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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 183 -
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Seite - 183 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17

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Mayern 483 Mayern Sein Tod war leicht, wie sein Biograph schreibt; sein Geist blieb hell und bewußt bis an's Ende, das ihm stets nur als ein erwünschter Nebergang in ein höheres geistigeres Wesen erschien. Ungeschwacht blieb bei ihm Gedächtniß und jede höhere geistigere Kraft. Sein reicher Schatz von Kenntnissen stand ihm stets zu Gebote, und man konnte sicher sein, wenn man irgend einen Punct der alten oder neueren Geschichte, der Philosophie, der Erd«, Natur' und Menschenkunde, irgend einen Gegenstand der Kunst u. s. w. berührte, ihn gleich mitten in der Sache zu finden und sie erörtern zu hören, als hatte er sie eben erst durchdacht. Leben und Wissenschaft hatten sich gegenseitig bei ihm durchdrungen; hocherhaben über Parteisucht und Vorurtheile, war sein Urtheil stets mild, aber doch scharf und richtig. I n all' seinem Wissen war er stets zu Hause, hell. klar, besonnen und stets eigenthümlich. Der Umgang mit ihm bot daher Jedem, der diesen zu schätzen wußte, in reichem Maße goldene Aepfel in silbernen Schalen. ^Eine ebenso originelle als treffende Charakteristik dieses edlen Sonderlings folgt in den Quellens Außer den oberwähnten selbst» ständig erschienenen Schriften ist noch seiner in Mundt 's „Zodiakus" 483o. Februar und März, von Dr. H o ck veröffentlichten Briefezu gedenken. Was Mayern's Charakteristik als Schrift- steller betrifft, so charakterifirt ihn Feuchters leben folgendermaßen: „alö Schriftsteller war M. auch Soldat. Sein Styl ist geschlossen, fest. entschie» den, kernig, oft karg uno hart, bis der Durchbruch eines machtigen Ge- fühls ihn auf Augenblicke zum Poeten macht. Dann wird ein Weltschmerz in ihm laut, tiefer, reiner, wahrer, als ihn die Iünglingswelt von heute fühlt; cs war die Trauerklage um ein verlorenes Dasein, um ein in seiner Heiligkeit gekränktes Herz, um ein in seinen Trümmern bewußtlos hingeworfenes zer« riffenes Vaterland. Das. in der Thal. war der Schmerz eines patriotischen deutschen Hamlet in Mayern". Sonst war er in seiner ganzen Lebenshaltung zugleich der Mann praktischer Thätig» keit, in Landwirthschaft, Gewerblichkeit, Architectur bewandert. In seinen Pa» Pieren fanden sich Plane, südlichen Län> dern durch Kolonien aus dem Norden aufzuhelfen, Sicilien durch zwanzigtau« send deutscher Anbauer aus der Schlaff« heit deS Vegetirens zu erretten; durch Erfrischung von Osten und Norden hat sich die Menschheit im Süden noch immer ergänzt. V a r n h a g e n von Ense behauptete, Mayern sei auch der Mann gewesen, der. hätte man ihn gehört, dle Schlackt bei Wagram un» möglich gemacht, oder für Oesterreich entschieden hätte. I n seinem Verkehre mit Menschen hat man ihn einen Beduinen genannt; in dem unter» drückten Gefühle seiner Liebe war er auf Momente ganz Werther. Wenn aber tiefes und vielseitiges Wissen, fast in allen Zweigm menschlicher Erkenntniß; wenn ein reger Sinn für das Höchste und Würdigste im Ledm, verbunden mit einer Klarheit und Präcision der Ge» danken, welche mehr den schönen Zeiten des classischcn Alterthums, als der Ge> genwart angehören zu sä^inen, vereint mit großen Vorzügen des Gemüthes und einer seltenen Bescbeidelchiit zu den Eigenschaften gehören, welche, selbst höchst verdienstlich, zugl.'icy Basis aller Verdienste sind: so gehorte Mayern zu den seltenen Männern, welcde durch jene Eigenschaften im höcksten Grade aus- gezeichnet dastehen. Zum Schlüsse sei
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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