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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 389 -
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Seite - 389 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14

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Kaillou 389 Kaillou Medicis trat, der ihn im Juli 1733 zum Generaldirector der berühmten medi» ceischen Gallerte in Florenz, im folgenden Jahre aber zum Generaldirector aller Festungen, Gebäude und Bergwerke in Toscana ernannte. Nach J o h a n n Gasto's des letzten Mediceers 1737 erfolgtem Tode kam B. in die Dienste des Großherzogs von Toscana Franz Stephan's von Toscana, Gemals der Kaiserin Mar ia Theresia. B. behielt die unter Johann Gasto bekleideten Würdm. Schon als Generaldirector der Bergwerke in Parma und später in Toscana hatte B. den Grund zu seiner spater so berühmt gewordenen Natura« liensammlung gelegt, welche von Kaiser Franz I. Stephan im Jahre 1748 angekauft und der Grundstock des heuti. gen kais. Naturalien» und Mineralien» cabinetes wurde. B. selbst wurde nach Wien berufen und zum ersten Director des neugegründeten Hof'Naturaliencabi» neteS mit der vertragsmäßigen Versiehe« ru:ig ernannt, daß diese Würde erblich bei seiner Familie verbleiben, u. z. auf den ältesten seiner Nachkommen in Oefter» reich übergehen solle. Es folgte ihm auch in derselben sein Sohn Ludwig Valthasar von B., und erst dessen Sohn Joseph entsagte diesem vertragsmäßig bedungenen Vorrechte. Johann hatte die Aufstellung der ganzen Sammlung mit Beihilfe seines damals 18jähri» gen Sohnes Ludwig 1749 vollendet und ihre Ordnung und Vermehrung bis zu seinem im Alter von 74 Jahren erfolgten Tode sorgfältig überwacht. B. war gründlich in den Naturwiffen« fchaften gebildet; schon am Hofe des Herzogs von Parma, seit 1728, hielt er Vorlesungen über Experimental-Physik, welche sich zu jener Zeit eines großen Rufes erfreuten; er machte in denselben die Versuche Newton's über das Licht, verfertigte sich die zu diesen Versuchen nöthigen Instrumente selbst, wobei er mitunter neue und sinnige Constructionen erfand, unter anderem Sonnengläser, welche die Gegenstande in einer außer» ordentlichen Reinheit zeigten, eine Fall. maschine, eine Art Reflexions - Gonio« meter, einen Optometer u. dgl. m. Eines seiner merkwürdigsten Werke und seiner Zeit als ein kleines Weltwunder weit und breit bekannt war die magische Grotte von Colorno, welche auf den Wunsch des Her« zogs entstand, eine originelle Zusammen« stellung der sinnreichsten, von Bai l lou selbst erfundenen und ausgeführten Auto» maten war und durch eine scharfsinnige Anwendung des Wasser» und Luftdruckes in Thätigkeit gesetzt wurde. I n den Kriegs- wirren zu Ende des 18. Jahrhunderts ging diese Grotte zu Grunde. Sie wurdc von einer Gesellschaft Arkadier, deren Mitglieder aus parmesanischen Adeligen und Gelehrten bestanden, in italienischen Versen besungen und unter dem Titel: „IiiiQ6 6.6^11 Xroaäi sopra 11 Fiaräino äi tüolomo" (?iao6N2!2 1726) gedruckt. Eine prosaische Beschreibung derselben brachte Ioannot de Saint Laurent in dem weiter unten genannten Werke und außerdem ließ der Herzog Zeichnun» gen des Gartens und der Grotte stechen. Eine Beschreibung der Grotte in deutscher Sprache gibt die unten in den Quellen verzeichnete Monographie des Haupt- manns B löch l inger . Wie bereits bemerkt worden, begann B< als General« director der parmesanischen Bergwerke Mineralien und Verwandtes zu sacklmeln und brachte bald eine der herrlichsten und reichsten Privatsammlungen seiner Zeit, welche die Bewunderung von Kennern und Laien erweckte, zu Stande. Nicht aus Liebhaberei, Prunksucht oder Ehrgeiz,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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