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Lechlkitnel, Ingenuin (Bildhauer,
geb. zu Gr ins nächst PianS im Stanzer»
thale Tirols, lebte im 48. Jahrhunderte).
Keine der unten angeführten Quellen
weiß über die Geburts- und Sterbezeit
dieses Künstlers Genaueres anzugeben.
So viel ist gewiß, daß er in der ersten
Hälfte des 48. Jahrhunderts gelebt und
um das I . 1730 gestorben sei. Er war
ein Schüler des Bildhauers Auer aus
Grins, der ein nicht ungeschickter Künstler
gewesen. Spater begab fich 3. nach Wien
und setzte seine Studien bei dem Hofbild-
hauer Sternet t i fort. Von seinen Ar-
beiten sind nur wenige bekannt, so z. B.
sind im Belvederegarten, der ehemals
dem Prinzen Eugen gehörte, einige Sta»
tuen von L., darunter die eines Herkules;
in Innsbruck ist in der St. Johannes«
kirche von seiner Hand die Statue des
„H. IllhllnneZ" und ein „Grnrisx"; — im
Sternbach'schen Garten zu Mühlau:
„Mehrere Statuen"; — zu Rotholz im
Unterinnthale in Tirol: „Gin H. Seba-
Man", aus Holz; — im Stifte Stams
auf dem Giebel: „Ner Herzog Meinhard uan
Tirol zn Pterd"; — eine „Johlinnesötatne",
welche vordem auf der Innbrücke zu
Innsbruck gestanden, ist bei der Ueber»
schwemmung am 11. Juli 1762 zu
Grunde gegangen. 3. lebte und arbeitete
vorzugsweise zu Innsbruck, wo er auch
gestorben ist.
Tirolisches Künstler-Lexikon oder kmze
Lebensbeschreibung jener Künstler, welche ge-
borne Tiroler waren u. s. w. (Innsbruck 1830,
Felic. Rauch. 8».) S. 444. — Staff ier
(Ioh. Iac.), Das deutsche Tirol und Vorarl-
berg, topographisch mit geschichtlichen Bemer-
kungen (Innsbruck 1847. Felic. Rauch, 8".)
Bd. I, S. 238. — Nagler (G. K. Dr.),
Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München
1838. E. A. Fleischmann, 80.) Bd. VII , S.381.
. — Die Künstler aller Zeiten und Völker.
Begonnen von Prof. Fr. Mül ler, fortgesetzt
von Dr. Karl Klunzinger (Stuttgart 185S, Ebner u. Seubert, gr. 8".) Bd. I I , S. 566. —
Tschischka (Franz), Kunst und Alterthum in
dem österreichischen Kaiserstaate (Wien 1836
Fr. Beck. gr. 8".) S. 145 u. 373 snennt ihn
einen Bildhauer von Gries; L.'S Geburtsort
heißt Grins, nicht Gries^. — Conversations»
blatt. Zeitschrift für wissenschaftliche Unter-
Haltung (Wien. Gräffer, gr. 8".) H. Jahrg.
(1820), 3. Band. S. 926 Daselbst wird er
ein Ingenieur genannt; es ist dieß offenbar
ein Schreib» und Druckfehler für den Tauf»
namen Ingenuin), — t. Ein Johann Ne-
pomvk L. (geb. zu Stanzach im Oberinn»
thale Tirols 13. Mai 1778, gest. zu Neustift
7. November 1827) trat in das Augustiner-
Chorherrnstift zu Neustift im Pusterthale
Tirols und nahm den Klosternamen Wil<
Helm an. L. war ein vortrefflicher Musiker,
der auch als Tonsetzer Verdienstliches geleistet.
An seinen Kompositionen, unter denen sich
Messen, Oratorien, Cantaten u. dgl. m. be«
finden, wird Einfachheit und kirchliche Weihe
gerühmt. Die Musik«Lexika. von Gerber
angefangen bis auf Bernsdorf'Schlade»
bach, kennen ihn nicht. ^St affler (Ioh.
Iac.), Das deutsche Tirol und Vorarlberg,
topographisch mit geschichtlichen Bemerkun-
gen; in zwei Bänden (Innsbruck 1847, Felic.
Rauch. 8«.) Bd. I , S. 316.) — 2. Ein
Franz Lech leitner aber lebte in den fünf»
ziger Jahren des laufenden Jahrhunderts als
Kupferstecher in Wien und war einige Zeit
Mitglied der daselbst bestehenden Künstler»
gesellschaft „Eintracht". Näheres über sein
Leben und seine Arbeiten ist dem Herausgeber
dieses Lexikons nicht bekannt.
Lechner, Adele Elise (Schauspie,
lerin, geb. zu Wien im Jahre 1824,
gest. zu Prag 24. Mai 1861). Sie
bildete sich in Wien für die Bühne und
trat zuerst in Olinüh, später in Wien im
Carl.Theater auf. Im Jahre 1846 be«
rief sie Director Ho ff mann >^Bd. IX,
S. 172, Nr. 23, Hoffmann VIY an das
damals von ihm dingirte Prager Theater,
wo Adele 3. eigentlich die Blüthe ihrer
Künstlerschaft entfaltete und fünfzehn
Jahre lang, bis zu ihrem im Alter von
37 Jahren erfolgten Tode zu den Zierden
der Prager Bühne zählte. Sie spielte
meisterhaft naive und muntere Liebhabe.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Laicharding-Lenzi, Band 14
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Laicharding-Lenzi
- Band
- 14
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1865
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 550
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon