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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12
Seite - 262 -
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Seite - 262 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12

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262 Tropfen deü Morgenthau's. der. an einer Vlume hängend, rein den Himmel wieder- spiegelt. So leuchte, verklärter Geist, deinem Volke! War auch Theodor Körner, dein Kranz, wenn dazu nur des Dichtrrs Lorber die Blätter hätte gebcn sollen, nicht so voll und schwer, wie er auf den Häuptern der großen Dichtergenien unseres Volkes ruht. Ger« mania brach reichlich Laub von ihrer Eiche und flocht es deinen Lorbern hinzu! Und glaubt es, kein Dichterkranz grünt ewig, wenn nicht das Vaterland, seine Freiheit und seine Größe ein Reis mit hinzugefügt! Dante trug um seine Schläfen die Cypressenzweige Ita- lia's; Shakespeare's unsterbliches Dichierwap- pen führt in seinem Felde Rose und Distel, die Blumen Britannia's. Für die Knechte gib! es keine Sonnen! Auch die Kunst verlangt ein Vaterland!"— ThadoäuSLau schreibt in seiner literar.histonschen Studie: „Der Tor- täus der deutschen Freiheitskriege" über Kör» ner den Dichter- „Eine verständige Kritik hat sich lediglich an die Lieferungen zu halten, welche von dem Dichter vorliegen. Körner's Talent war nn leichtes und leichtfertiges; seine Fruchtbarkeit ist erstaunlich. Alö Dra» ! matiker kommt ihm, eine gewisse formelle Fer> tigkeit abgerechnet, die in seinen sämmtlichen Bühnenarbeiten nicht verkannt werden kann. nur geringe Bedeutung zu. Seine komischen Stücke verarbeitete er nach Anekdoten, die er gelesen hatte, oder nach Vorfällen, die ihm selbst begegnet waren; die Komik in ihnen ist bloß äußerliche Situationskomik und anck« dotische Drolligkeit, der jede tiefere B?dru< > tung fehlt. In den ernsteren Dichtungen schloß ! rr sich oft bis zur Täuschung an das praftisckc Echauffement Schiller's an, nur daß er bri weitem rhetorischer und bei weitem ärmer an neuen und tiefen Gedanken ist. Selbst sein relativ bestes Drama „Zriny" athmrt meist eine kriegerische Begeisterung. Aber Körnrr'ü Bedeutung liegt auch keineswegs in seinen Dramen, welche die ästhetische Kritik immer« hin bemängeln mag. Körner's Bedeutung liegt einmal in dem lauteren, ächten Adel seiner Gesinnung, in der feurigen hinreißenden Gluth seines Patriotismus, liegt in der mannhaften That, mit welcher er bis zum freiwilligen Opfertode für die höchsten Güter seines Volkes einstand. Andere Tausende folgten mit gleicher Begeisterung dein Rufe zu den Fahnen, aber nur Wenige habrn so viel geopfert und vcr< lassen, als von Theodor Körner geopfert und gelassen wurde. Das ist seine Bedeutung alö deutscher Mann, als de t^schcr Patriot. Seine Bedeutung zweitens als deutscher Dichter haben wir in dem hohrn sittlichen Ernst und Gehalt, in dem Alles bewältigenden, zünden- den Schwung seiner herrlichen, von keinem der zahlreichen Conrurrenten unter den Sän- gern des Freiheitskrieges erreichten Lieder zu suchen. Körner'S Gedichte lagen allerdings den Landwehrmännern aus Preußen, Pom< mern. Schlesien zu hoch; in den Kreisen wur' den ganz andere Spott» und Schelmenlieder auf Napoleon und dic Franzosen gesungen. Aber für die Edelsten und Besten, für die Ge' bildeten seiner Nation waren Körner's Lieder berechnet und deren Gefühle und Empfindungen haben sie in einer Weise ausgesprochen, theils wachgerufen, wie das keinem andern Dichter der Epoche gelungen ist." — Heinrich Laube in seiner „Geschichte der deutschen Literatur" iBd, I I I , S. 206) gibt um der vaterländischen Lieder willen Körner'n eine Stelle unter den Dichtern der romantischen Schule, obwohl er nichts mit ihneu gemein hat, sondern durchaus eine jugendliche Nachahmung Schiller's ist. „Die Schauspiele „Zriny", „Nosamunde", „Hedwig" sind aber nicht das Moment, um welches sich die enthusiastische Theilnahme für Körner gruppirt hat. sondern die Vaterlands- liedcr sind es, soin „Das Volk steht auf". — „Ahnungsgrauend, todesmuthi^", — „Du Schwert an meiner Linken", kurz, sein „Leier und Schwert", eine Sammlung diesrr Lieder, sein Muth, seine Begeisterung, sein schöner Rcitertod.dirß romantische „Morgenroth", was ihm „zum frühen Tode leuchtete", dieß däm» mrrnde, hüpfende und tönende Iugendleben, - dieß Alles ist'5, was ihn zu einem ritterlichen Lieblinge unscrer Nation gemacht hat. Diefe ritterliche Gesinnung, diese liebenswürdige Person muß auch vor Allem in Anrechnung gebracht werden, wenn von einer Würdigung Körnrr'6 die Rlde ist. Hatte er auch nicht die Tiefe und Zinnigkeit der Scheukendorf mit ihren Vorzügen und Abwegen, an Feuer übertraf rr sie alle und seine Lieder stiegen auf und wirkten wie fliegende Gewitter, . . . Seine „Toni", sein „Nachtwächter" und „Grü« ner Domino" zeigten, daß er auch für die leich» tcre dramatische Unterhaltung flüssiges Ge» schick habe." — Wolfgang Menzcl in sei« nrm Werke: „Die deutsche Literatur" (Stutt- gart 1836. Hallberger. k«.) Zweite vermehrte Auflage, Bd. IV, S. 1?9. vindiärt K.'n den Nuhm, zuerst und am lautesten den feier» lichen Kriegsgelang angestimmt zu haben,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Klácel-Korzistka, Band 12
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Klácel-Korzistka
Band
12
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
528
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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