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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Band 8
Seite - 164 -
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164 Hazay, Buchdrucker und Journalist (geb. in Ungarn). Zeit- genoß. Levitschnigg in dem in den Quellen bezeichneten Werke führtHazay unter den „Schildknappen" Kossuth's auf, unter denen alle Diejenigen verstanden werden, die, weder zu den Mitgliedern der Magnatentafel, noch des Unterhauses ge- hörend . doch durch Wort und That für die Revolution und ihre Verbreitung thätig waren. Wie Albert Pälffy das in den Märztagen 1848 verrufene Blatt: „UaroxwL ^enätöälks", d. i. der 13. März, begründete, dessen Cynis« mus, verbunden mit beißendem Spotte, fo überhand nahm, daß es im Sommer 4849 kurz vor der Flucht nach Szege- din von der revolutionären Regierung selbst unterdrückt wurde, so rief Hazay 1849 ein Seitenstück dazu mit dem deutschen Blatte: „Der 14. April" in's Leben. Der Titel dieses Blattes steht mit den verhängnißvollen Ereignissen des ge- nannten Tages in Debreczin im Zusam- menhange, an welchem die Revolutions- partei treubrüchig sich von dem ange- stammten Könige lossagte, und Kossuth darauf zum regierenden Präsidenten Un- garns erwählt wurde. Hazay's Blatt war mit gewaltthätigem Uebermuthe und beispielloser Hartnäckigkeit geschrie« ben; Sätze, wie die folgenden: „Unsere Ablegaten sind ja nickende chinesische Pagodmköpfe"; — „das Bajonnet eines einzigen Honved ist uns mehr Garan» tie, als hundert Fastentische"- — „das Ministerium Szemere ist eigentlich schon gestorben, obgleich es keinen Geist aufzugeben hatte"; — „der alte legi- time Landtag ist nicht befähigt, die Constitution einer Republik zu ent- werfen" u. s. w. kennzeichnen seinen Standpunct deutlich. Es arbeitete mit aller Kraft auf dieRep ublik los. Aber es erschien nicht länger als dritthalb Mo» nate. Hazay selbst trat, als der Kampf begann, in den Landsturm ein und kämpfte in den Reihen der Insurrectionsarmee. Als die Ungarn überall geschlagen wor« den, flüchtete sich auch H., und soll, nach Einigen über Wien in's Ausland geflo« hen, nach Anderen mit Kmety auf tür< kisches Gebiet über« und in die ottoma» nische Armee eingetreten sein. I n dieser machte er als Major unter Omer Pascha den Krimfeldzug mit und kehrte mit zwei militänschenDecorationen, nach» dem es ihm gelungen war, die Amnestie zu erlangen, 1838 nach Temesvär zurück, wo er sich mit seinem Vater, der Buch» druckereibcsitzer ist, affocirte. Am 26. Sep- tember 1869 wurde er aber nach dem Leichenbegängnisse des Advocaten Pau- lo v ich mit mehreren Anderen plötzlich verhaftet. Ueber seine weiteren Geschicke liegt nichts vor. Gratzer Telegraph 1860, Nr. 22a. — Leuitschnigg (Heinrich Nitter von), Kos» suth und seine Bannerschaft. Silhouetten aus dem Nachmärz in Ungarn (Pesth 1850, Heckenast). Bd. I I , S. 2öi. Christian Friedrich (deut. scher Dichter, geb. zu Wesselburen im Dithmar'schen am 18. März 1813. nach Anderen 1813), Seit 1846 in Wien ansäßig, wo er den größeren Theil seiner bisher bekannt gewordenen Dichtungen schuf, gebührt ihm eine Stelle in diesem Lexikon. Sohn dithmarfischer Bauers- leute, welche in knappen Verhältnissen lebten; der Vater, ein strenger, religiöser und arbeitsamer Mann. erzog seine beiden Söhne in alttestamentarischer Weise; nur geistliche Lieder dursten im Hause ge° sungen, nur die Postille gelesen und nur leise gesprochen, nie laut gelacht werden. Die Mutter schien es wieder gewesen zu sein, wie dieß bei den meisten großen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hartmann-Heyser, Band 8
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Hartmann-Heyser
Band
8
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1862
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
514
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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