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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Londonia-Marlow, Band 16
Seite - 380 -
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380 Manna, Ruggiero <Tonsetzer, geb. zu Trieft 6. April 1803, gest. zu Cre« mona 43. Mai 486t). Sein Vater Peter war ein Cremoneser Patrizier und seine Mutter Karo l ina geborne Bassi zu ihrer Zeit eine berühmte Sängerin, für welche Mayr, General i , Winter. Coccia. Rossini und Meyerbeer mehrere ihrer schönsten Werke geschrieben und die letzten beiden bis zu ihrem (am 12. December 4862 erfolgten) Tode mit ihr den Briefwechsel unterhielten. Rug- qiero zeigte in früher Jugend ein aus- gesprochenes Talent für die Musik. Erst vier Jahre alt, spielte er bereits auf dem Pianoforte die Motive aus den Opern, welche er in den Theatern hörte, wohin ihn seine Mutter oft mitzunehmen pstegte. Sein Talent nahm mit jedem Jahre mehr zu, so daß die Eltern beschlossen, ihn für die Kunst auszubilden. Als er etwas älter geworden, wurde 3 avignain Mailand sein Lehrer, und im Jahre 1820, damals erst 42 Jahre alt, schrieb er in Gegenwart Meyerbeer's ein Duett für Sopran und Tenor auf die Worte des Artarerres von Metastasio. Das ungewöhnliche Talent des Knaben hatte schon mehrere Jahre in so hohem Grade die allge- meine Aufmerksamkeit auf sicd gezogen, daß der berühmte Mailänder Musik- Verleger G. Ricordi ^ raro rnerito e pArtio0i2.ro talsuto lu.u21o2.l6" des damals sechsjährigen Knaben eine 3in- Amia aus der OoimZ. ssiva^Kia des Compositeurs Coccia widmete. Im Alter von 43 Jahren schickte die Mutter auf Meyerbeer's Rath ihren Sohn nach Bologna, wo er unter der Leitung des berühmten ?. Mattet den Contra» punct studirte. Damals 13 Jahre alt, componirte er elne dreistimmige Messe, welche er selbst mit Meisterschaft dirigirte und die nicht wenig zur Begründung seines Rufes beitrug. Von Bologna kam Manna nach Wien, wo er bei St adler und Weigl seine Studien im Contra» puncte fortsetzte, bei Czerny Unterricht im Clavier und bei Mayseder in der Violine nahm. In sein Vaterland zurück- gekehrt, widmete er sich ganz der Compo» fition und brachte in der Zeit von 1832 bis 1846 drei mit Beifall gegebene Opern auf die italienische Bühne: „«Taso^o c??' „2)<5 Fr-ssiosa" und „ / / ", welchen später sein vor- züglichstes Werk: «6V ssnöi ck'/s?nsNo« folgte. In den letzten Jahren bekleidete er die Stelle eines Capellmeisters an der Kathedrale von Cremona, war Director des dortigen Theaters, Mitbegründer, Präsident und die vornehmste Stütze der unentgeltlichen Schule für Gesangszög» linge. Außer den bisher angeführten größeren Compositionen scbrieb er noch eine beträchtliche Menge von Psalmen, Antiphonen, Motetten und Messen für die Kirche, an der er als Kapellmeister be- dienstet war; viele Solfeggien, Studien, Gesangsstücke, Fugen und ein dreiftim» miges Iaivs L.6FiQg. für die Gesangs» schule, deren Stifter und Leiter er war. Besonders sind anzuführen seine Kompo- sitionen mehrerer Sonette Petrarca's, ein ^.v6 Ng.ri2 und die soioiti von Aleardi. Manna war/wie man zu sagen pflegt, ein sogenannter gelehrter Musiker; seine Musik siel nicht sogleich fesselnd in's Ohr, sie wollte öfter gehört, siuoirt sein. Er galt auch in Italien für einen der vorzüglichsten Contrapunctisten. Mehreres von seinen Compositionen ist bei Ricordi in Mailand im Drucke er» schienen und steht in dessen Musik«Kata° loge verzeichnet; wie auch dort eine ernste Oper von ihm, „^orüUs in Ioiro", in Handschrift aufbewahrt wird. Manna starb im Alter von 83 Jahren und die
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Londonia-Marlow, Band 16
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Londonia-Marlow
Band
16
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
514
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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