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— Der zweite, Johann war
Rechtsanwalt des Fürsten Nikolaus
Eßterhazy und anderer Magnaten, er«
warb ein ansehnliches Vermögen, welches
er aber zu einem großen Theile für edle
Stiftungen verwendete. Außer zwei be»
trächtlichen Majoraten für seines Bruders
Söhne Johann denIüngerenundPaul
den Jüngeren, für jenen mit 100.000, für
diesen mit 89.000 fl., und ansehnlichen, im
Ganzen die Summe von 178.000 st. er<
reichenden 3egaten für andere Verwandte,
machte er eine Stiftung von 13.000 fi.
für arme Advocaten zu Pesth ohne Unter«
schied der Religion- eine von 30.000 st.
zur Erhaltung von Kirchen und Schulen;
eine von 16.000 st. zur Besoldung ihrer
Religionsagenten zu Wien und Preßburg
und eine von 10.000 st. zu einem Con»
victe für das Preßburger evangelische
Gymnasium. Selbst die Kaiserin Mar ia
Theresia und ihren Sohn Kaiser Io»
seph I I . bedachte er mit 3000 Stück
Ducaten. Ueber den heutigen Stand der
Familie und das unglückliche Ende des
einen ihrer Nachkommen siehe dieQuellen.
rbkksi 62 1k22äi>w2,2ä2i täbläkkal, d. i. Die
Familien Ungarns mit Wappen und Stamm-
tafeln (Pesth 1859, Moriz Räth. 8<>.) Bd. V,
S. 333. — Ersch und Grub er, Allgemeine
Encyklopädie der Wissenschaften und Künste,
I I . Section, 13. Theil, S. 476. — Arneth
(Alfred Ritter von). Maria Theresia's Regie«
gierungsjahre (Wien 1863, 8«.) Bd.I, S. 282,
283 . 304. — Heutiger Stand der Familie
Ie5.;cnäk. Der oben erwähnte Stifter Jo-
hann (I.) ist unvermält geblieben. Sein
Bruder Paul (I.) hingegen hinterließ mehrere
Söhne und Töchter. Von letzteren war Chri-
- stine mit Ale.rander Baron podmanitzku. ^ '
heirathet; von ersteren starb Stephan un«
vermalt (1784). Johann (II.) (gest. 1777)
schuf das Präoium MaMhäza auf der Insel Schütt, das die Familie noch von Mathias
Corvin im Jahre l486 zum Geschenke und
darüber von Kaiser Karl VI . eine neue Be-
stätigung erhalten hatte, in ein reizendes Land«
schloß um. welches, da er mit seiner Gattin
Ioljanim von proniyj keine Kinder hatte, auf
seinen Bruder Paul (II.) überging. Die heu»
tigen Sproßen dieser Familie sind also sammt«
lich Nachkommen dieses Paul. Paul (II.)
(gest. 1798) war auch russisch «holsteinischer
Resident in Wien und wurde von Kaiser
Joseph I I . mit Diplom vom 28. December
1781 in den Freiherrnstand erhoben. Außer
mehreren Töchtern hinterließ er zwei Söhne:
Johann (III.) (geb. 1760) und Paul (III.)
(geb. 1764), uon denen der letztere unverehelicht
geblieben, der erstere aber, Johann (III.).
Vater eines Sohnes und einer Tochter wurde.
Die Tochter Louise (geb. 1803) war mit 3a<
murl Grafen Trl>M vermalt und ist seit 19. Fe-
bruar 1837 Witwe. Der Sohn Johann (IV.)
(geb. Zu Preßburg 22. Jänner 1800) beendete
seine Studien am Lyceum zu Preßburg, 1819,
trat dann bei der königlichen Tafel in Pesth
ein. begab sich aber bald nach Wien, uon wo
aus er zur Selbstausbildung 1820 eine län-
gere Reise nach Italien, Frankreich und Eng-
land antrat, und im letzteren Lande, als zum
Gefolge des Fürsten Eßterhazy gehörig, der
Krönung des Königs Georg IV. beiwohnte.
Nach seiner Rückkehr übernahm er 1822 von
seinem Vater die Verwaltung des Gutes Sze-
nicze im Neutraer Comitate und später an des
Grafen Karl Zay Stelle die Oberaufsicht über
die evangelischen Kirchen und Schulen des pro-
testantischen Kirchensprengels diesseits der Do«
nau. Im Icihre 1848 zum Deputirten in den
ungarischen Landtag grwählt, stand er bei dem
Umschwünge der Verhältnisse zur revolutionä«
ren Negierung, für welche er als Commissär
der Republik in der Slovakei eine energische
Thätigkeit entfaltete Nach seiner Gefangen-
nehmung wurde er vor ein Kriegsgericht ge-
stellt, des Hochverrathes schuldig befunden und
zum Tode verurcheilt. Das Todesurtheil wurde
an ihm gleichzeitig mit Csäny sBd. I I I ,
S. 42) am 10. October 1849 in Pesth voll-
zogen. Baron Johann war mit j>uise
Gräfin Forgucl) (geb. 1810) verheirathet, aus
welcher Ehe fünf Kinder entsprangen, die
Söhne Johann, Alexander und Vela,
alle drei gestorben, wornach also diese Familie
im Mannsstamme erloschen wäre, und die
Töchter Louise, verheirathete DraskoiM und
Gisela. So Ivan Nagy. Zu welcher Fa<
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Jablonowski-Karolina, Band 10
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Jablonowski-Karolina
- Band
- 10
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1863
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 524
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon