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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12
Seite - 406 -
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Seite - 406 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Klácel-Korzistka, Band 12

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Aompert 406 Aompert Flammen übergeben. Unter diesen Verhall- nisten kam das Jahr 4840 heran. Da ließ crsich von der lebhaften Schilderung eines ungarischen Pußtadorfes so sehr hin- reißen, daß er die Stelle, die ihn nährte, aufgab und mit seinen Ersparnissen auf einem Dampfschiffe die Donau hinab- schwamm, um sich mitten in Alföld. jener Tiefebene, die so viel des eigenthümlichsten Lebens enthalt, ftr einige Zeit häuslich niederzulassen. Erst die beginnende Ebbe seiner Barschaft mahntc ihn an den Rückzug. Auch drängte es ihn, seine Studien fortzusetzen. Als er in Preßburg ankam, wo damals Adolph Ne ustadt die „Preßburger Zeitung" und das mit ihr verbundene belletristische Beiblatt „Pannonia" redigirte, und einen Kreis tüchtiger Fortschrittsmänner, die daselbst von den Censurplackereien weniger ge« quält waren, um sich versammelte, schlug K., der sich mit Neustadt und mehreren seiner Mitarbeiter befreundet hatte, einst- weilen dort seinen neuen Wohnsitz auf und fand sich bald so behaglich, daß er vor der Hand in Preßburg seinen bleibenden Aufenthalt nahm. Eine in Szegedin fertig gewordene Arbeit, betitelt „Pußtabilder", wurde von Neustadt in seiner Zeitung aufgenommen, und mit derselben betrat K. zum ersten Male die Oeffentlichkeit. Der Erfolg war ein günstiger; die unga- rische Zeitschrift „Listkspek", d. i. Zeit- bilder, brachte bald eine Uebersetzung dieser in der „Pannonia" mitgetheilten Skizze. Den Pußtabildern folgte eine Novelle: „Die Heineanerin"; auch trat K< mit dem damals so beliebten Wiener Wochenblatt: „Die Sonntagsblatter", welches Dr. L. A. Frank l redigirte, in Verbindung und diese brachten seinen Aufsatz über Wal len st ein's Gebeine in Mknchengratz. Das Feld der Schrift, stellerei war einmal betreten und K. arbeitete fleißig; er schrieb Gedichte, Thea» ierkritiken, ungarische Skizzen, Novelletten u. dgl. m. „Die Grabschrift auf ein Pferd" erregte größere Aufmerksamkeit und war die Veranlassung, daß ihn Georg GrafAndrassy kennenlernte. Kompertgab nun die Studien auf und ging als Lehrer in das grafliche Haus nach Hossuräth im Gömörer Comitate. Das war 1843. Wie sein Biograph Neustadt bemerkt: „Aus der München- gratzer „Gasse", von der Entbehrung hin- weg in das Schloß eines einflußreichen, mächtigen Magnaten zu kommen, ist keine kleine Wandlung". Er wurde bald der Liebling der Herrschaft, der geehrte Erzieher des jungen Grafen und wurde ihm schon nach Jahresfrist der zugesagte Iahrgchalt, ohne daß er selbst ein Ver> langen gestellt hätte, auf das Doppelte erhöht. I n dieser angenehmen und ihn geistig so fördernden Stellung hatte er Muße genug, sich in sein Inneres zu ver» tiefen, und damals begann er jene Ge- schichte zu schreiben, die ihm später einen in der Literatur so geachteten Namen und so viele Freunde erworben. Den Winter 4846 auf 1847 verlebte K. mit der gras- liehen Familie in Wien. Da traf ihn Ende Juli 1847 die Trauerbotschaft von dem Tode seiner Mutter. DerDrang. die zum zweitenMale unterbrochenen Studien fortzusetzen, erwachte in ihm von Neuem und, sein Verhältniß im graflichen Hause lösend, begab er sich nach Wien, um dort die Medicin zu studiren. Das Jahr 1843 vereitelte diesen Plan. Die Journalistik, welche einen ungeahnten Aufschwung nahm, gewann anK. eine achtbare Kraft; Ende 1848 übernahm er die Redaction des Feuilletons des „Oesterreichischen Lloyd", dieses nach so mannigfaltigen Wandelungen noch heute als „Constitu« tionelle österreichische Zeitung" bestehenden
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Klácel-Korzistka, Band 12
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Klácel-Korzistka
Band
12
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
528
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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