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Lud starb als solcher im Alter von 70
Jahren.
Oeftr. Milit«-Konversations-LerMn. Herausg.
von Hirten feld u. Dr. Meynert (Wien
1851) II . Nd. S 446.
Ueber die Familie Aorgach. Der Name erschemt
bald als U«rg»c«, K«ra«<» u. Vorgach, letz-
teres ist die richtige Schreibart. DaS Geschlecht
der Grafen von F. zählt zu den hervor-
ragendsten des ungarischen Adels; nach einer
Urkunde des Graner Domcapitels vom Jahre
1226 leitet es feinen Ursprung von den Grafen
von Hount oder Huut-Paznan ab, und
hat zuletzt den Namen Forgach von dem
gleichnamigen Schlosse in Siebenbürgen an-
genommen. Die Familie theilte
sich zu An-
fang des 16. Jahrhunderts in zwei Linien, die
2lt«re von Peter III. (lebte noch 1S0ö), die
jüngere von Gregor I. (gest. 1515), beide
Söhne des Johann V. aus zwei Ehen
«H Nit Dorothea VanM von Also cendva und
d) mit Nargarelha Dobo von Vuska; — die
ältere, auch die Linie zu Ghyn«» genannt,
spaltete sich in zwei Zweige, den älteren Zweig
zu «5tz«e«, den jüngeren zu Gowba; die
jüngere, auch die Linie zn Gi«» genannt,
spaltete
sich
gleichfalls in zwei Zweige, den
älteren Zweig zu G5c«, und den jüngeren
zu Gzecseny. Beide Linien in ihren vier
Zweigen blühen noch heute. Der Freiherrn-
. titel kam Inach dem Taschenbuche der gräfli-
chen Häuser Jahrg. 1854, S. 2421 am 6. März
1651, der Grafentitel am 11. März 1675 in
das Haus. Kneschke in feinen „Deutschen
Grafenhäusern der Gegenwart" III. Bd. be-
richtigt (S. 126) diese Angaben. — Außer den
bereits angeführten Quellen vergleiche noch:
Hormayr lFreih.), Taschenbuch für die vater-
ländische Geschichte III. Jahrg. (1822) S. 130:
„Ahnentafel der Familie Forgsch." — Der«
selbe V. Jahrg. (1824) S. 176: „Franz Graf
Forgich ober die Sage von der Mauerblende
zu Budethin." — Derselbe VIII. Jahrg. (1827)
S. 417: „Geschichte der Burg Ghymes, Ei-
genthu« der Forgäch." — Erinnerungen
(fchöngeist. Prager Blatt, 4'.) 1857, S. 214:
„Der Stammhalter der gräflichen Familie
Forgach."
Die heworiagendstm Glieder der Familie For-
gach. Die meisten Forgsch waren Träger
hoher Staatswürden, mehrere derselben haben
in der geistlichen Laufbahn bischöfliche und
erzbischöftiche Stellen bekleidet; andere wieder
durch ihren Heldensinn in den Tagen der
Gefahr des Vaterlandes sich hervorgethan. —
Adam Graf (geb. 1601, gest. zu Raika im
Wieselburger Comitate 1681), ein ausgezeich-
neter Kriegsheld, berüymt durch die Verthei- lchuwg Renhäusels lvergl.: Ochr. Militär-
Honverfat.-Lexikon. Herausgeg. von Hirten-
feld u. vr. Meynert (Wien 1851) II. Bd.
S. 445, Nr. 31; — »lasin«, der die Kö-
nigin Maria aus der Haft des Königs Karl
von Durazzo, Neapel und Ungarn (1386)
befreite, und denselben mit seiner Streitaxt
zu Boden
streckte. Auf diese Begebenheit spielt
die Veränderung im Wappen der Forgich
an lvergl. unten: Wappen) und von diese«
Anlaß stammte
der Brauch, daß wenn ein F.
zur Audienz zum Könige von Ungarn kam,
ein blankes Schwert auf den Tisch gelegt
wurde, worauf jeder F. zuerst dieZVorte zu»
Könige sprach: »?a8 in <3vi5iwäiQv vo5tr».<c
Blasius wurde 1387 von der Partei de«
getödteten Königs ermordet lvergl. Frankl
(L. A. Dr.), Sonntagsblätter 1842, S. 922:
«Wappen der Forgacs"j; — Aranz (geb.
1500, gest. nach 1560), Bischof von Großwar-
dein, Geschichtschreiber und geistlicher Schrift«
steller; — Kranz (geb. 1S60, gest. 16. Oct.
1615), Cardinal und Erzbischof von Gran,
ein hochverdienter Kirchenfürft, in dessen Nach»
lasse sich schätzenswerthe historische u. tirchen«
rechtliche Aufsätze vorfanden lvergleiche über
beide: F<«l3nz/i ( i^l«o. I>.), llsnulii» Nunz».
loruin «t ?roviuoi»1ini2 6oripti« eäitis na» -
toruin (Wiyu 1775,3".) 1. Ȋ. S. 682 n. 6931;
— Sigiblnund (geb. 1565, gest. 30. Juni
1621), ausgezeichneter Heerführer, that sich
in den Kriegen gegen Bethlen Gabor
hervor ftergl.: Oeftr. Militär-KonversationS-
Lexikon. Herausgeg. von Hirtenfeld uub
Dr. M ey nert (Wien 1851) II. Bd. S. 445);
— Simon (geb. 1530, gest. 24. Sept. 1593),
großer Feldherr, kämpfte bei Temesv r^ (1555),
bei Hatvan (1594) lvergl.: Neros8 Kung^-
iia« (I^rnau 1743, 8°.); — Oeftr. National«
Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann),
(Wien 1835) II. Bd. S. 163. — Oestr. Militär«
Konversations-.Lexikon. Herausgeg. von Hir»
tenfeld und Dr. Meynert (Wien 1351)
II. Bd. S. 444).
Wappen der Forgach. Anfänglich führten sie
im
Wappen einen weißen Wolf; nach der Ret-
tung der Königin Maria (1386) durch Bla-
sius (s. oben) änderten sie das Wappen in da5
folgende um: Im blauen Schilde eine nackte
gekrönte Jungfrau mit
fliegenden blonden Haa-
ren, welche aus einer goldenen Krone hervov-
wächst, und deren Hände mit einer goldene»
Schnur gefesselt sind. Dieselbe ist oben sowohl
rechts als liuks von einem goldenen, die Hör«
ner einwärtskehrenden Halbmonde begleitete
Den Schild deckt die Grafenkrone, auf welcher
sich ein gekrönter Helm mit der Jungfrau de3
Schildes erhebt. Me Aenderungen im Wap-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon