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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 299 -
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Federer 299 Lederer zur Erreichung dieser Ergebnisse bestand darin, das Vertrauen des In« und Aus. landes zu beleben und die Zufriedenheit der Bevölkerung herzustellen. Da war es denn Baron 3 ed e r e r, der Redlichkeit, Gewissenhaftigkeit, Ordnungssinn und strenge lleberwachung der Gebarung mit den Stlllltsgeldern als Grundlagen des Staatshaushaltes betrachtend, entschie» den an dem Grundsahe hielt, daß die ge> wiffenhafte Zuhaltung aller Verpflichten« gen des Staates, thunlichste Schonung der Kräfte des Steuerpflichtigen und ein strenges Controlfystem über alle Zweige des Staatsaufwandes die richtigen Mit» tel seien, um Vertrauen, Wohlstand und Zufriedenheit zu begründen. Bei den organisatorischen Arbeiten, welche die Verschmelzung und Einrichtung der der Monarchie durch die damaligen Frie- densschlüsse zugefallenen Provinzen be» zweckten, hatte 3. einen bevorzugten An- theil. Den hie und d"a laut gewordenen Zweifeln, ob diese Einrichtungen allen Erfordernissen eines einheitlichen organi- schen Baues entsprachen, steht die That» sache gegenüber, daß sie mehr als eine ganze Generation überdauert, daß inner- halb dieser Periode Ruhe, Ordnung, Sicherheit und Aufschwung in der Cul> tur und im Wohlstande unverkennbare Fortschritte in den betheiligten Zandern gemacht haben; daß endlich jeder poli« tische Organismus nichts Starres, sondern ein Lebendes sei, und als solches einer fortgesetzten Entwicklung und Ausbil« düng bedarf, um nicht gegen die Bedürf- nifse und Strömungen der Zeit zurückzu« bleiben. Als Mitglied des Staatsrathes und vertrauter Rathgeber zweier Monar« chen, hatte 3. ein Wort mitgeredet bei allen Verhandlungen, welche in der ersten Halste des laufenden Jahrhunderts die Aufmerksamkeit der Regierung für die Verbesserung der Commum'cation, für die Hebung des Feldbaues, für die Belebung des Handels, für die Erleichterung der auf dem Grundbesitz ruhenden Lasten, für die Beseitigung der Gebrechen in der bestehenden Besteuerung, für die ausge« dehntere Befriedigung der Bedürfnisse des Unterrichtes, für die Erzielung eines inni° geren Verbandes der Monarchie mit den ungarischen Kronlandern und für die ver- schiedenartigen Aufgaben der Gesehge. bung und Verwaltung, welche in einem so großen Staate fortwährend zu lösen find, so vielfältig beschäftigt haben. Die letzte Stelle, welche 3. übernahm, war jene eines Gouverneurs der österreichischen Nationalbank. Die vollständige Unab« hängigkeit und Selbstständigkeit der Na» tionalbank innerhalb der Grenzen ihrer Statuten war nach seiner Ueberzeugung die Grundlage ihres Credits; als diese Ansicht nicht mehr volle Geltung fand, brachte er seiner lang genährten Ueber« zeugung seine Stellung zum Opfer und trat aus seinem Wirkungskreise. Eine Geschichte der Nationalbank, von ihrem Entstehen bis zu ihrer Entwicklung in der neueren Zeit, war so zu sagen der Nachlaß für die ihm liebgewordene An» stalt und sollte ein Wegweiser für Alle sein, welche sich mit Credit »Instituten beschäftigen. Diese Arbeit erschien unter dem Titel: „Nie prillilegirtc ü2terreichiZche Nllwnlll-Vllnk" (Wien 4847, gr. 8".). L. wurde für seine Verdienste mit dem Com« tnanoeurkreuze des St. Stephan>OrdenS und der 4. Classe des Ordens der eiser« nen Krone ausgezeichnet. Nachdem es ihm, sobald er sich von allen Geschäften zurückgezogen, gegönnt war. noch zwölf Jahre der vollen Muße zu leben, starb er im hohen Alter von 88 Jahren. Der aus seiner Ehe stammende einzige Sohn Kar l August ss. d. S, 296, Nr. ",)
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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