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Lex. 8°.) VII. Ihrg. (2ß48) Nr. vom 3. Sept.
S. 643: „Reichstags--Silhouetten" von Wel
ser. — Die Geißel (ein Parteiblatt aus dem
I. 1848) 1848, S. 104: „An Herrn Gold
mark." — Reichstags-Gallerie. Geschrieben
Porträts der hervorragendsten Deputirten des
ersten östr. Reichstages (Wien 1848, Iasper,
Hügelu.Manz, 8°.) I. Hft.^.10. —Verhand-
lungen des östr. Reichstages nach der ftenogr.
Aufnahme lWien, Staatsdruckerei, 4°.)
„Interpellation: Welche Schritte von Seit,
der Regierung geschehen sind, um die Ueber-
griffe Rußlands in der Moldau hintanzuhal-
ten" l l . Bd. Sitz, V. 26. Juli 1848, S. 163);
— „Spricht über die Nationalitätsfrage"
II. Bd. Sitz. v. 31. Juli 1848, S. 255); —
„Spricht über das Recht der Minister auf das
Schlußwort in einer Debatte" fll- Bd. Sitz.
v. 26. Aug. 1848, S. 92); — „Stimmt mit
„Nein" in der Frage, um billige Entschä-
digung bei Leistungsaufhebungen" lH-
Sitz. V. 31. Aug. 1848, S. 164); — „Stimmt
mit „Nein" über den Antrag: Das Ja
recht auf den dem bisherigen Eigenthümer
nicht gehörigen Gründen werde aufgehoben"
III. Bd. Sitz. v. 2. Sept. 1848, S. 218); —
„Spricht gegen die Ausrückung des Militärs"
ll l . Bd. Sitz. vom 13. Sept. 1848, S. 370);
— „Bericht über die September-Vorgänge in
der Stadt Wien" 1^11. Bd. Sitz. v. 13. Sept.
1848, S. 394); — „Stimmt mit „Nein" in
dem Antrage: Die Reichsversammlung wolle
beschließen, im Falle der magyarischen Depu-
tation keine Ausnahme von der Regel dieses
Hauses eintreten zu lassen lH. Bd. Sitz. v.
19. Sept. 1848, S. 524); — „Spricht von
der Tribune über Steuern und Steueraus-
schreibung" lH. Bd. Sitz. v. 30. Sept. 1848,
S. 656); — „Spricht über die Ermäßigung
der Salzpreise" ftl. Bd. Sitz. v. 4. Oct. 1848,
S. 734); — „Stimmt mit „Nein" über den
Antrag: Die Iudenfteuer hat so lange zu
verbleiben, so lange kein neues Steuersystem
eingeführt ist" III. Bd. Sitz. v. 5. Oct. 1848,
S. 805); — „Trägt an, sich in. keine Frie-
dens - Unterhandlungen mit den Belagerern
Wiens einzulassen" MI. Bd. Sitz. v. 14. Oct.
1848, S. 150). -
Goldoni, Karl (Lustspieldichter,
geb. zu Venedig 1707, gest. zu Paris
8. Jänner 1793). Entstammt einer mo-
denesischen Familie. Schon der Groß-
vater , reich und ein höheres Amt beklei-
dend, überfiedelte nach Venedig. Daselbst
führte die Familie ein gvoßcöHau?, Fcste und Vergnügungen wechselten ab und-
unter solchen Verhältnissen verlebte G.
seine Kindheit. Ein Marionettentheater
erregte bereits die Phantasie des vierjäh-
rigen Knaben, später nährte die Biblio-
thek des Vaters dessen Vorliebe für die
Bühne und er zählte noch nicht 8 Jahre,
als er das erste Schauspiel schrieb. Der
Tod des Großvaters hatte die Vermö-
gens Verhältnisse der Familie wesentlich
verändert. Karls Vater sah sich genö-
thigt , einen Erwerb zu suchen, und war
nach Rom gegangen, um die Medicin zu
studiren, die er dann in Perugia aus-
übte. Karl begab sich nun auch zu seinem
Vater, besuchte die Schulen in Perugia,
und war so fleißig, daß ihm der Vater
zur Belohnung ein Haustheater errichten
ließ, auf welchem während der Ferien
gespielt wurde. Als die Eltern nach Ri-
mini übersiedelten, folgte ihnen Karl da-
hin und studirte dort die Philosophie.
Das dortige Theater, auf welchem er
zum ersten Male Frauenzimmer spielen
sah, da solche nirgends im Kirchenstaate^
als nur in den drei Legationen, auftreten
durften, war für den jungen G. ein neuer
Reiz, und alsbald schloß er sich an eine
Schauspieler-Gesellschaft, mit der er eine
abenteuerliche Fahrt nach Chioggia unter-
nahm. Indessen war es G.'s Vater ge-
lungen, für seinen Sohn durch Vermitt-
lung eines seiner Gönner einen Freiplatz,
im Collegium Ghislieri zu Pavia zu
erhalten. Die Zeit, binnen welcher die-
er Freiplatz ledig wurde, brachte G. in
Venedig bei einem Advocaten zu,
sich
für
das Rechtsstudium vorbereitend. Das-
Collegium Ghislieri, zwar unter geist-
licher Leitung stehend, beschränkte die
Freiheit der Zöglinge so wenig, daß die-
selben mehr Liebesabenteuern, als den
Studien oblagen. Als sich die Paveser
Bürger, den Studenten feind, verschwo-
ren, kein Mädchen zu heiraten, das Besuche
von Ztudcr^cu empfange, und jene nun
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Füger-Gsellhofer, Band 5
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Füger-Gsellhofer
- Band
- 5
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1859
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 426
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon