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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
Seite - 284 -
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Seite - 284 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5

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284 Gratarol ward sein beglückter Neben- buhler und Gozzi suchte sich durch Be- arbeitung eines spanischen Stückes ^ e a^og/is <i'amo7-e", das Gewürzkästlein der Liebe, an demselben zu rächen. War Goz;i dies zwar gelungen, so blieben die schlimmen Folgen doch nicht aus. Der Scandal, den die Aufführung des Stückes verursachte, war groß; und durch eine Schutzschrift Gratarols, der nicht genug Seelengröße befaß, die Satire schweigend hinzunehmen, noch verstärkt. Als sich die Sacchi'sche Truppe auflöste, versiegte zwar nicht ganz G.'s dramatisches Talent, war aber nicht mehr fo fruchtbar. Den Rest seines Lebens widmete er der Pflege seines älteren und zwei Decennien vor ihm verstorbenen Bruders Oasparo, an dem er mit zärtlicher Liebe hing, führte Processe und schloß 18. März 1798, acht Jahre vor seinem Tode, der ihn im Alter von 84 Jahren dahinraffte, seine Memoi- ren. G. war Mitglied der Akademie der (3r3>lioli6soln. Gozzi als Schriftsteller hat auf seine Zeit keine nachhaltige Wir- kung geübt, man lachte über feine dra- matischen Märchen und über das Lachen hinaus kam man nicht. Als Stylist ist er ohne Werth und Ugoni charakterisirt feinen Elyl ^un viNsLiiuo eä insoKe- ridile impasto 6i stile '; an dichterischen Gaben besaß er nichts als eine lebendige Phantasie; ohne Wissen, wie er war, findet sich in seinen Schriften nichts, was über den Zustand der Kenntnisse und Philosophie seiner Zeit einigermassen Auf- schluß gäbe. Seine Vorliebe für derb- komische Stücke erläutert er aber selbst auf eine Art, die nicht zu Gunsten seines sittlichen Gefühls spricht, denn er sagt an einer Stelle: „Ohne Rückhalt gestehe ich, daß, wenn ein Publicum zum Genuß blos höherer und ernsterer Stücke zuge- lassen würde, uno wenn man ihm Ver- achtung gegen die lustigen, einfachen und Jedem verständlichen Stücke beibrächte, die Fürsten besorgen müßten, ihre Völker werden mehr verdorben als gebildet, und daß sie somit wachsamer über die Schau- spieler sein müssen." Gozzi entgegen sagen wir, daß gute Fürsten von ernsten Stücken nichts zu besorgen haben und eben durch gute Stücke das Volk lieber bilden, als durch Possen es sich erniedri- gen lassen werden. I. Carla Gozzi's Schriften, a) Dramatische Arbeiten in chronologischer Folge ihrer ersten Aufführung. Die mit einem * be- zeichneten Stücke sind Original-Arbeiten, alle übrigen, mehr oder weniger, andern meist spanischen Dichtern nachgebildet. 17 6t. *„I/2N2ors 6i tl6 moi KI-Ä.U02", die Liebe zu den drei Orangen. Oolnineäia ai improviso im Carneval zu Venedig zum ersten Male gegeben. Das Stück ist eine Satire gegen Chiari und Goldoni; — *«I1 oorva", 24. Qct. zu Venedig aufgeführt, wurde 16 Abende hintereinander bei überfüllten: Hause gegeben; deutsch von G. H. I . Wagner (Leipzig 1304, 8°.); — ^uranäot«, am 22. Jänner zuerst in Venedig gegeben; das Stück ift den Deutschen aus Schillers Be- arbeitung, die übrigens stark vom Original abweicht, bekannt; — 176'i. *„I1 re c ei> vc>«, Zauberfpiel, zum ersten Mal am I. Iän. in Venedig, wurde I9mal nacheinander wie- derholt; — „Doris", Tragikomödie,21.Juni, Mantua, eine der schwächsten Arbeiten G.'s; — ,11 cHvalierL amieo", zum ersten Male 28. April zu Mantua; — *„I^ g. äonna »orpontk", tragikomisches Märchensftiel, zu Venedig am 29. Oct. aufgeführt und I7mal wiederholt; — 17K3 *«I^2 2od6iäk«, tragikomisches Zauberspiel in 5 Acten, zum ersten Male am 10. August zu Venedig; im König Sinadab ist ein geniales Gegenbild zu Tartiiffe gegeben; — t?64 ^ n ino- 8i.ro tui-okiuo", zum ersten Male in Ve- nedig am 8. December; — 17K5 ^„2e iw rs äe: ßsu^ oggia. I2. 36rv2 lkäsie", Zauberspiel in 5 Acten, zum ersten Male 27. November in Venedig; eine der schwäch- sten Arbeiten G.'s; — *„I<'änFeIIiil bei- vsräo«, Zauberspiel in ö Acten, zum ersten Male 19. August zu Venedig; das Stück ift eine Fortsetzung des schon genannten: «I/a- niore äi ti-e mei2,r2,i>,o2"; fand ungeheuren Beifall und wurde 19mal hintereinander auf- geführt; — 47S7. «1.2 60222. venäiQa- tivk", nach dem Spanischen des Don Diego und Don Giuseppe diCordova: »Renäirss
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Füger-Gsellhofer, Band 5
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Füger-Gsellhofer
Band
5
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1859
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
426
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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