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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
Seite - 333 -
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333 walt zurückzubekommen. Er übertrug an Lefebvre, einen in der Kriegsgeschichte jener Periode hervorragenden Ofstcier. die Ausführung der Minen-Arbeiten durch welche er sich in den Besitz von Schweidnitz zu setzen gedachte. Die Trancheen wurden am 6. August eröffnet und am 13. schrieb Friedrich an den Marquis d'Argens (französisch): „Meine Unternehmung auf Schweidnitz geht bis- her über alle Maßen gut, noch 11 glück- liche Tage uud unser Versuch ist gelun- gen". — 23 Tage später, am 6. Sep- tember, schrieb Friedrich II. an densel- ben Marquis: „Ich bin ebenso ungeschickt im Einnehmen von Festungen, wie im Versemachen. Ein gewisser Grib e auv al und 10,000 Oefterreicher haben uns bis- her aufgehalten. UebrigenZ sind Com- mandant und Garnison in Agonie, wir werden ihnen alsbald Garaus macheu." Doch ging es damit so rasch nicht. Sein Gegner Lefebvre konnte gegen die von G. angewendeten von Belidor erfun- denen Quetschminen nichts ausrichten. Am 26. September schrieb Friedrich wieder: „Ich meldete ihnen mit zu viel Zuversicht das Ende der Belagerung. So weit sind wir noch gar nicht, die Mi- nen haben nns zu lange aufgehalten. Wir brauchen 6 Wochen, um einen Platz, den wir in 2 Stunden verloren haben, wieder zu gewinnen. Das Genie Gr i - b eauv als vertheidigt den Platz . . ., er bereitet uns immer neue Chicanen aller Art." In der That häuften sich G.'s Chi- canen der Art, daß die Belagerung sich bis zum 9. Oct. 1762 verzögerte; und nur ein Zufall kam den Preußen zu Stat- ten. Das Iauerniker Fort, in dessen Pul- vermagazin eine Granate geschlagen hatte, sprang in die Luft und nun war die Fe- stung genöthigt, zu capituliren. Als die Besatzung der Festung FriedrichII. vor- gestellt wurde, wollte er G. anfänglich nicht sehen, später aber zog er ihn an seine Tafel und überhäufte ihn mit Lob- sprüchen. Im nämlichen Jahre ernannte die Kaiserin G. zum Feldmarschall-Lieu- tenant, verlieh ihm auch für den Fall, daß er in ihren Diensten bleibe und das Großkrenz des Ludwigs-Ordens ablegen wolle, das Großkreuz des Mar. There- sieuordens. G. lehnte aber den Antrag ab und zog vor, nach demHubertsburgerFrie- denwieder nachFrankreich zurückzukehren, wo er 1764 General-Lieutenant u. 1776 General-Inspector der Artillerie wurde. Ohne sein Verschulden gerieth er in kön. Ungnade, wurde aber spater von König Ludwig XVI. zum General - Inspector des großeu Arsenals ernannt; nicht lange bekleidete er diese Stelle, denn er starb bald darauf im Alter von 74 Jahren. Die Kriegswissenschaft hat G. mehrere der sinnreichsten Erfindungen im Fache der Artillerie und des Minenwesens zu verdanken; so z. B. die Verkürzung der Röhre des Feldgeschützes bis auf 18 Ka- liber; das Schlepptau; die bei der Bela- gerung von Schweidnitz erprobten Wall- Lafetten u. dergl. m. Seine Arbeiten im kriegswissenschaftlichen Gebiete find ge- sammelt in dem Werke: „ st I. äs ille^is äs /^cmcs. /?n ll-s än,-oi" (?kri8 1792, drei Bände in 4 Abtheilungen in Folio, mit 125 Tafeln, welche besonders zwei Bände in Folio bilden; so lautet der gestochene Titel des Werkes, ein zweiter führt folgende Aufschrift: ontss et /7-ancs". Von diesem Werke wurden nur 120 Exemplare abge- zogen, deren Vertheilung sich die Regie- rung vorbehielt, daher die große Selten-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Füger-Gsellhofer, Band 5
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Füger-Gsellhofer
Band
5
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1859
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
426
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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