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Kellar 333 Koüar
tung": „WerKol lär" , schreibt dieser, „nich
persönlich, sondern nur aus seinen Gedichtet
gekannt hätte, der hätte sich seine hehre Dich
tergestalt so vorgestellt, wie er sich selbst it
dem Sonette 375 der „slav? äcsi-a« (Ausgab,
vom Jahre 1845) geschildert hatte:
„Mit dem einen Fuß auf den Karpaten,
Mit dem andern auf dem Ural steh' ich."
Doch in der Wirklichkeit erschien seine Per«
sönlichkeit anders, indem er ein Mann voll
Sanftmuth und ernster Milde war. Seine
bündigen, scharf abgegrenzten, gewichtigen,
im monumentalen Style gehaltenen Sonette
gleichen der äußerst symmetrischen Form und
dem Inhalte nach Marmortafeln, zum ewigen
Andenken auf die Heldengräder der Slaven
gelegt." — Kertb e ny in seinen Silhouetten
zeichnet die Persönlichkeit Kollär's mit fol»
genden Strichen: „Koller war ein nicht großer
Mann, damals wohl schon über die Vierzig,
trug hohe Kappenstiefel, einen dunkelbraunen
langen Rock, hatte stechendes Auge, scharfe
spitzige Nase und ausgesprochen slavische Phy»
siognomie."
?. Rebersehilllgeii Kollür's. Einzelne Sonette
aus Kollär 's „81äv7 äosra." sind in's Eng«
lische (von Bowr ing) , in's Französische,
Russische und Polnische übersetzt worden. Wie
immer, so ist auch die deutsche Sprache damit
allen vorangegangen. Oi-. E. Henszlmann
lBd.VIII , S 313) hat mehrere Sonette uor
Jahren bereits in der „Ungrischen Viertel«
jahrsschrift" in deutscher Uebersetzung mit«
getheilt. Eine größere Folge aber — nämlich
von 30 Sonetten — hat Wenzig in seinen
„Blüthen neuböhmischer Poesie" (Prag 1853),
und dann 6 andere in frei« Odenform in
seiner schon erwähnten Schrift: „Blicke über
das böhmische Volk" (S. l44) übersetzt.
Kollar, Vincenz (Naturforscher,
geb. zu Kranowitz, einem Marktflecken
in dem zu Preußische Schlesien gehörigen
Theile des Fürstenthumö Troppau, am
48. Jänner 4797, gest. zu Wien am
30. Mai 1860). Den Elementarunter.
richt erhielt K. in seinem Geburtsorte, im
Jahre 4807 bezog er das Gymnasium zu
Leobschütz und 1813 — mit einer tüch»
tigen classischen Bildung als Grundlage
— die Wiener Universität behufs medi»
cinischer Studien. Einer der Zehrer des, Leobschützer Gymnasiums — Schramm
— hatte seine Liebe zur Naturgeschichte,
besonders zur Entomologie rege zu machen
und zu fördern verstanden. So schloß sich
denn auch Kollar bereits im Jahre
1817 den Arbeiten am k. k. Hof-Natu.
raliencabinet freiwillig und eben deß«
halb um so eifriger an, und bereits im
nächstfolgenden Jahre suchte sich dieses
Institut — damals unter Karl von
Schreiber's Leitung — die ständige
Mitwirkung K.'s durch Erwirkung seiner
Ernennung zum
stipendirten
Praktikanten
zu sichern
und vertraute ihm 1819, nach
Ziegler's Austritt, die gesammte ento»
mologische Abtheilung an. Im Jahre
1824 erhielt K. seine feste Anstellung als
erster Aufseher; im Jahre 1833 wurde
er zum Cuftos befördert. Als im Decem»
ber 1831, nachdem der Director von
Schreiber auf sein Ansuchen in den
Ruhestand versetzt worden, eine Reor»
gamsation der k. k. naturhistorischen
Museen auf Grundlage der Trennung
der drei Hauptfächer: Zoologie. Botanik
und Mineralogie, Allerhöchsten Orts an-
geordnet wurde, erhielt Kollar die
Oberleitung der gesammten zoologi-
schen Abtheilung und behielt sie durch
2 Jahre bis zu seinem Hinscheiden.
Mehr a!S Eine Auszeichnung ward ihm
während seiner 43jährigen ehrenvollen
Laufbahn. Im Jahre 1848 (1. Februar)
erwählte ihn die kais. Akademie der
Wissenschaften zu Wien zum wirklichen
Mitgliede. Im Jahre 1834 wurde er mit
dem Ritterkreuze des österr. kais. Fran;
Ioseph'Ordens geschmückt. Den Schluß
seines 40. Dimftjahres (1638) verherr-
lichten neue Beweise der Huld seines
allergnädigsten Kaisers: die Ertheilung
des Titels eines k. k. Regierungsrathes
und einer jährlichen Personalzulage von
00 fl. Zahlreiche wissenschaftliche Staats.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Klácel-Korzistka, Band 12
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Klácel-Korzistka
- Band
- 12
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 528
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon