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Hauptmann bei der adeligen Insurrection.
Im Jahre 1828 zum siebenbürgischen Kanzler
ernannt, wurde er im Jahre 1837 von den
Ständen zu dieser Würde gewählt und im
nämlichen Jahre provisorisch zum Landes«
Präsidenten emannt. Im Jahre 182« trat er
in den Ruhestand über; für seine Verdienste
um die Krone wurde er mit dem St. Ste.
phaN'Orden und der geheimen Rathswürde
ausgezeichnet. Der Graf war während semer
politischen Laufbahn zu öfteren Malen Depu-
tirter und im Jahre 1848 Präsident der
Csik'fomlyoer Versammlung. Ein nicht geringes
Verdienst erwarb sich Graf L. um die Hebung
der Mineralväoer zu Borszsk. Graf Ladis-
laus war (seit 1823) mit Elisabeth Gräsin
Bänffu oerheirathet, die im ersten Wochen«
bette starb. Aus seiner Ehe sind keine Kinder
vorhanden. Im verflossenen Jahre, im hohen
Alter von 83 Jahren, starb der Graf zu
Klausenburg, wo er. nachdem er in den letzten
Jahren erblindet war, bei seinen Neffen lebte.
— 8. Sigismund von L. lgeb. zu Diszna
ij. Juni 1740. gest. im Jahre 182«), ein
John Gabriel'S aus dessen Ehe mit Clara
Kün. Er war Edelknabe am Hofe des
Oraner Erzbischofs und Caroinals Joseph
Grafen Batthyäni ^Vd. I , S. 177). Im
Jahre l7lii trat er im Infanterie>Negimente
'Adam Henzel Graf Batthyani Nr. 34 ein,
wurde Haupimann, machte den türkischen
Feldzug mit, in welchem er zuerst bei der
Belagerung von Belgrad und dann später wie>
der so schwere Schußwunden erhielt, daß er
genöthigt war, sich in den Ruhestand zurück«
zuziehen. Auf dem Landtage des Jahres 17i)2
fungirte L. als königlicher Beamter. Aus einer
zweimaligen Ehe, zuerst mit der Edelmanns-
tochter Damianoi'isz, welche er im Jahre
1787 heirathete und die schon im Jahre
1793 im Wochenbette starb, und dann
mit der Generalstochter Anna Min. die im
Jahre 1796 seine Frau wurde, stammen drei
Söhne, Alexander, Joseph und Georg
und eine Tochter Llntonia. Von Ersteren
ist Georg's schon sNr. 4) gedacht worden.
^6i 'ö l I^ä2äi 'o»a1l iH, wie oben, H. 273,
Nr. 122.) — Eine von dem Vorigen verschiedene
Persönlichkeit ist der General'Major Sigis«
mund von LHzär, der vielleicht zu einem an»
deren, wenig bekannten Zweige dieser Familie,
oder aber zu einer^ganz anderen Familie dieses
Namens, deren IvänNagy in seinem Adtts.
werte: „^ 123501-01-2263 osklMiü" (Bd. VI I ,
S. 71—73) noch sieben andere aufzählt, gehören dürfte, und sich durch eine nach ihm
benannte Stiftung zweier Plätze ia k. k.
Militär-Biloungsanstalten für Offtcierssöhne
oder Jünglinge adeliger Familien aus dem
Temeser Banate. wobei jedoch Jünglinge aus
der Familie des Stifters den Vorzug haben,
bekannt gemacht hat. Das Verleihungsrecht
für den einen besitzt Feldmarschall'Lieutenant
Graf Coronini<Cronberg, damals com«
mandirender General im Barmte, nach dessen
Ablebm der jeweilige Militär»3andeschef im
Banate; für den Zweiten ist es dem Stifter
und beziehungsweise dessen Erben vorbehalten.
M i l i t ä r < Schematis m u s des österreichi«
scken Kaiserthums (Wien. Staatsdruckerei.
8".) Jahrgang 1865, S. 831, Nr. 36.) —
9. Stephan (I.) (gest. zu Putnok im Gömö-
rer Comitate 9. Mai 1644), ein Sohn deS
(1379 verstorbenen) Andreas L. ^Nr. ^
aus dessen Ehe mit El isabeth Szoni»
bor. Srephan zählt zu den hervorragenden
Kämpen seiner Familie. Ein Anhänger Ga»
briel Barhory's, nahm er an allen Feld«
zügen desselben Theil, wohnte der Belagerung
von Hermannstadt, dem Zuge in die Walachei
bei und kämpfte gegen Naduly. Im Jahre
1615 war er Oberkönigsrichter von Csit.
Er stand längere Zeit auch bei Georg Ra»
koczy I. in großer Gunst, verlor aber
später dieselbe. Für den Wachsthum der
Macht seines Hauses war er durch Erwer«
bung mehrerer Besitzungen beflissen. So ge<
langte er wieder in den Besitz von Szär»
hegyi, welches schon ein Jahrhundert früher
im Besitze der Luzär'schen Familie sich
befunden hatte. I n den Jahren 1631 und
1632 erbaute er das Schloß daselbst neu
vom Grunde aus. Seine erste Frau war
Helenn IzclMj, die im Jahre 1629 starb
worauf er sich mit 5>lisüm,ll, der Tochter des
Kanzlers Rouäcljol-zi (auch Kovucsoczi), ver«
malte. ^ <3r6k I^äs«.!- cüklää, wie
oben, S. 134—lö4. Nr. 63.) — 10. Ste-
phan (ll.) (geb. 1626. gest. zu Fogaras
24. April 1679), der Sohn des früheren
Stephan aus dessen erster Ehe nnt Helena
Szekuly. Stephan führte mit seiner
Stiefmutter Susanna K 0 u ach 0 l.- zi wegen
der Familiengüter einen längeren Proceß und
überhaupt ein bewegtes Leben, daS er auch in
Gefangenschaft endete. Ein Anhänger Ra»
to czy's I I . , focht er mit ihm im walachi-
schen, später im polnischen Kriege. Im Jahre
1660 war er Oberkönigsrichrer von Csik, als
solcher gerieth er in Barcsai's Gefangen»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon