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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
Seite - 255 -
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255 fede Vi ta l i , der sich den Namenlosen (^.uoiiimo) nennen ließ, und mit ihm bekannt geworden, erwirkte er durch sei- nes Chefs, des venetianischen Gesandten, Fürsprache die Ueberlaffung des Mai- länder Theaters, welche Gelegenheit nunmehr Goldoni benutzte, sein Inter- mezzo : „I i Oontioiisl'e vensHiano" , das erste Singspiel dieser Ari iu Italien zur Aufführung zu bringen. Auch begann er die Umarbeitung seines „öel^aT-io"^ in welcher Arbeit er durch den Einmarsch savoyischer Truppen in Mailand, womit der Krieg von 1733 begann, unterbrochen wurde. Goldoni zählte damals 26Iahre. Der venetianische Gesandte erhielt von seiner Regierung, die neutral geblieben war, den Auftrag, nach Crema zu gehen. Goldoni folgte ihm dahin und konme bald, als Kundschafter im Lager dcr Ber- bündeten vor Pizzighetone verwendet, sein diplomatisches Talent beurkunden. Aber Mißverständnisse mit seinem Vor- gesetzten hatten seine Entlassung zur Folge und Goldoni stand nun witzder hilflos, auf sich allein gestellt, in der Welt. Er reiste nun zu seiner Mutter nach Modena, wurde in dem vom Kriege heimgesuchten Lande von Nachzüglern geplündert und rettete nichts als seinen ^Zelisa?'." So kam er in Verona an und dort versuchte er es, sein Stück zur Auf- führung zu bringen, es gefiel bei der Probevorlesung und noch mehr bei der Aufführung (24. Nov. 1734). Somit waren die Schwierigkeiten jener Bahn überwunden, die G. seither nicht mehr verließ. Ein Erfolg reihte sich an den andern. Der Anstoß zur Neform der ita- lienischen Bühne, welche in eine Zeit fällt mit der Verbannung des Hanswurst von der deutschen Bühne, war gegeben. Gewisse Culturideen brechen sich fast gleichzeitig bei allen Völkern Bahn, triumphirend über alle Schranken, welche ihnen veraltete Unsitte, schlechter Geschmack und systematisches Niederhalten der gei- stigen Entwicklung zu setzen Pflegen. Auf seinen Wanderungen mit der Truppe des Veroneser Theaters sau sannisio, welche seinem ersten dramatischen Kind- lein zu Gevatter gestanden, kam G. nach Genua; dort machte er die Bekanntschaft eines liebenswürdigen, gebildeten und wohlhabenden Mädchens, das alsbald seine Lebensgefährtin wurde (1736), mit der er bis in sein hohes Alter eine glückliche Ehe führte. Goldoni setzte nun mit erneutem Eifer sein dramatisches Reformationswerk fort; feines Dichter- berufes sich vollkommen bewußt, wollte er die Bühne zu einem Spiegel und einer Schule der Sitten machen; an die Stelle der Charaktermasken sollten Charakter- gemälde treien; die extemporirten Späße der Letzteren sollten durch kunstgerechte Dialoge ersetzt werden. Was Zeno und Metastasio für die Oper, wollte G. für das Schauspiel werden; aber um dem herkömmlichen Geschmacke durch seine Neuerungen nicht Anlaß zu unbedachter und compacter Opposition zu geben, brachte er demselben immer noch Zuge- ständnisse und begann nur allmälig die Reformen einzuführen, die er beabsich- tigte. In anderer Weise günstig für sein Geschick wurden die Einflüsse der Ver- wandten seiner Gattin, durch welche er den Posten eines genuesischen Consuls in Venedig (1740) erhielt. Der Bankerott der Bank von Modena und der Betrug, den er durch einen Gauner erfahren, der ihm 6000 Livres aus der Tasche gelockt, gaben ihm die Idee zn dem Stücke: ^impoHto76") welches die beifälligste Aufnahme fand. Nach einer Reise nach Florenz, um mit der toscanischen Mund- art sich vertraut zu machen, kam er nach Pisa, wo es ihm so gefiel, daß er beschloß, sich hier häuslich niederzulassen und seine Zeit zwischen den Geschäften eines Advo- caten und dramatischen Dichters zu thei-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Füger-Gsellhofer, Band 5
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Füger-Gsellhofer
Band
5
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1859
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
426
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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