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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Füger-Gsellhofer, Band 5
Seite - 361 -
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361 sie nun unter ihre Mitglieder auf, und unter dem Gesellschaftsnamen: Lesbia Cidonia veröffentlichte sie ihre schwung- reichen Poesien. Ihrem Dränge, die Welt ZU sehen, folgend, unternahm sie Reisen in ihrem Vaterlande und nach Frank- reich. In Paris empfing sie die Huldi- gung der damals dort lebenden geistigen Spitzen; Buffon, Mad. deBoccage, Boscovich, Dorat, Lalande, Le Brun, Le Mierre, Mercier, bildeten ihren Kreis. Nur Voltaire fand es noch nicht angemessen, der geistreichen Italie- nerin zu huldigen, und eines ihrer Ma- drigale , worin es unter anderem heißt: ^. olle ßiovaniini ii xisäs Volkers Kll» oittä cke «'sr^e altera VI 8enn2. in i-iva s 8ni oostuuii iiupera. D'^uioxH tutta, s 2U0 dsii' arti e L6äo, 8e Voltaire vaäer or non pos«' io lÜIis äoUs Praxis 2 äeUo 2lu50 s iivio, spricht deutlich ihren Schmerz darüber aus. Dieser Mahnung konnte der große aber eitle Dichter nicht widerstehen, und auch sie wurde nun Gegenstand seiner Aufmerksamkeit und Dichtung. Nach ihrer Rückkehr in's Vaterland unterhielt sie mit den gewonnenen geistigen Freunden einen literarischen Briefwechsel, der sich gegenwärtig im Besitze eines ihrer Ver- wandten, des Abate Giovanni Mosconi befindet und reiches Materiale zu einer Geschichte der innersten literarischen Be- ziehungen ihrer Zeit enthält. Einen Theil dieses Briefwechsels nahm A. Rubbi auf in sein „NFistoikrio äi Oonnk e ä'uo- mini celodri morti 0 vivsnti nsi 6e- <:o1c> XVIII". Von zwei Einladungen, eine von Mascheroni, dem berühmten Professor der Mathematik in Pavia, dieser ehemaligen Capitale des Longobarden- Königs, eine zweite von Don Vs.1<i2.8- L2.r6 OäsgQaloki äuog. äi Okri, das ewige Rom zu besuchen, folgte sie der er- steren, welche Mascheroni in das be- rühmte, in seiner Gattung neue, dem "didactischen Gedichte der Deutschen zu- nächst stehende Poem „1'Iuvito" ein- gekleidet hatte, worin er mit Meister- schaft die wissenschaftlichen Schätze Pavia's beschreibt, welche damals den Stolz Italiens bildeten. Im Anschauen der reichen wissenschaftlichen Schätze dersel- ben schöpfte sie neue Nahrung zu poeti- schen Ergüssen. Der Ruhm einer Für- stin, welcher damals Europa erfüllte, entstammte auch Lesbia Cidouia zum Gesänge, und sie schickte ihre beiBodoni prächtig gedruckten ^soioiti" der Kaiserin Katharina nach St. Petersburg. So entstanden namentlich auf ihren Zügen durch ihr Vaterland, wo sie überall neue Freunde unter den Ersten ihres Volkes gewann, viele Poesien, die, obgleich sie alle den gelegenheitlichen Charakter an sich tragen, sich durch Schwung, Gedan- ken und Reinheit des Styls hervorthun und zu den besten Dichtungen ihrer Zeit in Italien gehören. Gesammelt erschienen dieselben erst zwanzig Jahre nach ihrem Tode und wurden von ihrem Neffen Giov. Mosconi herausgegeben, welcher ihnen das begeisterte Na^io des Ab. Saverio Bettinell i ss.d.i.Bd.S.357) voraus- schickte. Von den ersten Geistern ihrer Zeit und ihrer Heimat wurde sie gefeiert; Bel- tramelli, Fontana, Pindernonte, Soave, Tiraboschi, Vanetti, Vai- letti, Vert 0 vagehörten zu ihren Freun- den und rühmen sie in ihrenSchriften. Die wissenschaftl. Akademien der Halbinsel, die der IneLtriakti von Bologna, der Leoitkti von Bergamo, der Dissonanti von Mo- dena, der OatsnNti von Macerata, der Ooouiti von Rom, der ^FiaU von Ro- veredo, der ^Mäkti in Pavia, die Flo- rentinische Akademie, Me der Künste und Wissenschaften von Mautua, außer jener der Arkadier, welche ihr Bildniß bewahrt, zählten sie unter ihren Mitglie- dern. Die Grismondi starb im Alter von 55 Jahren. Bor der von ihrem Neffen Giovanni Mosconi
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Füger-Gsellhofer, Band 5
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Füger-Gsellhofer
Band
5
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1859
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
426
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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