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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12
Seite - 340 -
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Seite - 340 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12

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Koller 340 Koller maffen besonders hervor. Kaltblütig tra er an beiden Schlachttagen die Anstalten die ebenso hohen Muth als Einsich, bewiesen. Wo die Gefahr am größten war, war er dabei. Stets an der Spitze der Truppen, eiferte er durch sein eigenes Beispiel die Regimenter in dem Grade an, daß alle feindlichen Stürme abge» schlagen werden konnten. So erfuhr er denn auch die Auszeichnung, auf dem Schlachtfelde mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien«Ordens geschmückt und außer seinem Range zum Gmeral.Major befördert zu werden. Auch berief ihn der Generalissimus Erzherzog Kar l unmit telbar an seine Seite und beehrte ihn mit den wichtigsten Auftragen. Nach dem Abschlüsse des Wiener Friedens befehligte K. eine Brigade in Böhmen und in diese Periode fällt sein eifriges Studium der Staatswissenschaften, das ihn auf dem Parquete eine ebenso glänzende Rolle spielen ließ, wie er vordem auf dem Schlachtfelde gespielt. Zu Anbeginn der Befreiungskriege zum Feldmarschall-Lieu» tenant befördert, erfolgte im August 1813 seine Berufung in das Hoflager und seine Zutheilung als erster General' adjutant bei dem Feldmarschall Fürst Schwärzend erg. Seitdem hatte er eine Reihe der ehrenvollsten Aufträge auszuführen. Des einen historisch interes. santen sei hier besonders gedacht: Kol> ler war einer der Commissarien, welche 1814 Napoleon nach Elba begleiteten. Seine Rechtlichkeit und Freimüthigkeit einerseits wie sein feines und tactvolles Benehmen andererseits gewannen ihm das Vertrauen des abgesetzten Kaisers, den er bei der Reise durch die südlichen Departements vor den Mißhandlungen eines von fanatischen Priestern und räche- brütenden Ultra's aufgereizten Pöbels schützte. Er bewahrte den Ueberrock des gestürzten Helden, der, um nicht erkannt zu werden, denselben mit Koller's Gene« ralsuniform vertauscht hatte, als Anden» ken. Nach seiner Rückkehr vollzog K. den von Napoleon aufElba erhaltenen Auf. trag, mit Genua im Namen des neuen Herrschers eine Handelsverbindung zu Gunsten der Insel abzuschließen. Dieses Verhalten Koller's verdient um so größere Würdigung, da in jener Zeit voll aufgeregter Leidenschaften und ein- seitiger Ansichten bei Vielen die Stimme der Mäßigung und des Edelmuthes ganz verklungen zu sein schien. ^Vergleiche übrigens die Quellens Nach der Rück» kehr von seiner Sendung (Juni 1814) begleitete er den Kaiser von Rußland und den König von Preußen, sowie die Erzherzoge Johann und Ludwig nach London und auf ihrer Reise durch Eng» land. Unmittelbar darauf erhielt er die Sendung nach St. Petersburg, um den Kaiser von Rußland zum Congreffe nach Wien einzuladen. Auch war er es, der den Kaiser A lexander im Namen seines Monarchen an der Grenze von Galizien empfing und nach Wien ge« leitete. Im Jahre 1813 erhielt K. die Bestimmung als Gmeral»Intendant bei der nach Neapel vorrückenden österreichi« schen Armee und zugleich ausgedehnte VollmachtzurOrdnung und Ausgleichung mehrseitiger finanzieller Verhältnisse, in denen sich Oesterreich zu verschiedenen Staaten Italiens befand. K. bewährte n Abwicklung dieser mitunter schwierigen Angelegenheiten seine längst erprobte Umsicht; traf die zweckmäßigsten Ein» leitungen, damit einerseits die Armee mit den von ihr beanspruchten Erfordernissen rasch und reichlich versehen, und anderer» 'eits das besetzte Land nicht unnöthiger Weise oder doch zu empfindlich belastet werde. Rechtlichkeit und Unparteilichkeit
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Klácel-Korzistka, Band 12
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Klácel-Korzistka
Band
12
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
528
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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