Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Lexika
Wurzbach-Lexikon
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4
Seite - 321 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 321 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4

Bild der Seite - 321 -

Bild der Seite - 321 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4

Text der Seite - 321 -

321 Daselbst übernahm er an Tissots Stelle, der in sein Vaterland zurück- kehrte, die Lehrkanzel der praktischen Medicin und Klinik. Schon im fol- genden Jahre wurde er Director des Spitales zu Pavia, Protomedikus und Geueraldirector des Medicinalwesens in der Lombardie. Im Mai 1768 erhielt er die Oberaufsicht über sämmtliche Kran- kenhäuser im Lande. I n diesem Jahre schuf er die reglementarische Einrichtung einer klinischen Schule zu Pavia; orga- nisirte ein medicinisch-chirurgisches Colle- gium und verfaßte die Apotheker-Ord- nung für die Lombardie. Um seine Schü« ler mit dem Geiste der deutschen Medicin bekannt zu machen, begann er die Her- ausgabe seines großen Werkes: „Delect^ opUHcnlol-unt Tnsckeo^m.", wovon 1785 der erste Band erschien. Am 15. Jänner 1795 folgte F. einem Nufe nach Wien, um daselbst das Militär-Medicmalwesen zu ordnen. Sein Sohn Joseph (s. d. S. 323), der bereits Assistent war, be- sorgte während seiner Abwesenheit von Pavia die dortige Klinik. F. kehrte nicht wieder nach Pavia zurück, er wurde in Wien Hofrath, Direcior des Wiener Krankenhauses und Professor der prakti- schen Medicin an dcr Wiener Universität. Als solcher legte er ein pathol.Museum an Therapie, für welche keine Professur be- stand, vor einer zahlreichen Zuhörerschaft. Aber F.'s literarische Thätigkeit während feines fast zehnjährigen Aufenthaltes in Wien beschränkt sich auf seine „Selbztbw» yluplzie" (Wien 1802). 1804 ging Frank unier sehr vortheilhaften Bedingungen nach Wilna zugleich mit seinem Sohne Iosep h, der die Professur der Pathologie daselbst übernahm. In wenigen Monaten schon kam er als kaiserl. Leibarzt nach St. Petersburg; mußte aber in Folge j einer leidenden Gesundheit 1808 um seine Entlassung bitten und lehrte mit y. Würzbach. biogr. Lenlon. IV. einer lebenslänglichen Pension von 3000 Rubeln nach Wien zurück. Seine Bibliothek wurde für die Universität in Kasan angekauft. Bei semer Rückkehr nach Wien versuchte ihn Napoleon für Frankreich zu gewinnen j^vergl. in den Quellen: Tant ini) , jedoch vergeblich; bewies aber dem großen Arzt, wie hoch er ihn stelle, durch das Geschenk einer werthvollen Dose mit 6000 Francs. Nach erfolgtem Frieden begab sich F. (Nov. 1809) nach Freiburg im Breisgau, um bei seiner Tochter Karol ine, welche mit dem Baden'schen Oberstlieutenant Peternell vermalt war, den Rest seines Lebens zuzubringen. Der unerwartete Tod derselben vereitelte diesen Plan. 1811 kehrte er nach Wien zurück, lebte der Praris und seiner Wissenschaft und wurde, als MariaLouise mit dem Her- zoge von Reich stadt nach Wien kam, ihr Leibarzt. Frank schied, 77 I . alt, obgleich furchtbar leidend, als heiterer Philosoph aus dem Leben. Acht Aerzte, darunter Ioh. Gottf. Bremser (s. d. I I . Bd. S. 13IX umstanden sein Bett. Frank wußte, daß er nicht zu retten sei. „Ich muß Ihnen", begann der Sterbende zu den ihn Umstehenden, „erzählen, daß ich mich einst bei einem Soldaten befand, der von acht Kugeln getroffen war. Dieser rief mir zu: Wozu acht Kugeln, eine wäre ge- nug gewesen". F. war Mitglied vieler gelehrten Gesellschaften; bemerkenswerth ist, daß den gefeierten Arzt bis zu seinem 78. Jahre kein Orden schmückte, erfi 1819 empfing er von Mar ia Louise den Georgsorden. Franks Handschriften wurden seinem letzten Willen gemäß an seinen Sohn nach Wilna geschickt. sUeber die von ihm niedergeschriebenen Denk- würdigkeiten vergleiche die Quellens Die wissenschaftliche Thätigkeit F.'s in seiner Fache ist sehr groß und seine Werke se/ zahlreich, hier folgen dieselben nach ih- Original-Ausgaben mit Angabe der b< 21
zurück zum  Buch Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Egervári-Füchs, Band 4"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Egervári-Füchs, Band 4
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Egervári-Füchs
Band
4
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1858
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
422
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich