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(Kunstfreund, geb. 13. August 1736, gest.
20. Oktober 1813), Sohn des Grafen Adam
Ludwig aus dessen Ehe mit Theresia
Gräfin Kager von Globen. Spielte nicht
nur vortrefflich das Clarinett, sondern war
auch ein großer Freund und Förderer der
Musik und unterhielt ein gewähltes Orchester,
an dessen Spitze der Kapellmeister und Com»
positeur Pichet stand. Der Graf componirte
Concerte, Symphonien u. dgl. m. In gleicher
Weise liebte er die anderen Künste, und um
seinem Kunstsinne zu genügen, ließ er auf seinen
Gütern in Böhmen prächtige Bauten aufführen.
Nm seinen Geschmack zu bilden, hatte er in
früherer Zeit Reisen nach Frankreich und Hol-
land unternommen. sGerb er (Ernst Ludwig),
Historisch biographisches Lexikon der Tonkünstler
(Leipzig 1790, Breitkopf). Bd. I, Sp. 587. —
Dlabacz (Gottfried Johann), Allgemeines
historisches Künstler»Lexikon für Böhmen und
zum Theile auch für Mähren und Schlesien
(Prag 1815. Haase, kl 4".) Bd. I , Sp. 865
saußer obigen Grafen Ludwig und dem
Grafen Franz de Paula Anton ss. d.
S. 392^j, welcher auch ein Musik« und Kunst«
freund war, gedenkt Dlabacz, I, 566, noch
eines Grafen H ar t ig, dessen Taufnamen aber
er nicht angibt, der im Jahre 1723 einer der
geschicktesten Pianospieler in Prag war, vor«
tressliche Instrumente und Musikalien besaß und
letztere in großen musikalischen Akademien und
in den Kirchen Prags aufführen ließ^ —
.7. Mar i a Therese Gräfin (geb. 10.
August 1783), Tochter des Grafen Franz
de Paula Anton ss. d. S. 392) und der
Gräfin Eleonore, gebornen Colloredo,
uermält (seit 27. Juni 1804) mit Clemens
August Grafen von l,'edüöur zu wicheln, welche
eine vorzügliche Sängerin und sehr geschickte
Zeichnerin war. I n dem Jahre 1803 hatte sie
mehrere gelungene Prospecte auf den gräflich
Hartig'schen Herrschaften in Böhmen aufgenom-
men und in Tusch ausgeführt. ^Dlabacz
(Gottfr. Johann), Allgem. historisches Kunst»
ler-3erikon, Bd. I, Sp. 568.^ z
lll. Wappen der Grasen Hartig. Quadrirtrr
Schild. 1: in Gold ein schwarzer Querbalken,
der in der Mitte mit einem goldenen Kreuze und
auf beiden Seiten am Nande mit einer aus
demselben hervorgehenden halben Diamant»
raute quer belegt ist; 2 und 3.- in Blau drei
schrägrechts stufenweise herabgehende silberne
Felsenspitzen, auf deren beiden unteren ein rechts«
sehender, zum Fluge sich anschickender schwarzer
(einköpfiger) Adler steht; 4: in Schwarz ein goldener Querbalken, über und unter welchem
ein goldenes Kreuz schwebt; das schwarze Feld
ist oben und unten auf beiden Seiten vom
Rande her mit einer aus demselben hervor«
gehenden halben Diamantraute quer belegt.
Auf dem Schilde ruht eine mit drei gekrönten
Helmen belegte Grafenkrone. Auf der Krone des
rechten Helmes steht ein goldener, die Sachsen
einwärts kehrender geschlossener Adlerflug, wel-
cher müdem schwarzen mit Kreuz und Diamant-
raute geschmückten Querbalken des Feldes
1 belegt ist. Auf dem mittleren Helme erhebt
sich ein rechts sehender gekrönter schwarzer Adler
mit ausgebreiteten Flügeln. .Aus dem linken
wachsen zwei blaue Büsselhörner, zwischen
denen auf den drei silbernen absteigenden Felsen
ein einwärts sehender schwarzer Adler mit
offenen Schwingen sicherhebt. Schild Halter:
Zwei auswärts sehende schwarze Adler. sVergl.
über das Wappen nicht nur Kneschke's
„Deutsche Grafen-Häuser der Gegenwart", Bd. I,
S. 323, sondern auch desselben: „Die Wappen
der deutschen freiherrlichen und adeligen Fami<
lien" (Leipzig 1857. I . O. Weigel). Bd. IV,
S 175.^
ßartig, Franz Graf von (Staats,
mann, geb. 8. Juni 1789). Sohn des
Grafen Franz de Paula Anton s^.
d. Vorigen S. 392^ aus dessen Ehe mit
Marie Elenora Gräfin Colloredo.
Welche Erziehung ein Vater, den ein frei-
sinniges Werk (im Jahre 1833) mit
folgenden Worten charakterifirt: „ein
warmer Freund der Literatur, ein Beför»
derer des Volksunterrichts und ein offener
Gegner des Pfaffenthums und des Un«
Wesens der geheimen Polizei", seinem
Sohne geben ließ, bedarf keiner Aus-
einandersetzung. Ungewöhnliche Talente
und andauernder Fleiß gesellten sich
för»
dernd zu der eingeschlagenen Richtung.
Kaum 20 Jahre alt, vermalte sich Graf
Franz (6. Jänner 1810) mit Julie
Gräsin Grundemann, einer Familie
angehörig, die sich
der besonderen Huld der
Kaiserin Maria Ludovica von Este,
dritten Gemalin des Kaisers Franz I.,
erfreute. Der Graf trat in den Staats,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Habsburg-Hartlieb, Band 7
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Habsburg-Hartlieb
- Band
- 7
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1861
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 472
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon