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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 269 -
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Seite - 269 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14

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Leber 269 Leber seinen wissenschaftlichen und künstlerischen Bestrebungen hingeben wollte. Mehrere Jahre später, im Jahre 1841, hatte er die Allerh. Bewilligung erwirkt, sich im k. k. Münz» und Antikencabinete verwen« den zu dürfen, aber damals bereits war er so leidend, daß er aus Gesundheits» rückfichten den ganzen Sommer über auf dem Lande zubringen mußte und schon im Jahre 1842 diese mit seinen Lieb- lingswünschen vollends übereinstimmende Stellung wieder aufzugeben gezwungen war. Noch ist zu bemerken, daß L. dem Herrn Erzherzog Franz Joseph, nun- mehrigen Kaiser von Oesterreich, Vor«, träge über mittelalterliche Waffenkunde hielt. Die letzten Jahre seines Lebens wurden 3., der seit 23. Jänner 1837 mit Mathi lde von Frank verheirathet war, viel durch körperliches Leiden ver» bittert und war er von 1842 an genö« thigt, jeden Sommer mit seiner Familie in Baden zuzubringen. I m Sommer des Jahres 1843 schien eS fast. es habe seine Gesundheit sich so gekräftigt, daß jeder Grund zu weiteren Besorgnissen wegfiel. Aber im Herbst 1846 trat dag Leiden mit einem Male wieder energischer auf als je zuvor, und nach einigen Wochen hatte L., der erst 43 Jahre alt war, unter fürchterlichen Schmerzen geendet. Diese kurze Spanne Zeit, in welcher es ihm in der ihm so sehr zusagenden Richtung zu wirken und zu schaffen gegönnt war. hat 3. gewissenhaft ausgenützt. Ein Freund der Geschichte und Alterthumskunde hatte er mit besonderer Vorliebe die deutsche Vorzeit zum Gegenstande seiner For> schungen gemacht und Kunstgeschichte, Sittenzüge, Kriegsgebräuche, Rüst» und Waffenwesen waren es, die ihn besonders anzogen. Während er diese anziehenden Studien emsig trieb, legte er gleichsam als Förderung derselben drei Sammlun» gen an, eine von Handzeichnungen und Kupferstichen, welche treffliche Abdrücke, manche Seltenheit und im Ganzen an siebenthalbtausend Blätter enthielt; dann eine Sammlung von Büchern über Waffen« und Costumkunde, Baukunst, Reisen und Biographien, in der fich auch mancher werthvolle Schatz befand; die dritte und werthvollste aber war eine archäologische Sammlung von Nüst. und Waffenstücken, mittelalterlichem Haus» geräth, Glasgemälden und anderen Kunstgegenständen, darunter manches äußerst werthvolle Prachtstück, das aus fremden Landen in seinen Besitz gelangte. Umgeben von diesen Schätzen, trieb er seine Studien, welche auf diese Art den Charakter einer seltenen Gediegenheit und Gründlichkeit annahmen. Ueberdieß be» suchte 3. die reichsten Kunst» und Waffen- sammlungen Deutschlands, um so durch unmittelbare Anschauungen manche seiner eindringlichen Forschungen zu vergleichen, zu unterstützen oder zu berichtigen. Zwei Gegenstände waren es zunächst, worauf 3. sein Augenmerk richtete: Das Turnier- wesen und der alte Burgenbau. Ueber das Turnier wesen hatte er sich die erschöpfendsten Kenntnisse angeeignet, aber die im Jahrgang 1836 der von Kaltenback herausgegebenen „Oester» reichischen Zeitschrift für GeschichtS» und Staatskunde" (S. 49—31 u. 38—36) ent- halteneBesprechung von Bud ik's Schrift über: „Ursprung, Ausbildung, Abnahme und Verfall des Turniers" ist leider die einzige Arbeit über diesen Gegenstand, auf den er wohl noch einmal, aber auch nur nebensächlich in seinen „Rückblicken" zurückkam; eine erschöpfende Darstellung, deren Gediegenheit schon obige Bespre- chung ahnen läßt, mit allen erforderlichen Abbildungen zu den 43 Arten des deut« schen Turniers, die ihm mit vollkomme.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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