Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Lexika
Wurzbach-Lexikon
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
Seite - 347 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 347 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5

Bild der Seite - 347 -

Bild der Seite - 347 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5

Text der Seite - 347 -

34? im Theater an der Wien zum Vortheile der k. k. Hofschauspielerin Sophie Schröder. — Die Besetzung war folgende: Borotin: Herr Lange, k. k. pens. Hofschauspieler als Gast; Bertha: Frau Sophie Schröder; Iaromir: Herr Heurte ur; Boleslaw.-HerrKüstner; Hauptmann: Herr Demmer; Friedrich, Sol- dat: Herr Schmidtmann. Dekorationen von Gail, DePian (Vater); Costum von Phil. von Stubenrauch. — Die „Ahnfrau" ist seit ihrer ersten Aufführung bis 1848 über 60mal im Burgtheater gegeben worden. In den polit. Stürmen der folgenden Jahre blieb sie liegen, bis sie Laube, dem wir die Wie- dereinsetzung des großen österreichischen Dich- ters in sein Vühnenrecht verdanken, 1851 wieder auf das Repertoire brachte. — Borne (Ludwig), Gesammelte Schriften (Hamburg 1840, Hofmann u. Campe, kl. 8°.) 2, Aufl. I I . Thl. S. 24. Das Urtheil des geistreichen Borne über die „Ahnfrau" stand zuerst in der von ihm redigirten „Wage." Nach einigen allgemeinen Bemerkungen über die Verwirrung, welche in Betreff der Schicksalstragödie unter den neueren Dichtern herrsche, schließt Börne: „Diese Bemerkungen sollten nicht den herrli- chen und geistreichen Dichtn treffen. Gäbe es yur eine größere Zahl solcher dramatischen Dichtungen, daß wir endlich der jämmerlichen Familiengeschichten ledig würden, die wie Wanzen sich in alle Ritzen der Bühnenbretter eingenistet haben, gar nicht zu vertreiben sind und uns zur Verzweiflung bringen." — Thea- ter-Zeitung 1818, Nr. 14—16. — Sammler (Wiener Unterhaltungsblatt, 4°.) 1318 Febr. — Uebrigens rief dieses Stück gleich in den ersten Jahren, die seiner Aufführung folgten, einen förmlichen kritisch-literarischen Sturm in der deutschen Journalistik hervor, es wurde, wie einer feiner Biographen schreibt, „damals und später viel Tolles und Gelehrtes, Ab- surdes und Schönes über dieses erste Werk" G.'s allerorten geschrieben. — Bemerkens- werth ist die Vorrede, welche G., nachdem man seine „Ahnfrau" mit dem Bannworte „Schicksalstragödie" in ein Schema eingesargt, zur ersten Ausgabe desselben geschrieben, worin er unter Anderem ausdrücklich erklärt: „die Schule nicht zu kennen, zu der man ihn zu zählen beliebt, und nicht zu wissen, mit wel- chem Rechte man einem Schriftsteller, der ohne Anmaßung und ohne Zusammenhang mit irgend einer Partei, zum ersten Mal im Publicum auftritt, Ungereimtheiten zur Last legt, die von Andern, sei es auch zu seinem Lobe, gesagt werden mögen." — Ueber das literarifche Leben in jener glücklicheren Zeit, als die „Ahnfrau" gegeben worden, über den Antheil, den die damaligen Schriftsteller an dem Erstlingswerke des jungen Dichters nah- men, vergleiche man die anregend geschriebene Skizze: „Vor vierzig Jahren (31. Jänner 1817)" von A. Si las in der Theaterzeitung 1857, Nr. 25. — Eine französische Uebersetzung der „Ahnfrau" erschien unter dem Titel: yl/a'iouis, trasssäiö en 5 aotes, traä. äs 1'a.ilsiu. (eQ prose) pkr uu niemdi'6 äe 1a sooiötä littei-kirs äe <3kn^v2" (ftenkvs 1820, 2l2.ro 6e8ti6 Mg, 8°.). — Bon der „Ahnfrau" bestehen auch englische, italienische, schwedische Uebersetzungen, und ist sie auf den Bühnen in England, Italien und Schweden mit un- getheiltem Beifall und nachhaltigem Erfolge gegeben worden. — Eine Parodie zur „Ahn- frau" gab Adolph von Schaden heraus, betitelt: „Die Ahnfrau, ein musikalisches Quodlibet tragi-komischer Natur." lBergl. das literar. Conversationsblatt 1818, S. 163.) — Betc6ff der „Ahnfrau" ist noch auf eine Stelle in der Ersch und Grub er'scheu Allgem. Encyklopädie der Wissenschaften und Künste (Leipzig 1822, Gleditsch, 4°.) I. Sect. 38. Thl. S. 18 aufmerksam zu machen, in welcher der rheinische Antiquarius, Herr von Stramberg, gelegenheitlich des Artikels über die Familie Esch das Folgende sagt: „Karl Friedrich Freiherr von Esch hinterließ aus zwei Ehen eine zahlreiche Nach- kommenschaft und ist Franz Freiherr v. Esch Oberst in k. k. Diensten und Commandant des Kürassierregimentes Kaiser Nr. 1, viel- leicht auch das B i ld , welches dem Dichter der Ahnfrau (Gri l lparzer) für seinen Iaromir von Efch vor- schwebte, einer von dessen Söhnen." — 3. Sappho. Zum ersten Mal aufgeführt am 21. April 1818 im Hofburgtheater; seit dieser Zeit bis 1848 ist „Sappho" an derse!ben Bühne über ZOmal gegeben worden. Nachdem sie in den Jahren der polit. Wirren für einige Zeit von der Bühne verschwunden war, brachte sie Laube 1852 wieder auf's Repertoire. — Borne (Ludwig), Gesammelte Schriften (Hamburg 1840, Hoffmann u. Campe, kl. 8°.) 2. Aufl. I I . Thl. S. 96—109. Borne leitet seine Kritik ein über „Sappho" mit folgenden Worten ein: „Vor etwa zwei Jahren wurde uns diese Tragödie mit dem Spiele der Frau Schröder gleichzeitig bekannt. So em- pfingen wir eine köstliche Frucht in goldener Schale mit Dank und Freude aus den Händen der großen Künstlerin." Nach einer in scharfen Zügen gegebenen Uebersicht des Stückes und des Hauptcharakters: der Sappho, fahrt Borne fort: „Doch schon zu lange habe ich in diese Sonne gesehen, um
zurück zum  Buch Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5"
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Füger-Gsellhofer, Band 5
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Füger-Gsellhofer
Band
5
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1859
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
426
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich