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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Band 8
Seite - 355 -
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Seite - 355 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Hartmann-Heyser, Band 8

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Herbert 388 Herbert enthalten, bot bei seiner Ausführung nicht geringe Schwierigkeiten; 3) die Anerkennung der türkischen Unterthanen, die sich in die kaiserlichen Staaten geflüch- tet hatten, als kaiserliche; 4) die Anwen- dung des Handlungsseneds auf alle tür- kischen Provinzen ohne Ausnahme; 3) den Schuh der katholischen Religion ohne Unterschied der Nationen; 6) die Zurück- stellung von Orsowa; 7) die Abtretung des Districtes an der Unna. Seine diplo- matische Stellung benutzte H. insbeson> dere auch dazu, seine Untergebenen für den Gesandtschaftsdienst im Orient, der von jenem in anderen Ländern stark unterschieden ist. auszubilden. Der in der orientalischen Akademie zu Wien begon- nene Sprachunterricht mußte erst in Con- stantinopel beendet werden. Die zum Dolmetschdienst ausgewählten Zöglinge gab er zu Armeniern in die Kost, unter- sagte ihnen jede andere Tracht, als die orientalische und förderte durch Einsam- keit und unmittelbare Berührung mit Orientalen ihre praktischen Kenntnisse im Verkehr mit denselben. Auch ließ er sich namentlich die Besetzung der levan« tischen Consulate angelegen sein, bestät- tigte nach dem Sistower Frieden die alten und ernannte neue; seit Herbert's Zeit besorgen kaiserliche Consuln die Geschäfte des österreichischen Handels und der Schiffahrt in Syrien und Egypten. So wie die erste Hälfte seiner diplomatischen Thätigkeit in Conftantinopel ruhig vor> übergegangen war, so bewegt war die zweite, in welche der Ausbruch der fran» zösischen Revolution, die Theilung Polens, der in den Niederlanden, in Deutschland und Italien auflodernde Krieg sielen, und welche Ereignisse nW ohne poli- tischen Einfluß auf die Türkei bleiben' konnten. Aber Herbert entwickelte die rastloseste Thätigkeit und behauptete aus die Minister der coalisirten Mächte einen so mächtigen Einfluß, daß man ihn im Rathe derselben füglich die Seele nennen konnte. Als nach dem Friedensschlüsse von Campo Formio der Handlungs« und Barbareskensened nunmehr auch auf die neuerworbenen venetianischen Staaten ausgedehnt werden sollte, hatte H. schwie« rige und verdrießliche Verhandlungen zu bestehen, denn die Barbaresken, fuhren fort, alle ehemals venetianischen, jetzt unter kaiserlicher Flagge segelnden Schiffe wegzunehmen. Drei Jahre dauerten die Verhandlungen, weil die Pforte ihre Verbindlichkeit auch auf die nach dem Sistower Traktat erworbenen Provinzen auszudehnen hartnäckig verweigerte; aber endlich gelang es H. für den bisher zugefügten Schaden ein Pauschquantum als Vergütung und noch mehr, für die Zukunft die Sicherstellung aller kaiser- licken Schiffe ohne Ausnahme von der Pforte gewährleistet zu erhalten. Dieß war das letzte namhafte Ergebniß der rastlosen Thätigkeit Herbert's. Indem er noch taxfrei zum geheimen Rath ernannt worden, entriß ihn bald darauf — im Alter von 68 Jahren — der Tod dem Staate, dem er als einer der geistvollsten Staatsmänner mit seltenem Erfolge in schwerer Zeit gedient hatte. Früher schon — im Jahre 1779 — war er zugleich mit seinem dritten Bruder Johann, der als Major in der kais. Armee diente, in den Freiherrnstand erhoben worden. Im genannten Jahre vermalte er sich auch mit Fräulein von Collenbach, aus welcher Ehe ihm die Tochter Constanze geboren wurde. Diese vermalte sich 1798 mit Sir Spen» cer Smith, bevollmächtigten Minister Englands bei der Pforte und Bruder des berühmten Sir Sidney Smith, der die französische Flotte zu Toulon 23"
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hartmann-Heyser, Band 8
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Hartmann-Heyser
Band
8
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1862
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
514
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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