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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
Seite - 303 -
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Seite - 303 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4

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303 er seine „Gröber" dichtete, bis er 1803 nach Eeretti's Tode die Lehrkanzel der Beredsamkeit an der Universität zu Pa- via erhielt. Bemerkenwerth ist die Aeu ßerung des Vicekönigs Eugen Beauhar- n ais, gelegenheitlich der Verleihung die- ser Lehrkanzel an F., „daß ihm die drei Poeten, welche er imHeere habe, Foscolo, Gasparinetti und Ceroni mehr zu schaffen geben, als das ganze Heer". F.'s Vorträge erfreuten sich des Beifalls der Jugend; da er aber im Gegensah zu sei- nem früheren Verhalten sowohl Napo- leons Lobredner zu sein verweigert, als in feinen Vortragen jede Gelegenheit be- nüzt hatte, Napoleons Handlungen und System anzugreifen, verlor F. diese Stelle, wie überhaupt sein Verhalten die Ursache gewesen sein soll, daß die Lehr- kanzel der Beredsamkeit an allen Univer- sitäten des Königreichs Italien aufgeho- ben wurde. Die Aufführung seines „Ajax", welcher dessen Kampf mit Ulysses zum Gegenstande hat, hatte zur Folge, daß F. die Lombardie verlassen mußte. F.'s Feinde streuten aus, daß unter Aga- memnon der Kaiser Napoleon und unter Ajax der General Moreau ge- meint seien: während Andere wieder anläßlich dieses Stückes das Epigramm auf F. schrieben: Oopiö 5S 5t«50 e si Hvi^s in t^s. AlsNapoleonsMacht stürzte und 1814 das Königreich Italien sein Ende erreichte, nahm F. wieder Kriegsdienste und. wurde von der Regentschaft in Mailand zum Escadrons-Commandanten ernannt. Mit einem Male aber verschwand er, hielt sich einige Zeit in Zurigo verborgen, bis er in England eine gastliche Zustuchtftätte fand, wie er selbst schreibt: „listo uiäo, osoH äolos, aurg. ooetsse-'. Dort unter Wechseluden Schicksalen, im Gedränge großer Geldverlegenheiten, zog er sich endlich nach Turnham, ein an der Themse nicht fern von London gelegenes Dorf zurück, wo ihn seine Landsleute und d« Engländer oft besuchten, letztere reichlich für seine Bedürfnisse sorgend. An dem Tage, an welchem er seine Seele aus« hauchte, besuchte ihn noch Eapodiftria. F.'s Schriften, theils von ihm selbst, theils nach seinem Tode von Andern herausge- geben , sind: „ Mtime letts»-s cli /ao<y>» 0?-ti5" (zuerst 1802) und dann oft wieder am besten London 1817,12°. in 2 Bdn. mit 2 Porträten ftergl. Ebert, Bibl. LeMn Nr. 7825), auch deutsch von Luden (Leipzig 1807), Kasp. v. Ore l l i (Zürich 1817) u. Lautsch (Leipz. 1329, Brockhaus); diese Briefe sind mit vorherr- schender polit. Tendenz eine Nachahmung von Goethes „Werther", worin er seinen Liebesschmerz um Isabella Noncioni, nachmalige Gattin des Marchese Barto- lommei, mit den Klagen über die Ver- sunkenheit seines Baterlandes verbindet; F. sagt darüber, „daß er sie mit seinem Blute geschrieben habe." Die Kritik hob ebenso die Vorzüge dieses Buches hervor, als sie die großen Gebrechen desselben nicht übersah; — „OaHions a 1829)) pomphaften öfter schwülstigen Styles, worin ihm Bonaparte noch ein ganz anderer erscheint, als später, da er jeden Anlaß benutzte, ihn und sein System anzugreifen; — s <ie/l' «Acio I»Qä1809, 3°.), reich an großen Schön- heiten, aber nicht immer verständlich; — ) im Charakter dem vori" gen gleichend; —„Iag^i <5oz?»-a il ?^e^ in inZfls^ s s t^aci. in ital.^ !-) 8°.)) herausgegeben vo« Ticozzi; — und ^Oi^co^o storico «^l testo clel Oecams^ons H Oiov. Hoceae- eio" (I^u^Hno 1828) 12°.); — die
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Egervári-Füchs, Band 4
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Egervári-Füchs
Band
4
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
422
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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