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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14
Seite - 415 -
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Seite - 415 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Laicharding-Lenzi, Band 14

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Chyy 418 Chyy zweiten Bande dieses Lexikons enthal- tenen Lebensskizze Chezy's noch das Folgende: Ch. arbeitete bis wenige Jahre vor seinem Tode bei der „Presse", für die er vornehmlich mit der Ueber» setzung von Romanen beschäftigt war. Als bald nach dem Tode seiner Mutter Helm ine (gest. zu Genf 30. Jänner 4836) ihre Gesellschafterin die Memoiren derselben herausgab und in tactloser Weise viele den lebenden Sohn verletzende Stellen darin stehen gelassen hatte, die bei der Eigenthümlichkeit des Charakters dieser sonderbaren Frau nicht immer gerade die Signatur der Wahrhaftigkeit an sich tragen, gerieth Ch. auf den Ge- danken, seine eigenen Erlebnisse aufzu. zeichnen. Die schonungslose Weise, mit der er in denselben gegen seine eigene Mutter auftrat, die freilich ihn zuerst angegriffen, ist, vom sittlichen Stand« puncte betrachtet, nimmermehr zubilligen. Die Entrüstung aber, die einige Hyper- Moralisten bei dieser Gelegenheit zur Schau trugen, beweist noch immer nicht, daß diese berechtigt waren, auf Ch. dm ersten Stein zu werfen. Wie sehr Ch.'s Verhältnisse in den letzten Jahren sich auch zu seinem Nachtheile geändert hat« ten, er war bis zu seinem letzten Athem» zugeein achtbarer Charakter — fast möchte man sagen, bei aller Armuth, ein echter Kavalier —den leider das Mißgeschick zum Schriftsteller gemacht, geblieben. Von seinen Denkwürdigkeiten, die, wie Her- ausgeber, der mit Ch. seit Jahren be> freundet war, aus Ch.'s eigenem Munde weiß, im Ganzen sechs Bände umfassen sollten, sind nur vier Bände unter dem Titel: „Grinnernngen aus meinem Ueben. GrsteZ Nnch: Helmina und ihre Zähne", 2 Bände (Schaffhausen 1863, Hurter, 80.); „Suieiw Nnch: Helle und dunkle Zeit- genasen", 2 Bande (ebd. 1864), erschie- nen. Das. erste Buch schließt mit dem Jahre 4829 ab und enthält Ch.'s Iu- gendgeschichte, eine in der Weise nieder» ländischer Meister ausgeführte Zeichnung seiner Mutter, viele und interessante Per« sonalien, darunter Hammer-Pur g« stall.Bauernfeld,Castelli, Gr i l l - parzer, Zedlitz. Schlegel; das zweite Buch, welches die Zeit von 1829 bis 4880 umfaßt, bringt gleichfalls mehrere höchst denkwürdige Personalien, darunter jene Spindler's und des Historikers Gfrörer besonders hervor» treten; daS dritte, durch seinen Tod unvollendet gebliebene Buch sollte Ch.'s Erlebnisse und Wahrnehmungen in Wien seit 1830 schildern. Es sollen davon nicht unbedeutende Fragmente im Nach. lasse vorgefunden worden sein. I n jung« ster Zeit veröffentlichte „Die Presse" (in ihrer Beilage: Local« Anzeiger 1863, Nr. 270) aus seinem Nachlasse: „Zur Geschichte der Wiener Tagespreffe von Schwarzenberg bis Schmerling". Chezy's „Erinnerungen" charakterifirt ein compe« tenter Schriftsteller, LevinSchücking, wie folgt: „ In Chezy's Erinnerungen liegt uns die fesselndste und unterhat« tendste Selbstbiographie vor, welche seit langem dem Publicum geboten ist. Ch. ist ein Autor, welcher vor Jahren der Literatur reiche Beisteuern an Novellen und Erzählungen geliefert hat, deren Verdienst weitaus nicht genug gewürdigt ist. Wir kennen keinen Autor, welcher es so wie er versteht, dem Hintergrunde seiner Sittenschilderungen den richtigen Localton zu geben, die Gestalten einer gewissen Epoche in dem eigenthümlichen Costume dieser Epoche erscheinen zu lassen und die Personen reden zu lassen, wie die Leute ihrer Zeit redeten. Er ist ein Meister in der Anwendung alterthüm- licher Redeweisen und in der Hervor»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Laicharding-Lenzi, Band 14
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Laicharding-Lenzi
Band
14
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1865
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
550
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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