundstein gelegt und die am 10. Mai 1707 eingeweiht wurde, das Lustschloß Kleßheim n, m. a. Als die großen Kriegs- wirren die Ausführung vou großen Bau- werken hinderten, beschäftigte sich F. mit Fachstudien, und iu jene Zeit fällt die Vollendung seines Werkes: „Gntwnrt einer lziItllriöchrli Architektur in Abbildungen neröchie- denrr berühmter Gebäude des Alterthums und fremder Völker" (Leipzig 1725, Fol.). Der Text dazn ist von Heraus; die 93 mit- telmäßig ausgeführten Tafeln stellen: 1) hebräische, egyptische, syrische, persische und griechische, 2) römische, 3) arabische, türkische, neupersische,chinesische, japanische Bauten, 4) Gebände eigenerErsinduug nnd 5) griechische, römische Basen und mehrere eigene Cousiruttionm vor. F. starb im Alter vou 73 Jahren, wie es heißt aus Kränkung über das Mißlingen des Banes der kaiferl. Stallungen. Oestr. Nat.--Encyklopädie (von Gräf fer und Czitann), (Wien 1835) I I . Vd. S. 147. — Annalen der bildenden Künste für die österr. Staaten. Von H. Nud. Fueßl i (Wien 1801, 8".) I. Thl. S. 1 : „Geschichte dcr bildenden Künste in Wien" ^daselbst S. 10 Anmerkung, Erlachs Todesjahr 1724 und seines Sohnes, der daselbst „Esajas Gmanuel" heißt, To- desjahr 1738^. — Gräffer (Franz), Kleine Wiener Memoiren (Wien 1845, Veck, 8".) I. Bd. S. 14: „Damvfmaschine" lgibt Nach- richt über F.'s in der Lebensstizze erwähnte Feuermaschine^. — Wiener Nealzeitung 1777 vom 19. August. — Derselbe, Wiener Dosen- stücke (Wien, Mörschners Witwe, 3".) I. Bd. S. 157. — Nagler (G. K. Dr.), Neues allg. Künstler-Lexikon (München 1835 u. f., 8".) IV. Bd. S. 346 lnach diesem gest. 17241. - Mstller (Fr. Prof.), Die Künstler aller
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Egervári-Füchs, Band 4
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Egervári-Füchs
Band
4
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
422
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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