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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 204 -
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Seite - 204 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17

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204 auf ganz praktische Grundlagen zu stellen bemüht, und ihre Zukunft nach seinem Tode zu sichern immer bedacht war. So umgab er sich einerseits mit Geistlichen, die ihm verwandt in Gesinnung und Grundsätzen gleich fähig, wie geneigt sind. im Geiste des Stiftes fortzuarbeiten-, andererseits suchte er seine Anstalten so viel als nur möglich von zufälligen Unterstützungen dadurch unabhängig zu machen, daß die Zöglinge in den man« nigfMgsten Hand« und Kunstarbeiten, jeder entsprechend den Fähigkeiten, die besonders bildsam erschienen, unterrichtet wurden, wodurch es dann geschah, daß aus der Anstalt ganz vorzügliche Arbei» ten hervorgingen, welche auf mehreren Ausstellungen Bewunderung erregten, und durch deren Absatz der Unterhalt der Zöglinge erleichtert und gefördert wurde. Nichtsdestoweniger kamen freilich Falle vor. daß M. mit einem Male aller Hilfsmittel baar und auf Almosen angewiesen war. Und im Hinblicke auf diesen schon öfter vorgekommenen Um- stand erzählt uns Mazza's Biograph Mitterrutzner: natürlich ergab sich unter solchen Umständen die Frage, ob denn des Gründers Reichthum uner» schöpflich, daß er eine solche Anzahl junger Leute zu versorgen im Stande sei? Von den vielen Tausenden des Vermögens, welche Mazza besaß, ist seit vielen Jahren kein Heller mehr vorhanden. Der Ankauf der noth» wendigen Localitatm und die Befriedi. gung der schreiendsten Bedürfnisse wäh- rend der ersten Jahre dieser Anstalt verschlang große Summen. Obwohl nun in den letzten Mißjahren dio milden Beiträge sehr spärlich fioffen, blieb doch die Hilfe, wenn die Noth am höchsten gestiegen, nie aus. Immer fand sich der eine oder der andere Wohlthäter, der offen oder insgeheim half. Es sind schreibt sein Biograph, Fälle vorgekom. men, daß Mazza für seine fünfhundert Alumnen am Morgen weder einen Heller Geld noch ein Stäubchm Mehl im Hause hatte — und um Mittag sollten alle essen. Und sie aßen, wenn auch nur ein Stück gelbe Polmta. Bei solcher Gelegenheit schritt M. , jedoch ohne Jemand um ein Almosen anzusprechen, langsam durch die belebtesten Gaffen der Stadt. Jeder Veronese kannte den Mann und fein Anliegen um diese Stunde. Und M. erhielt sein Almosen, und es ist sogar vorgekommen, daß ihn gerade die Stutzer und die Pflastertreter am reichlichsten beschenkten. Schon im Jahre 4838 erhielt M. in Anerkennung seiner humanitären Verdienste von Sr. Majestät dem Kaiser Ferdinand die große goldene Civil« Verdienstmedaille sammt Kette. Dieser Schatz war längst in's Pfandhaus gewandert. Als nun Kaiser Franz Joseph im Jahre 1850 das lombacdisch'venetianische Königreich bereiste, und auf seinem Zuge durch das Land nach Verona kam, löste eine vor» nehme Dame dieses Pfand für achthundert. Lire aus und sandte es dem Eigenthümer, damit er mit demselben vor Sr. Maiestät dem Kaiser erscheinen könne. Kaum aber war der Kaiser abgereist, so wanderten die Medaille und Kette wieder in's Versatzamt. Nahezu durch ein halbes Jahrhundert hatte M. in so Hochher, ziger Opferwilligkeit der armen und be> drückten Menschheit seine ganze Thätig« keit gewidmet und Trauer erfüllte die ganze Stadt Verona, in der jedes Kind und jeder Arme diesen edlen Wohlthater kannte, als es im Monate Juli 1863 mit einem Male verlautete, Mazza sei erkrankt, und als bald darauf die Schmerzenskunde von seinem Tode durch
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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