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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6
Seite - 355 -
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Seite - 355 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Guadagni-Habsburg, Band 6

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— Karl 388 H absburg — Karl. Feldmarschall > Lieutenant Herrn Ludwig de Traur in Wien hinterlassenen Münz« und Me- daillen-Sammlung" (Wien 1856), Nr. 111— 126.) 131. Karl, Infant von Spanien, gewöhnlich Don Carlos (geb. 9. Juli 1843, gest. 24. Juli 1368). Sohn Phi- l ipp's I I . von Spanien aus dessen erster Ehe mit Maria von Portugal. Carlos' Mutter starb den zweiten Tag nach ihrer Niederkunft und er mußte mit Ziegenmilch ernährt werden. Des Knaben Gemüthsart war, wie die vielen Geschicht- schreiber übereinstimmend melden, eine störrige, heftige; überdieß war seine Kör- perbeschaffenheit im Alter von 12 Jahren und später eine schwächliche. Man will Anlagen zur Grausamkeit an ihm gefun- den haben. Sonst entwickelte sich in ihm eine frühe Selbstständigkeit mit dem Bewußtsein der ihm zustehenden Rechte. Als er vernahm, sein Vater Philipp habe die Absicht, dem etwaigen Sohne aus seiner zweiten Ehe mit Marie von England die Niederlande zu übergeben, erklärte CarloS, dieß nie zugeben, son- dern seinen etwaigen Bruder bekämpfen zu wollen. Die Spannung zwischen Carlos und seinem Vater stammte aus früher Zeit und wurde so groß, daß Carlos seinen Großvater, den Kaiser Karl V., Vater, seinen Vater aber Bruder nannte. Später bezog Don Carlos mit Don Juan d'Austria, Karl's V. natürlichem Sohne ssehe d. Nr. 128 j^, und dem Prinzen Alexander von Parma die Universität Alkala, wo er durch einen Fall seinen Kopf so schwer verletzte, daß er trepanirt werden mußte. Seit dieser Zeit soll er körperlich noch schwächer, geistig noch wilder und aus« gearteter geworden sein. Raumer in dem in den Quellen bezeichneten Werke zählt eine Reihe von Rohheiten und leidenschaftlichen Ausbrüchen des Prinzen auf, deren Wahrheit, wie R. bemerkt, füglich nicht bezweifelt werden könne. Der Zwiespalt zwischen Vater und Sohn blieb sich gleich, wenn er nicht sogar zunahm. Die Königin, Philipp'sII. dritte Gema» lin, Elisabeth von Valois, versuchte es, Vater und Sohn auszusöhnen, aber die beiderseits gestellten Bedingungen waren für beide Theile unerfüllbar; der König verlangte, Carlos solle sein Naturell andern; Carlos wieder haßte Philipp's Günstlinge Espinosaund Alba, welche eben auch nicht liebens- würdig waren, und konnte sich nicht zu einer angemessenen Behandlung derselben verstehen. Carlos knüpfte demnach heim- liche Verbindungen in Spanien und Flan- dern an, bedrohte Philipp's Herr» schaft, und wie Einige wollen, des Vaters Leben. Als Philipp dieses Alles erfuhr, ließ er seinen Sohn verhaften. In der Nacht vom 18. auf den 19. Jänner 1368 erschien Philipp in Don Carlos' Schlafgemach, wo es zwischen Vater und Sohn zu einer heftigen Scene kam. Am 22. Jänner erklärte Philipp in einem an seine Stände erlassenen Rundschreiben, wichtige zureichende Gründe hätten ihn zur Verhaftung des Infanten vermocht und er habe den Schmerz des Vaters der Pflicht gegen Gott und sein Reich nach. setzen müssen. Anderes jedoch berichten andere Geschichtschreiber; so bringen Einige das Ganze mit einem zwischen Carlos und Don Juan ausgebrochenea Zwiste in Verbindung, worauf Letzterer dem Infanten wichtige Papiere entwendet, dem Könige Philipp übergeben und diesem ein von Carlos gegen Phi- lipp II. angesponnenes Complot ver- rathen habe. Abweichend von dem Vori« gen, aber sehr ausführlich, schildert Fourquevaulr, der französische Ge< 23 *
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Guadagni-Habsburg, Band 6
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Guadagni-Habsburg
Band
6
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1860
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
502
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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