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Nnd stellte sie als Richtschnur zu dessen
Fortsetzung auf.
Almanach der kais. Akademie der Wissenschaften
(Wien, CtaalSdruckcrei, 8°) IV. Jahrg. 1854,
S. I2l» sim Berichte des General-Secretärs^.
— Sitzungsberichte der mathemat.-natnrwiss.
Classe der kais. Akademie der Wissenschaften
(Wien, Staatsdr., 3°.) V. Nd. S. 228, 347,
H70 und 452.
Fuchs, Ferdinand (Musiker, geb.
zu Wien 11. Febr. 1811. gest. ebenda
in der Nacht vom 6. anf den 7. Jänner
1848). Sein Vater stand im Dienste des
Erzherzogs Ferdinand E st e nnd liebte sehr
dieMusik. Da derKnabe früh großes Talent
für diese Kunst zeigte, erhielt er auch noch
sehr jung einen Lehrer im Hiolinspiele.
Mt8I< spielte er fertig die Geige; später
ertheilteihm Mogele denUnterricht, nnd
als der berühmte Friedr. Wilh. Pixis,
der Schwager von F.'s Mutter, nach Wien
kam, entsprach Ferdinands Vater den
Wünschen des Knaben, ihn mit Pi i is nach
Prag gehen zu lassen, wo er das Conser-
vatorium 1825—31 besuchte. Während
dieses sechsjährigen Besuches deö Prager
Conservatoriums war F. wohl ein voll^
endeter Violinspieler geworden, verstand
aber von der Compositiou noch nichts.
Er nahm nun — 20 Jahre alt — vor-
erst Unterricht darin bei Dionys Weber
und als er Aug. 1832 nach Wien zurück-
kehrte, bei Ios. vonBlumeuthal (s. d.
I.Bd.S.446). Zugleich übte er sich
fleißig
imViolinspiel.trat 24.Iän.1836 in seinem
ersten Concerte auf, in welchem er bereits
eigene Compositiouen, darunter: „Onuer-
turt in llllloll für das ganze Orchester" vortrug.
Im I . 1838 wurde er Mttglied des kais.
Hofoperntheatcr-Orchesters (bei der ersten
Violine) uud nun verlegte er sich mit
allem Eifer auf die Composition. In die-
serZeit fchrieb er mehr alsStudie wie zum
Zwecke derAufführung seine erstfOper„Ver
Gag der Verlobung" , wovon nur Einzelnes
zur Aufführung kam. In mehreren Con-
certen , welche er nuu von Zeit zu Zeit gab, trat er mit neuen Compositionen
auf, darunter mit dem „Notturno" , einer
älteren neu bearbeiteten Eomposition (II.
Concert 6. Jänner 1841) und mit der
„Gnnertnre p Grillparzers Graum ein leben"
(Hl. Concert 6. Jänner 1842). 1843
legte er, weil ihm die Proben zu viel Zeit
raubten, seine Stelle beim Orchester nieder
und übernahm den ihm angetragenen Po-
sten eines Lehrers der Gesangschule an
der prolest, hauptschule und eines Cantors
der beideu evangelischeu Kirchen in Wien,
sowie die provisorische Dircction der Zög-
lings - Concerte des Conservatoriums,
welche er bis April 1844 behielt. I n
diese Zeit fällt eine für das Leben des
Künstlers einflußreiche Episode. In einer
Probe von Meyerdeers „GMll inen"
sang ein Mädcheu die Parthie des Pagen
mit so geringem Erfolge, daß es daS
Vorhaben, noch ferner die Bühne zu be-
treten, aufgeben zu müssen schien. Da
faßt des Mädchens Hand eine andere
Hand uud führt es hinter die Coulissen.
„Ich werde heut zu Ihnen kommen und
mit Ihnen den Part ein studiren,
verzagen
Sie nicht, Alles wird sich zum Besten
wenden". Dies waren die Worte deS
helfenden Freundes. Bald darauf singt
das Mädchen die Parthie des Pagen und
erntet rauschenden Beifall; dieser Freund
war Fuchs und das Mädchen: die nach-
mals gefeierte Tuczek. Die Schülerin
fesselte bald auch das Herz des Künstlers
und übte Einfluß auf dessen künstlerische
Richtung; Verhältnisse von Außen trenn-
ten jedoch den Bund der Seelen. Eine
mit seinem Freunde Prechtler (s. d.)
nach Deutschland unternommene Reise
hatte fördernde Verbindungen mit der
Fremde zur Folge und rief durch wech-
selseitige Anregung des Dichters und
Musikers dessen Hauptwerk die Oper:
„Outtrnlirrg" in's Leben, wozn Prechtler
das iidretto schrieb. Im I . 1844 war
die Oper vollendet und wurde 1845 bei
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Egervári-Füchs, Band 4
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Egervári-Füchs
- Band
- 4
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1858
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 422
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon